DFW

Dachverband Freier
Weltanschauungsgemeinschaften
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Herzlich willkommen auf unserer Homepage!

Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch. Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) ist ein Zusammenschluss von Verbänden und Gemeinschaften in Deutschland, die für die Verwirklichung der in Artikel 4 des Grundgesetzes garantierten Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses eintreten. Er setzt sich dafür ein, dass niemand wegen seiner Herkunft, seiner Lebensauffassung und seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt wird. Der DFW steht als Vertreter freigeistiger, kirchenfreier Menschen ein für Humanismus, Toleranz und Menschenrechte, für ein friedliches Zusammenleben der  Menschen unabhängig von ihren religiösen, weltanschaulichen und politischen Anschauungen und für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung – schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an: info@dfw-dachverband.de.
Ihr Präsidium des
Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften

Der neue pfw 2/2019 ist da!

  • Rainer Rosenzweig ist neuer KORSO-Vorsitzender
  • Vielfalt – Würze des Lebens? 07.–10. Juni 2019: Willkommen zum Europäischen Unitariertag in Berlin (www.eut-2019.org)
  • Sterben und Sterbebegleitung 05.–07. April 2019 in Osnabrück – Seminar-Bericht der Frauen-Arbeitsgemeinschaft im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands
  • Für ein humanistisches Europa: EHF-Kampagne zur Europawahl 2019
  • 30. Mai – 2. Juni 2019: Ist "Europa" noch zu retten? Europa in Gegenwart und Zukunft – Tagung der Freien Akademie
  • Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens e.V. trauert um Co-Präsidentin
  • Eine neue Ära für den Humanismus in Hessen: Timo Saueressig neuer Präsident der HuGH
  • Nachruf für Hartmut Heyder
  • Wir trauern um Helmut Steuerwald
  • Klimaschutz – Natur verstehen, achten, lieben – 04.–06.Oktober 2019 Gemeinsames Seminar von DFW und Jugendbildungsstätte Klingberg
  • Buchvorstellung – Werner Haas: Lisa, Gott und der Außerirdische

Unitarier Religionsgemeinschaft freien Glaubens e.V. trauert um Helmut Kramer
Liebe Unitarierinnen und Unitarier,
heute habe ich die traurige Pflicht, Euch und Sie darüber zu  informieren, dass Prof. Dr.-Ing. Helmut Kramer am vergangenen Sonntag während seines Urlaubs in Südspanien bei einem Badeunfall ertrunken ist. Seine Frau Christa und seine ganze Familie stehen natürlich unter großem Schock. Ihnen allen gehört unser tiefes Mitgefühl. Wir hoffen, dass wir Ihnen als Gemeinschaft in dieser schrecklichen Zeit beistehen können.
Mit Helmut verlieren auch wir Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens eine herausragende Persönlichkeit. Helmut hat sich über Jahrzehnte größte Verdienste um unsere Religionsgemeinschaft erworben. Die Liste seiner unitarischen Tätigkeiten ist lang, hier nur ein kurzer Ausschnitt.
Über viele Jahre hinweg leitete er die Landesgemeinde Hamburg. In dieser Zeit und darüber hinaus hat Helmut die Jugendleite in Hamburg mit riesigem Erfolg geleitet und durchgeführt.
(Foto: Evelin Frerk)
Viele der heute aktiven Unitarier*innen sind eng mit Helmut verbunden, haben ihren Weg zu uns Unitariern durch Helmut gefunden. Er war für viele ein Lebensbegleiter: Jugendleite, Eheleite und Lebensleiten der Kinder, Freund, Ratgeber, Mentor.
Helmut hat uns immer wieder neue Denkanstöße zur Weiterentwicklung der unitarischen Religion, deren demokratischer Fundierung und der religiösen Eigenständigkeit gegeben. Bei zahlreichen Unitariertagen war er der wesentliche Impulsgeber. Ich habe Heinz Ludwig und Hans-Dieter  Kahl im Ohr, die mehrfach nach Vorträgen von Helmut sagten, dies sei einer der wichtigsten Beiträge der letzten Jahre und Jahrzehnte gewesen.
Auch nach Außen hat Helmut für uns gewirkt und sich dabei durch seine Integrität, Konsequenz und Menschlichkeit hohes Ansehen und Vertrauen erarbeitet - und so auch uns Unitariern zu Ansehen verholfen. Im KORSO und im Säkularen Forum Hamburg hat er die Stimme der Unitarier erhoben - und wurde gehört, sogar bis in die politischen Spitzen.
Helmut war ohne Zweifel eine der prägendsten Personen unserer Religionsgemeinschaft. Wir wären nicht das, was wir heute sind, ohne den  Einsatz und die Person von Helmut Kramer.
Lieber Helmut, Du wirst uns sehr fehlen. Deine Weitsicht, Deine Klugheit und Dein menschlicher Einsatz für uns alle waren für viele ein großes Vorbild. Danke!

