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Wenn eure Freiheit unsere freien Menschen tötet
In den letzten Wochen wurden die internationalen Ereignisse bestimmt  durch die iranische Meuterei oder Revolution, eine Rebellion der Menschen gegen den „Staat der Imame“, gegen die theokratische Herrschaft über das Land. Das ganze Land war auf den Straßen unterwegs, nicht gegen Religion, denn die meisten sind Muslime, sondern gegen den Zwang zur Religion und zu deren Eingriff in ihren Alltag, gegen deren Nutzen als Verfolgungswaffe.
Auf jeden Fall kann man in diesen Aufbrüchen die starke Präsenz der Frauen feststellen, Frauen, die vor allem ihre Schals, „Schleier“, in den Händen halten, sie auf Stöcken drapieren und damit winken, als würden sie den Schal selbst exekutieren, Frauen, die zum ersten Mal Luft zu holen scheinen, die Freiheit zum Leben wenigstens einmal leben.
In diesem Augenblick dachte ich an das Schleierdilemma hier in Europa und wie im Namen der Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit der Schleier immun gegenüber jeder Kritik ist. Auch wird er hier als ein Zeichen des europäischen Stolzes auf die multikulturelle Gesellschaft betrachtet, eine Gesellschaft, die alle Tendenzen bedingungslos akzeptiert. Europa geht in diesem Thema zu weit bis hin zur am weitesten verbreiteten Form der Frauenverfolgung, nämlich des Schleiers. Europa meint es zwar gut, gibt aber den Hassern der Frauenfreiheit grünes Licht, weil sie die europäische Position ausnutzen und ihren Frauen in ihren Ländern diesen Schleier der Scham aufzwingen. Europa legalisiert auf diesem Wege eine der verbreitetsten Formen zur Demonstration weiblicher Minderwertigkeit. Bei der Verteidigung der Freiheitswerte ignoriert Europa, dass der Schleier auf der Idee beruht, dass Frauen nur eine Quelle der Verführung und ein Sexualspielzeug für Männer darstellen und man sie bedecken muss, sodass andere Männer nicht von dieser „Kreatur“ angezogen werden. Auf diesem Wege gibt die Freiheit jenen eine Chance, die sonst die europäischen Werte ablehnen, aber nun ihren Frauen eine Verschleierung aufzwingen, weil es in den Ländern der „Ungläubigen“ ja akzeptiert ist. Und zu denen, die gegen diese Auffassung protestieren, weil sie uns sagen, dass der Schleier eine Frage der Wahl sei, diesen sage ich, sie sollen gar nicht erst versuchen, mich davon zu überzeugen, wenn in den meisten arabischen Ländern schon eine Sechsjährige verschleiert ist, dass sie das tue, weil sie davon überzeugt sei. Versucht nicht, mir zu erzählen, ein Mädchen, dem in der Grundschule gesagt wird, sie werde sonst in der Hölle enden, wenn sie die Verschleierung verweigere, tut das, weil sie es selbst für anständig hält.
Das Zeitalter der Aufklärung und die Französische Revolution brachten neue Werte, diese Werte brachten die europäische Zivilisation, wie wir sie heute kennen, hervor. Diese Werte benachteiligten niemals Frauen und ihre Rolle in der Gesellschaft. Die Demokratie unterstützte die Frauen auch gegen die stärksten Institutionen in einer Zeit, die noch eine religiöse war. Vor allem brachte sie eine allgemeine Vision über die Welt, die nicht nur einen Kontinent betraf, sondern die gesamte Welt. Bitte, rettet Europa davor, seine Werte dadurch zu verlieren, dass es das Nichtakzeptable unter dem Namen einer falschen Freiheit akzeptiert, rettet unsere Frauen in unseren Länderndurch Abschaffung aller Zeichen jener Steinzeitvision der weiblichen Minderwertigkeit. Es ist sehr schwierig für uns, die dunklen Mächte in unseren Ländern im Namen allgemeiner Werte zu bekämpfen und dann plötzlich von denen, die unsere Vorbilder sind, im Stich gelassen zu werden.
Madani Mohamed Lamine

