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Berichte
Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz geht mit digitalem Neujahrsempfang neue Wege
Über viele Jahrzehnte hinweg war der Neujahrsempfang an einem Samstag Anfang Januar ein Höhepunkt in den Jahresveranstaltungen der Landesgemeinde.
Im Johannes-Ronge-Haus treffen sich unsere Mitglieder, die Vertreter*innen anderer Gemeinden wie auch die vielzähligen Kooperationspartner aus der Ludwigshafener Stadtgesellschaft zu einem kurzweiligen Jahresauftakt. Mit Ansprachen von Präsident und Landessprecherin sowie Grußworten der Oberbürgermeisterin und weiteren Menschen aus der Politik und umrahmt von jungen Musizierenden der Städtischen Musikschule, wird gemeinsam auf das Neue Jahr angestoßen. Der persönliche Austausch an dem von Gemeindemitgliedern und Freunden organisierten Buffet bietet die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, alte Verbindungen neu zu beleben und die Gemeinschaft zu stärken.
Unter Pandemiebedingungen jedoch ist ein Zusammenkommen wie hier beschrieben undenkbar.
Um dennoch ein Stück Normalität aufrechtzuerhalten, haben wir den Neujahrsempfang der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz in den digitalen Raum verlegt. Der offizielle Teil ist seit 9. Januar auf dem Youtubekanal der Landesgemeinde abrufbar und beinhaltet die bekannten Elemente Musik, Ansprachen von Präsident und Landessprecherin sowie Grußworte von Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) und Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU).
Präsident Siegward Dittmann gab einen Rückblick auf die prägenden Ereignisse des freireligiösen und des Welt-Geschehens im vergangenen Jahr und dankte denjenigen, die daran mitgearbeitet haben, das, was an Gemeindeleben möglich war, zu realisieren. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Infektionsgeschehen in der Jahresmitte wieder mehr räumliche Nähe und somit wieder ein Zustandekommen unserer Angebote zulassen wird. Für die im Frühjahr geplante Landesversammlung kündigte er an, sich als Präsident der Landesgemeinde in den Ruhestand zurückzuziehen und gab seiner Zuversicht für einen gelingenden Generationenwechsel Ausdruck.
Landessprecherin Marlene Siegel entwickelte in ihrer Rede Ideen und Gedanken inspiriert durch einen Ausspruch des britischen Philosophen, Mathematiker und Religionskritikers Bertrand Russell, der lautet: „Die Frage heute ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr eigenes Überleben einzuwilligen.“ Im historischen wie auch im diesseitigen Kontext gab sie Denkanstöße verbunden mit der Fragestellung, was Menschen freireligiöser Weltanschauung zu Hoffnung inspiriert. Sie schloss mit dem Fazit, dass „in das eigene Überleben im Sinne Russells einzuwilligen bedeute, beim eigenen Handeln zu beginnen und durch das eigene Vorbild die Bejahung der Zukunft in die Welt hineinzutragen“.
Verbunden zu bleiben auch ohne räumliche Nähe war Schwerpunkt des anschließenden Teiles: Zum gemeinsamen Austausch an den Bildschirmen luden wir ab 15 Uhr zu einer Videokonferenz ein und haben miteinander virtuell auf das neue Jahr angestoßen. Wer wollte, verpflegte sich am Bildschirm.
Durch die im ersten Corona-Jahr gemachten Erfahrungen in Sachen Aufnahmetechnik und Live-Schalte konnten wir die technische Umsetzung dank ehrenamtlicher Hilfe noch einmal verbessern und bekamen viel Lob für diese Veranstaltung.
Auch in Zukunft wollen wir Pfälzer Freireligiösen digital verbunden bleiben. Wir treffen uns so lange virtuell, bis ein physisches Treffen wieder möglich ist. Zum nächsten Treffen laden wir am Sonntag, den 28. Februar ab 10.30 Uhr in Form eines virtuellen Frühstücks ein.
Marlene Siegel


Freireligiöse Landesgemeinde Baden trauert um Vorsitzenden Roland Weiß
An die
Freundinnen und Freunde der
Freireligiösen Landesgemeinde Baden