In tiefer Betroffenheit und Trauer,
Prof. Dr. Karsten Urban
Im Namen von Präsidium und Vorstand

Unitarier Religionsgemeinschaft freien Glaubens e.V. trauert um Co-Präsidentin
Liebe Freundinnen und Freunde im DFW,
in tiefer Trauer habe ich die traurige Pflicht, Euch darüber zu  informieren, dass unsere Co-Präsidentin Freya Bednarski-Stelling am 18.04.2019 nach langer Krankheit gestorben ist.
Für Freya endete ein langer Leidensweg, auf dem sie aufopferungsvoll gegen ihre Krankheit gekämpft hat. Sie wurde dabei liebevoll von ihrer Familie begleitet. Ihnen, Freyas Mann Rasmus, ihren Kindern Alke, Swaantje und Hauke mit Partner*innen und Enkeln gilt unser tiefes Mitgefühl und unsere Unterstützung.
Unsere Religionsgemeinschaft hat Freya sehr viel zu verdanken.
Nicht nur  in ihrer Zeit im Präsidium hat sie viel für uns getan. Über viele Jahre  war Freya in der Redaktion der unitarischen blätter aktiv. Sie war seit Jahren die Übersetzerin der ICUU-Lichtsprüche. Freya war immer ganz besonders die religiöse Tiefe wichtig. Sie war immer eine Stimme der Besonnenheit, die uns nun sehr fehlen wird.

Mit traurigen Grüßen,
Professor Dr. Karsten Urban
Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens
Präsidium

(Foto: Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens)
Freie Akademie e.V.
Ankündigung der Tagung 2019
Die Freie Akademie lädt herzlich zu ihrer wissenschaftlichen Tagung zum Thema
Ist „Europa“ noch zu retten?
Europa in Gegenwart und Zukunft
vom 30. Mai bis 2. Juni 2019, in der Frankenakademie Schloss Schney ein.
Steht die Europäische Union noch für Frieden, Demokratie, Freiheit und Wohlstand? Vor der Europawahl im Mai 2019 tritt die EU in der allgemeinen Wahrnehmung fast nur im Krisenmodus auf. Dafür genügt es, die Schlagwörter „Brexit“, „Eurokrise“ und „Flüchtlingskrise“ in die Debatte zu werfen. Zentrifugale Kräfte wirken allerorten. Den europafreundlichen „Volksparteien“ kommen die Wähler abhanden. Als neue Unterart des Homo politicus tritt aggressiv der „Wutbürger“ auf. Offensichtlich lässt sich die europäische Einigung nicht qua EU-Gesetzgebung herstellen. Die ungarische Regierung greift die Unabhängigkeit der Justiz und die Pressefreiheit an, während die polnische Regierung eine „Re-Christianisierung“ Europas als spezifische europäische Lösung des Migrationsproblems fordert. Zum Beispiel sowohl in Budapest als auch in Warschau bezweifeln die herrschenden Eliten öffentlichkeitswirksam, dass Brüssel legitimiert ist, ihre Politik zu kritisieren. ...weiterlesen...