Die Welt zu einem besseren Ort machen
Europa und darin die ansteigende Zahl von Immigranten, die sich auf diesem Kontinent  ansiedeln, stehen vor vielen Herausforderungen. Das fängt mit ihrem Empfang an und geht bis zur Zukunftsvision, wie sie sich niederlassen und Teil der Gesellschaft werden.
Und die anstrengendste Frage verbirgt sich in dem einen Schlüsselwort: „Integration“, denn der Erfolg dieses Prozesses wird die Stabilität der Gesellschaft bewahren.
Hier versuche ich meine Vision zu diesem Thema vorzutragen, eine Vision, die nicht sehr optimistisch erscheint, aber es ist eine Sicht von innen heraus, von einem Neuankömmling  in Europa, der Teil der  gleichen Gemeinschaft ist und den gleichen Hintergrund hat wie viele, die hier nach Europa kommen.
Integration in ihrer einfachen Definition ist die Bindung an eine Gesellschaft, nicht das Verschmelzen durch den Verlust der eigenen Identität, vor allem, weil niemand hier dies verlangt oder einen dazu zwingt. Es ist eine Weise, die Gastgesellschaft zu umarmen und  sie durch die eigenen Unterschiede zu ergänzen und  zu bereichern. Aber ist das für die meisten ein möglicher Prozess? Wohl nicht, aus vielen Gründen, historischen, ideologischen und sogar ökonomischen. Über Letzteres will ich nicht weiter schreiben, sondern eine einfache Analyse versuchen auf der Grundlage dessen, was ich in einer der weltoffensten Städte, Berlin, sehe.
Die Grundlagen sozialer Integration sind Sprache und sozialer Kontakt, und vor allem Achtung und Respekt vor den anderen, aber tun das die meisten von uns? Wohl nicht, Menschen leben hier seit mehr als 20 Jahren und sprechen nicht einmal  die Sprache, haben keine europäischen Kontakte, und ich brauche nicht einmal über Akzeptanz zu sprechen,, denn wir sehen alle, wie groß die Abwehr ist bis hin zu der Haltung, dass sie ihre Kinder nicht Teil derselben Schulklassen sein lassen wollen. Ich habe in Deutschland erlebt, wie das Land sein Bestes versucht, einen glatten Prozess der Integration sicherzustellen durch „freie Sprachkurse, eine Vielzahl kultureller Angebote …“, aber immer noch schließen sich viele Neuankömmlinge  vor allem an ihresgleichen an und bilden dadurch Gemeinschaften aus Menschen mit derselben Sprache, Religion und Kultur und fahren fort, sich zu isolieren, indem sie eine Komfortzone schaffen, die verhindert, dass sie sich engagieren und in die Gesellschaft einbringen. Sie bestehen darauf, Fremde zu sein und denken weiterhin, dass sie gehasst werden. Das passiert sicherlich dann, wenn man nichts weiß und anfängt, sich Illusionen und Szenarien zu gestalten, mit denen man die eigene Unfähigkeit, Teil eines gewissen Stroms zu werden, rechtfertigt. Dann fängt man an, an Verschwörung zu denken und die Ablehnung der anderen. Es ist schwer, einen integrierten Bürger zu erwarten, wenn dieser dein Trinken und Essen ablehnt, es ist schwer, von jemandem etwas zu erwarten, der einen als Feind aufgrund der Geschichte und als Ungläubiger aufgrund der Religion ansieht. Somit ist es schwierig, jemanden davon zu überzeugen,  diese Gesellschaft bereitwillig anzunehmen, wenn er nur die soziale Absicherung und den guten Lohn sieht, ohne den Willen zuzugeben, dass das tolerante politische System und die soziale Achtung der Gastgeber  die Quelle all dessen ist.
In diesem Aufsatz wollte ich nicht die historischen und ideologischen Gründe vertiefen, die dem Integrationsprozess so sehr im Wege stehen, es war nur eine einfache Analyse dessen, was ich hier täglich sehe und durch meinen Kontakt mit beiden Seiten, Einheimischen und Immigranten. Es ist sehr traurig, dass wir in einer Zeit der Globalisierung und dem Willen, die ganze Welt als eine Einheit zu sehen, immer noch das Grundproblem der Integration in der gleichen Gesellschaft sehen. Europa muss stark für seine Vision und seine Kultur eintreten, denn sie inspiriert so viele von uns, und gleichzeitig muss Europa seine Vision über Immigration und die Qualität der Immigranten überdenken.
Wir beginnen ein neues Jahr, so lasst uns nicht nur hoffen, sondern daran arbeiten, diese Welt zu einem besseren Ort für uns alle zu machen, wo Menschlichkeit und Zusammenhalt regieren, eine Welt, die die Menschheit feiert.
Madani Mohamed Lamine
Unser  Autor Lamine kommt aus Algerien, ist Ex-Muslim und studiert an der  Universität Potsdam. Als kritischer und freigeistiger Mensch betrachtet  er auch die Situation derjenigen, die aus den unterschiedlichsten  Gründen nach Deutschland kommen. Sein Text stellt seine persönliche  Sicht dar.