30. Dezember 2020
Liebe Freundinnen und Freunde,
schweren Herzens müssen wir Ihnen / Euch mitteilen, dass unser Vorsitzender der Freireligiösen Landesgemeinde Baden, Roland Weiß, verstorben ist.
Seit 2017 war Roland Weiß Vorsitzender der Freireligiösen Landesgemeinde Baden.
Wir verlieren mit Roland Weiß einen engagierten, fordernden und sozialen Vorsitzenden, der sich mit viel Eifer und Energie für die Belange der Freireligiösen eingesetzt hat, jederzeit ansprechbar war und stets ihren Fortbestand und ihre Zukunft im Blick hatte.
Roland Weiß war seit 2012 zunächst stellvertretender Vorsitzender des Freireligiösen Wohlfahrtsverbands Baden e.V. und seit 2014 dessen Vorsitzender. In dieser ehrenamtlichen Position hat er den Verband und sein Aufgabenfeld stark erweitert:
Über die Verwaltung und den Betrieb des Karl-Weiß-Heims, dessen Neubau Teil unseres großen Projekts „Forum Franklin“ derzeit im Bau ist, hat er mit dem Projekt Schulkindbetreuung, derzeit an 10 Standorten im Stadtgebiet, bis hin zum Karl-Weiß-Mobil, einem mobilen Betreuungsdienst, neue Akzente gesetzt. Für die Freireligiöse Gemeinde Mannheim hat er Zukunftskonzeptionen für Jugendarbeit und nicht zuletzt das große Bauprojekt auf Franklin, unser „Forum Franklin“, auf den Weg gebracht, dessen Fertigstellung er nun leider nicht mehr miterleben kann.
Sein und unser Motto: „Frei sei der Geist, ohne Zwang der Glaube“ war ihm ein wichtiges Anliegen.
Wir verlieren einen Ideengeber, einen Motivator und Organisator voller Energie und Weitblick – aber zu allererst haben wir einen Freund verloren.
Sein Tod hinterlässt eine große Lücke in unseren Reihen.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, der wir viel Kraft für die kommende Zeit wünschen.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Schöttle (Stv. Vorsitzende)
Ute Kränzlein (Landespredigerin i.R.)
Thomas Lasi (Landesprediger)
Daniela Hackmann (Landessekretärin)

Ausreiseverbot für den Ehrenvorsitzenden der Alevitischen Union Europa, Herrn Turgut Öker, muss aufgehoben werden
Der Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD) hat einen Brief an Außenminister Heiko Maas geschickt, mit der Bitte, sich für die Aufhebung des Ausreiseverbots für Herrn Turgut Öker einzusetzen. Gleichzeitig hat der Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands eine Pressemitteilung herausgegeben, und zwar in Zusammenarbeit mit der Freireligiösen Landesgemeinde Baden, der Frei-religiösen Gemeinde Offenbach, der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz, der Alevitischen Gemeinde Deutschlands, der Alevitischen Gemeinde und Kulturzentrum Mannheim, der Alevi-Bektaschi Gemeinde Marl und dem Alevitischen Kulturzentrum Frankfurt/Main, mit folgendem Wortlaut:

Mit Unverständnis haben wir der Presse entnommen, dass ein türkischer Anwalt der Deutschen Botschaft in Ankara verhaftet worden ist. Wir unterstützen den Protest unseres Außenministers Heiko Maas bei der türki-schen Regierung und seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu und fordern die sofortige Freilassung des RA Yilmaz S. .
Wir fordern aber auch, über alle kulturellen und religiösen Grenzen hinweg, die sofortige Aufhebung des Ausreiseverbotes für den Ehrenvorsitzenden der Alevitischen Union Europa, Herrn Turgut Öker. Diese vorzeitig ausgesprochene Entscheidung bedeutet einen massiven Eingriff in die Freiheits- und Menschenrechte, zumal niemand weiß, wie viele Monate oder eher Jahre das Verfahren dauern wird. Diese Entscheidung verstößt gleich mehrfach gegen die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Art. 3, Art.12 und Art. 13/2)“.
Herrn Turgut Öker, welcher die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, reiste zu seiner Verhandlung eigens aus Deutschland in die Türkei. Nach seiner Vernehmung vor dem Gericht in Istanbul/Kartal wurde gegen ihn ein Ausreiseverbot verhängt, er darf die Türkei nicht mehr verlassen. Bisher ist Herr Turgut Öker allen gerichtlichen Ladungen gefolgt.
Wir fordern die türkische Regierung auf, die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ einzuhalten und das Ausreiseverbot gegen Herr Turgut Öker sofort aufzuheben.
Siegward Dittmann
Präsident des BFGD

Absender dieser Pressemitteilung sind folgende Verbände:
Freireligiöse Landesgemeinde Baden K.d.ö.R., T 6, 26 68161 Mannheim
Frei-religiöse Gemeinde Offenbach K.d.ö.R., Schillerplatz 1, 63067 Offenbach
Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz K.d.ö.R., Wörthstr. 6a, 67059 Ludwigshafen
Alevitische Gemeinde Deutschlands, Stolberger Straße 317, 50933 Köln
Alevitische Gemeinde und Kulturzentrum, Innstr. 24, 68198 Mannheim
Alevi-Bektaschi Gemeinde Marl e. V., Bachackerweg 90, 45772 Marl
Alevitisches Kulturzentrum Frankfurt e. V., An der Steinmühle 16, 65934 Frankfurt am Main

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