Rainer Rosenzweig ist neuer KORSO-Vorsitzender
Ende März kamen in Kassel Delegierte aus säkularen Organisationen zur Ratsversammlung des Koordinierungsrats säkularer Organisationen (KORSO) zusammen. Vertreterinnen und Vertreter von gbs (Giordano-Bruno-Stiftung), HVD (Humanistischer Verband Deutschlands), IBKA (Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten), bfg (Bund für Geistesfreiheit) Bayern, DFV (Deutscher Freidenker-Verband), DFW (Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften) und StG (Stiftung Geistesfreiheit Hamburg) und JwD (Jugendweihe Deutschland) wählten dabei u.a. den neuen Vorstand des KORSO. Außerdem verabschiedete die Versammlung eine Resolution zum Verhältnis des Staates zu den Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, im Besonderen zum aktuellen Thema der historischen Staatsleistungen. Die Resolution ist hier verfügbar:
Alter und neuer Präsident: Helmut Fink (links) und Rainer Rosenzweig
Der Ratsversammlung voraus ging eine Vorstandssitzung, ein letztes Mal unter dem Vorsitz von Helmut Fink, KORSO-Vorsitzender seit 2012, der für eine erneute Wahl nicht mehr zur Verfügung stand. Zwischen Vorstandssitzung und Ratsversammlung hielt Helmut Fink bei einem kleinen Empfang Rückschau auf über sechs Jahre als Vorstandsvorsitzender. Die besondere Leistung des KORSO war dabei bisher die nicht zu unterschätzende Leistung, ganz unterschiedliche säkulare Verbände unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen und ihnen ein Forum zu bieten, „das eine Brücke baut zwischen verschiedenen Organisationen“. Damit schuf der KORSO eine Basis für künftge Aktivitäten. Auch die bisherigen Beisitzer Rudolf Ladwig (IBKA) und Erwin Schmid (bfg Bayern) im KORSO-Vorstand traten nicht mehr an.
Neuer Vorsitzender ist Dr. Rainer Rosenzweig (gbs), stellvertretender Vorsitzender Dr. Alexander Bischkopf (HVD), Schatzmeister Michael Wladarsch (bfg Bayern). Die bisherige Schatzmeisterin Swaantje Schlittgen (DFW) wurde als Beisitzerin gewählt. In seiner bisherigen Funktion als Beisitzer wurde Ralf Lux (DFV) wiedergewählt. Neu als Beisitzer wurden gewählt: Petra Bruns (IBKA) und Wolf Merk (StG). Hier ist der aktuelle KORSO-Vorstand aufgelistet:
Dr. Rainer Rosenzweig dankte nach seiner Wahl dem scheidenden Vorsitzenden Helmut Fink für dessen herausragende Aufbauarbeit bei der Ingangsetzung des KORSO und der Schaffung wertvoller Grundlagen für die künftige Arbeitsfähigkeit des KORSO.

Bekenntnisfreie Kleidung von Richterinnen und Richtern in Bayern
Der  Bayrische Verfassungsgerichtshof hat in einer Entscheidung vom  14.03.2019 klargestellt, dass Richterinnen und Richter in ihrem äußeren  Auftreten zu einer weltanschaulich neutralen Kleidung verpflichtet sind  und die gesetzliche Regelung in  Art. 11 Abs. 2 BayRiStAG nicht  verfassungswidrig ist.

Für ein humanistisches Europa - EHF Kampagne zur Europawahl 2019
Zu der vom 23. bis 26. Mai 2019 stattfindenden Europawahl hat die EHF (European Humanist Federation (https://humanistfederation.eu) eine Kampagne gestartet und ein Wahlmanifest veröffentlicht. Die Europäische Union verkörpert mit ihren Werten und Prinzipien grundlegende humanistische Werte, die es weiter zu stärken und umzusetzen gilt. Wenn man auf die Entwicklung der vergangenen Monate schaut, fühlen sich manche Mitgliedsstaaten diesen Werten mehr oder weniger verpflichtet. Da die Zusammensetzung des künftigen europäischen Parlament den entscheidenden Einfluss auf die Wahl des zukünftigen EU-Kommissionspräsidenten und das Gesicht Europas haben wird, sind die Überzeugungen und Zugehörigkeiten der neu zu wählenden Abgeordneten von entscheidender Bedeutung. Die EHF will mit dem Manifest und ihrer Kampagne zur Europawahl den Mitgliedsorganisationen eine Grundlage geben, um in ihren jeweiligen Heimatländern Wahlprüfsteine / Fragenkataloge an Parteien und Kandidaten zu richten und deren Haltungen zu den abgefragten Positionen zu ermitteln. Europa soll auch zukünftig auf Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Menschenwürde beruhen, wozu die EHF mit dieser Kampagne beitragen möchte. https://humanistfederation.eu/campaign/manifesto-for-a-humanist-europe-campaign-for-the-2019-eu-elections/
Swaantje Schlittgen