Ereignisreiche Jugendaustauschreise 2017 zu indischen Freundinnen und Freunden
Eine Freidenker-Jugendgruppe aus dem Havelland war für zwei Wochen im Rahmen des internationalen Jugendaustauschprogrammes des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V. (HFH) vom 22. Oktober bis 5. November 2017 in Südindien. Die Reise wurde durch das Landesjugendamt mit Mitteln des Bundesjugendplans und durch das Jugendamt Havelland gefördert. Seit 1996 gibt es diesen fruchtbaren und kontinuierlichen Jugendaustausch mit der Partnerorganisation des HFH im indischen Unionsstaat Andhra Pradesh, dem Atheist Centre in Vijayawada.
Der humanistische Jugendaustausch hat Jugendlichen aus Deutschland und Indien wieder die Möglichkeit gegeben, miteinander in Kontakt zu treten, um ihr Verständnis für eine andere Lebensgestaltung zu fördern und ein tolerantes Miteinander über ihre kulturellen und sozialen Grenzen hinaus zu leben. Die Aufnahme von Kontakten und Freundschaften, das Kennenlernen der Familien und die Einbindung der Jugendlichen in die aktuellen Lebensbedingungen vor Ort, haben viele gute Emotionen geweckt, Verständnis für den Anderen entwickelt und eine starke Verbundenheit entstehen lassen.
Junge Menschen haben mit großer Sensibilität erfahren, was Toleranz und Humanität bedeuten und wie sie konkret gelebt werden.
Die diesjährige Jugendbegegnung stand unter dem Thema: Lebenslagen und Perspektiven junger Menschen – Jugendkulturen und Freizeitverhalten junger Menschen. Die deutschen und indischen jungen Leute lernten dabei sehr intensiv das jeweils andere Land und ihre Menschen kennen, vor allem Kultur, Religionen und Weltanschauungen, soziale Lebenssituationen, das Bildungssystem und Lerneinstellungen, das Verhältnis von Mann und Frau, das indische Kastensystem, Probleme der Ernährung und des Gesundheitssystems sowie Armut und Reichtum als krasse Gegensätze. Fakten des Lebens, die sonst nur aus Schule, Fernsehen, Internet oder vom Hörensagen gekannt werden, wurden direkt erfahren. Die vielen humanistischen Interaktionen mit jungen Inderinnen und Indern in Schulen und Jugendeinrichtungen, in sozialen Projekten und in abgelegenen Dörfern usw. und in gemeinsamer praktischer Arbeit machte das anfangs Unbekannte und Fremde zu etwas selbst Erlebtem und individuell Erfahrenem. Es entstand ein freundschaftliches Miteinander. Die teilnehmenden Jugendlichen erfuhren ihre Eindrücke meist als "unvergessliche Erlebnisse", welche ihr Leben und ihre Lebensanschauung stark beeinflussen.
Ein großer Schwerpunkt waren die mehrtätigen Workshops und Projekttage, die die deutschen und indischen Jugendlichen in Vijayawada gemeinsam gestalteten. Die Themen waren: „Jugendkultur und Photografie“, „Sport und Spiele“, „Kunst und Upcycling“, „Musik“ und „Theater und Tanz“. Die Ergebnisse wurden öffentlich präsentiert und waren ein toller Erfolg. Unser deutscher Teilnehmender Jan sagte dazu: „Für mich persönlich war es sehr bewegend zu sehen, dass junge Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen gemeinsam an einem Projekt arbeiten, sich mit einer Fremdsprache verständigen können und wichtige Themen wie ‚Zukunftsperspektiven von jungen Menschen‘ diskutieren und Lösungsansätze finden. Das Feedback von unseren Teilnehmern hat auch gezeigt: Die jungen Inder sind froh und dankbar, global denken zu können und die Möglichkeit zu bekommen, mit anderen Kulturen in Kontakt zu kommen. Deshalb schätze ich das Engagement, den Aufwand und die aufgebrachte Zeit beider Länder, aller Organisatoren und insbesondere die Gastfreundschaft und familiäre Atmosphäre des Atheist Centre in Vijayawada sehr und bin stolz, Teil dieser Gemeinschaft geworden zu sein.“  
Mit vielfältigen Bildungs-, Kultur-, Sport- und Freizeitaktivitäten war es eine gemeinsame Zeit des Kennenlernens und Fröhlichseins.
Während unseres Aufenthalts in Indien haben wir eine Spende für ein Frauen- und Mädchenprojekt des Atheist Centre in Andhra Pradesh in Höhe von 1.250 € zur Ausbildung von Krankenschwestern überreichen können. Unsere deutschen Jugendlichen hatten sie in den letzten Monaten mit gesammelt. Dieses Ausbildungsprojekt soll auch weiterhin unterstützt werden. Wir rufen daher wieder auf, Spenden zur Verfügung zu stellen, die wir dann übergeben werden. Bankverbindung des HFH: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE15100205000003329800, Verwendungszweck: Frauenprojekt in Indien.
Es ist geplant, dass vom 9. bis 23. August 2018 eine Gruppe junger Inderinnen und Inder zu uns ins Havelland kommt. Als übergreifendes Thema ist vorgesehen: „Bildung contra Armut – Lebenslagen junger Menschen in Europa und Indien“. Darauf freuen wir uns schon.