Vielfalt – Würze des Lebens?
Variety – Spice of Life?
7.–10. Juni 2019 – Willkommen zum
Europäischen Unitariertag in Berlin
Die Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens e.V.(URfG) freuen sich sehr, gemeinsam mit den Freunden der European Unitarian Universalists (EUU) zum 2. Europäischen Unitariertag (EUT) einladen zu können. Berlin bietet für die unitarisch-freireligiöse Bewegung viele Anknüpfungspunkte.
Beim IARF-Kongress 1910 traf Rudolf Walbaum erstmals auf britische und amerikanische Unitarier. Die großen Gemeinsamkeiten, die Walbaum feststellte, führten dazu, dass er in der Folge „deutsch-unitarische blätter“ als Untertitel seiner Zeitschrift verwendete.
Die Freigeistige Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845 - Freireligiöse Gemeinde steht in der Nachfolge der 1845 in Berlin Prenzlauer Berg gegründeten christ-katholischen, später deutsch-katholischen Gemeinde. Sie wurde durch die freiheitlich-demokratische Grundhaltung ihrer Mitglieder zu einem wichtigen Träger der Revolution von 1848/49.
Die Unitarische Kirche in Berlin wurde 1948 gegründet.
Dem Landesverband Berlin-Brandenburg des Humanistischen Verbands Deutschlands wurden bei einem Festakt im Januar 2018 die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen.
Berlin ist also ein guter Ausgangspunkt für alle Unitarier, Universalisten, UUs, Freireligiöse und Humanisten in Europa. Anmeldung unter www.eut-2019.org
Swaantje Schlittgen

Save the date!
Klimaschutz – Natur verstehen, achten, lieben
4. bis 6.Oktober 2019
gemeinsames Seminar von DFW und JBK Jugendbildungsstätte Klingberg
In der Geschichte der freireligiösen, freigeistigen, unitarischen und humanistischen Bewegung vollzog sich sehr früh eine Abkehr vom biblischen Bild der Natur - Welchen Einfluss können wir auf das Bild der Natur, das bis heute das politische Handeln bestimmt, nehmen?
Diese und weiteren Fragen vertiefen unter der erfahrenen Seminarleitung Renate Bauer und Horst Prem Beiträge versierte Referenten vom BUND Schleswig-Holstein, Walter Ötsch (angefragt), Dr. Volker Mueller, Prof. Dr. Luise Urban, Peter Jäckel und weitere.