Dr. Volker Mueller                                                                                                 
Humanistischer Freidenkerbund Havelland e.V. | 14641 Nauen, Karl-Thon-Str. 42

SINNESGARTEN SchatzINsel: Rückblick 2017
Die SchatzINsel ist ein Sinnesgarten für Karlsruhe, ein spielpädagogisches  Projekt der Freireligiösen Jugend Karlsruhe. In der SchatzINsel fanden 2017 rund 30 Aktionen/Termine statt. Neben „Stammgästen“ aus Kindergärten, Schulen und Hortgruppen war erstmals auch eine Flüchtlingsgruppe mehrfach zu Gast.
In einer gemeinsamen Aktion mit Helfern wurde die SchatzINsel nach dem Winter in kurzer Zeit wieder „besuchertauglich“ gemacht. Gerade im Frühling wuchert ja alles schnell zu, wenn nichts geschnitten wird.
Die BNN Zeitung hat in den Sommerferien (samstags) einen Artikel über die SchatzINsel veröffentlicht, der sehr positiv angekommen ist.
Die Mannheimer Freireligiösen und ihre Hortgruppen waren Gäste in der SchatzINsel. Das freut die Betreiber natürlich besonders, wenn neben Evangelisten und Katholiken nun auch freireligiöse Gruppen zunehmend die SchatzINsel „erobern“.
Herausragend wieder das „Enders Live Konzert“, mit vielen neuen Gästen und einer wunderbaren, legendären Trommelsaison im Anschluss. Auch die Sonnwendfeier und das Herbstfest mit Linseneintopf, bei dem dieses Mal auch getrommelt wurde, waren Highlights des Jahres.
2017 wurde der Dunkelgang schon gesichert, der an zwei Stellen einzustürzen drohte. Und es gibt eine zweite Komposttoilette. Die neue, mit Plexiglasdach und Luftzufuhr „de luxe“, ist kindgerechter, da angenehmer.
Außerdem errichteten die Mitarbeiter einen kleinen Kletterturm mit zwei Schaukeln. Der Turm dient einerseits zur Perspektivenwechsel, die Welt von weiter oben zu sehen, zum anderen auch als Murmelbahn. Die Schaukeln wurden gleich durch zwei Hängesitze getauscht. „Sich hängen lassen“ macht Erwachsenen und Kindern offensichtlich sehr viel Freude, denn sie sind selten ungenutzt. Auch bieten die Hängesitze weniger Unfallgefahr als eine Schaukel. Das feste Installieren einer Murmelbahn hat nicht so gut geklappt. Aber (Lob dem Fehler): „Wir werden bewegliche Materialien bereitstellen, zum Murmelbahnspielen, wo auch die Experimentierfreude endlich zur Geltung kommen kann“, so Iris Tucek vom SchatzINsel-Team.
Für Kindergeburtstage im Winter und späte Abendveranstaltungen im Sommer (wenn’s dunkel wird) wurden Taschenlampen gekauft, damit mit Licht und Schatten experimentiert werden kann. Dazu noch 5 Stück UV- Taschenlampen. Hierfür wurde der Märchengang mit fluoreszierenden Materialien und Farbe bestückt, was sensationelle Effekte ergibt.
Im Dezember bekam der Sinnesgarten eine Spende von 500 Euro. Die Hälfte für das neue Tipi, das dringend notwendig geworden ist. Das alte hat Löcher bekommen und muss 2018 ersetzt werden.
2018 stehen zahlreiche Pflegemaßnahmen an: Der Tisch bei den Kräuterbeeten (zum Brotschmieren) sucht eine richtige Lösung, gestalterisch wie praktisch. Die Feuerstelle muss erweitert werden. Dazu die Erneuerung des Tipis, wofür noch 500 Euro fehlen. „Also ‘langweilig’ wird uns 2018 sicher nicht“, so Jochen Freiberger vom Team.
Schon jetzt für 2018 vormerken:
25.03. Frühlingsbrunch | 23.06. Sommersonnwende
22.09. Herbst-Eintopfessen | 22.12. Wintersonnwende

Siehe auch im Internet unter:
www.jochen-freiberger.de

Center Shock der FJD    
Strömender Regen, Stau, Warten, nasse Klamotten ... Wer hätte gedacht, dass so ein wunderbares Wochenende anfangen kann.
Am 19.05 machte sich die Jugend auf in die Eifel. Genauer gesagt nach Woffelsbach, ein Ort, von dem keiner der Teilnehmer jemals gehört hatte, aber von dessen Schönheit schon bei der Ankunft jeder überrascht und begeistert war. Bis zu dieser Ankunft musste man sich, wie könnte es bei der freireligiösen Jugend auch anders sein, mit Stau und Wartzeiten rumschlagen. Allerdings, und auch das gehört zur freireligiösen Jugend, wurde aus der Not eine Tugend gemacht und die Wartezeit für gemeinsames Spielen und der Stau für ausgiebige Gespräche genutzt. Sowohl die Strecke über die Autobahn als auch die Serpentinen gegen Ende, die auf dem Navi nach mindestens 2386-Grad-Kurven aussahen, wurden ohne Zwischenfälle zurückgelegt. Zwölf Mann, auf ein Auto und einen kleinen Bus verteilt, der während der Fahrt durch lautes Mitsingen von bekannten und mehr oder weniger musikalisch hochwertigen Songs, zum „Partybus“ umfunktioniert wurde, kamen gegen 21:00 Uhr am Ziel an.
Das Nabedi-Dorf begrüßte uns ohne Regen, sodass rasch alle Koffer, Kisten, Kartons und Taschen auf die Blockhütten und den großen Gemeinschaftsraum verteilt wurden. Das große Gemeinschaftshaus, mit ausladender Küche und einen unglaublichen Ausblick auf den Rursee wurde innerhalb von Minuten als vorübergehende Heimat anerkannt und so bald wie möglich mit dem Kochen begonnen, um die knurrenden Mägen zu füllen. Nach dem Essen bleib noch Zeit gemeinsam zusammenzusitzen, zu spielen, zu lachen und auf besseres Wetter zu hoffen, bevor man nach und nach schlafen ging.
Und tatsächlich begrüßte uns der nächste Morgen mit strahlend blauem Himmel und warmen Temperaturen. Nach einem ausgiebigen Frühstück konnten wir es daher auch kaum erwarten, endlich auf den See zu kommen. Denn für den Samstag war eine Kanadiertour geplant. Zunächst musste erst einmal der eigentlich nicht vorhandene Unterschied zwischen Kanadier und Kanu geklärt werden und wie man eigentlich die Paddel so benutzt, dass man auch dahin kommt, wo man hin will. Nach den Sicherheitsvorkehrungen und Trockenübungen ging es dann endlich los: Der erste Kanadier wurde zu Wasser gelassen. In insgesamt drei Kanadiern mit jeweils vier Personen paddelte die Jugend bei bestem Wetter über den See. Erstaunlich schnell fühlten wir uns mit den Kanus vertraut und wurden kreativ, wenn es darum ging, durch rhythmisches Rufen die einheitliche Paddelgeschwindigkeit anzugeben. Aus „Uuund HOP“ wurde „Vaanille EIS“, oder Zutaten für ganze Obstsalate wurden während der Fahrt über das Wasser gerufen.
Zwischenzeitlich zog sich der Himmel zu und Wind kam auf. Pünktlich zu den ersten Regentropfen erreichte der Trupp jedoch die Insel, auf der unter dem schützenden Blätterdach gepicknickt wurde. Dennoch konnten wir so spüren wie anfällig man auf dem Wasser gegenüber dem Wind ist und praktisch zwei Wettersituationen in einer Tour erleben. Nachdem der leichte Regen sich wieder gelegt hatte, sprangen alle wieder in die Kanadier und paddelten Richtung Heimathafen.
Es bleibt zu sagen, dass kein Kanadier gekentert und niemand ins Wasser gefallen ist. Dennoch gehört es wohl dazu, nicht ganz trocken aus dem Boot zu steigen, vor allem bei einem Spiel mit schwimmenden Plastikbällen gegen Ende ging die Prämisse kein Wasser ins Boot zu spritzen unter.
Ein Tag auf dem Wasser macht hungrig und so wurde auch an diesem Abend beim Essen gut zugelangt. Das Wetter lud zu einem Spaziergang am See oder zum Sternegucken vom Steg aus ein, bevor sich nochmal alle im Gemeinschaftshaus zusammenfanden, um den Abend ausklingen zu lassen.
Nachdem wir sonntagmorgens gemütlich die Reste des Vortages frühstückten, machten wir uns daran, uns für die Rückreise bereit zu machen. Wir packten unsere Sachen zusammen und räumten die zwei Häuser und natürlich auch die Küche auf. Wie immer teilten wir uns in Tec-Teams auf, um möglichst schnell fertig zu werden. Nachdem wir fertig mit dem Packen, Klären und Putzen waren, luden wir den Bus und Max seine Conny (ja, sein Auto hat einen Namen).
Dann machten wir uns auf den Weg, aber noch nicht nach Hause, sondern ein kleines Stücken weiter zu einer Waldlichtung mit einem älteren Wohnwagen, in dem Material für das Bogenschießen war. Wir bauten die Scheiben auf und Max erklärte, wie man Bögen spannt und wie man mit ihnen umgeht. Zuerst sollten wir versuchen, alle Pfeile nah beieinander auf die Scheibe zu schießen. Im Laufe des Vormittags wurden die Spiegel (Punktescheiben) angebracht, um die Schwierigkeit zu erhöhen. Für alle, die bis zum Ende Kraft hatten, gab es ein kleines Wettschießen auf Luftballons, die auf den Scheiben angebracht waren. Alle hatten enormen Spaß. Nach dem alle genug geschossen und wir aufgeräumt hatten, machten wir uns auf die Heimreise. Erst nach Offenbach und schließlich nach Mannheim. Es war ein Wochenende, das man nie mehr vergisst und immer wieder machen möchte.

 
Berlin-Ausflug mit Jugendlichen
 
Vor kurzem haben Jugendliche, die an der diesjährigen Jugendfeier des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland teilgenommen haben, einen Tagesausflug nach Berlin unternommen. Im Mittelpunkt stand der Besuch des Zeiss-Großplanetariums in Berlin-Prenzlauer Berg, wo wir das Programm „Die Magie der Schwerkraft“ erlebten. Schwierige astronomische und astrophysikalische Sachverhalte wurden verständlich und anschaulich dargebracht. Es war ein besonderer und unvergesslicher Besuch.
 
Danach haben wir uns den Alexanderplatz in Berlin-Mitte mit den verschiedenen Sehenswürdigkeiten angeschaut. Zum Ausklang des Tages sind wir gemeinsam ins Kino gegangen.
 
Dr. Volker Mueller

Geschichts-Workshop und Exkursion:
„Jugend unter Hitler“
In den Osterferien hat der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. in Falkensee für interessierte junge Leute einen zweitägigen Geschichtsworkshop zum Thema „Jugend unter Hitler“ erfolgreich durchgeführt.
Fragen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts insbesondere vor und während des 2. Weltkrieges wurden in offener Weise am ersten Tag diskutiert. Mit verschiedenen Materialien und Filmen konnte das historische Wissen vertieft werden. Im Vordergrund standen der besondere Platz der Jugend in der Hitler-Diktatur, die psychologische Beeinflussung junger Menschen zwischen 1933 und 1945, die Geschichte des deutschen Faschismus und seiner Verbrechen sowie aktuelle Tendenzen des Nationalsozialismus. Herausgearbeitet werden konnten Vorurteile, Fake-Informationen und menschenverachtende Herangehensweisen, aber auch rassistische und fremdenfeindliche Grundtendenzen in Vergangenheit und Gegenwart.
Die Exkursion am zweiten Tag führte nach Berlin-Mitte zu wichtigen Erinnerungsstätten und geschichtsträchtigen Orten. Mit eigener Führung wurden die Ausstellung „Topographie des Terrors“ und die Ausstellung zum Holocaust-Mahnmal besucht. Am Mahnmal wurde der fast 6 Millionen ermordeten europäischen Juden gedacht.
Dr. Volker Mueller

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