Rezension:
Kant wirkt bis heute mit Realitätssinn
Kohnen/Michelsen/Mueller (Hg.):   Kant und Konsorten
336 S. | ISBN: 978-3-943624-26-7 | 19,90 €
Ein lesenswertes Buch aus dem Angelika Lenz Verlag, mit einem reißerischen Titel. Insbesondere die Beiträge von Volker Mueller beziehen sich auf Originalzitate von Kant, die seine Kosmologie und die daraus folgende Ethik beschreiben. „Der Anblick einer zahllosen Weltenmenge vernichtet ... meine Wichtigkeit ...“
Die Menschenrechte formulierte zwar Paine zur selben Zeit, aber sie scheinen auf bei Kant als Morgenröte am Horizont, wie Volker Mueller schreibt. Wertvoll sind die vielen Originalzitate, wenn er beispielsweise den Satz zitiert, „daß die ursprüngliche Gangart des Menschen die vierfüßige gewesen ist, daß die zweifüßige sich erst entwickelt und daß der Mensch erst allmählich sein Haupt über seine Kameraden, die Tiere, so stolz erhoben hat“ und damit Darwin vorwegnimmt.
Oder seine Schrift von 1795 „Zum ewigen Frieden“, in der sich Kant Gedanken macht, wie die begrenzte Oberfläche der Erde friedlich aufgeteilt werden kann.
Seine Verbote lesen sich wie die Statuten des Internationalen Strafgerichtshofes (ICC) in Den Haag, der 2002 seine Arbeit aufnahm.
Verboten sind:
1.der nur bedingte Friedensschluss;
2.die Zerstörung der Souveränität eines Staates;
3.die konkurrierende militärische Hochrüstung;
4.die Verschuldung von Staaten zugunsten des Überreichwerdens anderer Staaten;
5.die gewaltsame Intervention;
6.die Kriegsführung, die einen Frieden im Vorhinein ausschließt.
Er fordert für eine weltbürgerliche Gesinnung die Einschränkung des Hospitalitätsrechtes auf ein bloßes Besuchsrecht und das strikte Verbot des Kolonialismus: „Das Weltbürgerrecht soll auf Bedingungen der allgemeinenHospitalität eingeschränkt werden.“ Notwendige staatsrechtliche Voraussetzung für den Frieden ist die republikanische Verfassung mit der Gewaltenteilung. Mit diesen Ausführungen weist Kant vorausschauend der heutigen UNO und den Einzelstaaten realistische Aufgaben zu. Um allerdings funktionsfähig zu bleiben, ist der heutige Zustand unhaltbar, der die Anerkennung des Rome-Statute of the International Criminal Court (ICC) auf die EU-Mitgliedsstaaten Frankreich und Great Britain beschränkt.
Kant wirkt bis heute mit Realitätssinn. Es gilt aber, unerledigte und in der Aufklärung bereits formulierte Aufgaben heute einer Lösung näherzubringen. Um an dieser Stelle weiterzukommen, bedarf es nicht der Erfindung neuer Institutionen, sondern der Fähigkeit zum Kompromiss, wie Stephan Konen im Abschnitt „Aufklärung und der Zirkel des Lichts“ ausführt.
Solange wir aber in unserer Kulturpolitik das Fähnchen der nicht kompromissbereiten abrahamitischen Religionen aufrechterhalten, wird es keinen Frieden in der Welt im Sinne Kants geben.
Die Autoren wollen sicherlich darauf verweisen, diese existierenden geistigen Hürden in unserer Politik zu überspringen, denn sie hindern uns auch daran, neue, politische Integrationsziele innerhalb der EU zu setzen. Genau da setzt der Beitrag von Christian Michelsen ein, der Schopenhauers pessimistischen Ansatz „Geschichte als Wiederkehr des Immergleichen“ dem Optimismus mit „Kants Theorie der Vernunftoptimierung in der Weltgeschichte“ gegenüberstellt. Vielleicht zwingt uns der Klimaschutz, auch die Schopenhauer-Pessimisten von Kants Fortschrittsdenken zu überzeugen.
Ein sehr lesenswertes Buch mit Realismus in der Aussage für Weltbürgerlichkeit, ohne die souveränen Staatenzu vergessen.
Erhältlich im Buchhandel oder direkt im Shop bei www.lenz-verlag.de
Horst Prem

Wertebildende Schulfächer –
Referat anlässlich der Klausurtagung des Koordinierungsrates säkularer Organisationen am 17.11.2018
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. ist Mitglied im Koordinierungsrat säkularer Organisationen, KORSO e.V.   Im Rahmen  eines Impulsreferates stellte Dr. Volker Mueller im Namen des Dachverbandes freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. die seit langem vertretenen und von ihm für die Klausurtagung des KORSO e.V. am 17.11.2018 zusammengefassten Thesen zum Erfordernis und zur Einrichtung wertebildender Schulfächer vor.
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften sieht weiterhin Handlungsbedarf in den meisten Bundesländern, einen integrativen, fächerübergreifenden Werteunterricht einzuführen.
1.  Wertebildende Unterrichtsfächer in staatlichen Schulen wirken werteorientierend und aufklärend. Sie können freiheitliches und demokratisches Miteinander fördern und vermitteln Allgemeinwissen zu Menschenwürde und Menschenrechten. Im Vordergrund der ethischen Bildungsbemühungen steht die Förderung und Entwicklung einer selbstbestimmten und mündigen Persönlichkeit. Dabei sind Grundlagen für eine werteorientierte Lebensgestaltung sowie Wissen über philosophische Traditionen und Grundsätze ethischer Urteilsbildung sowie über Religionen und Weltanschauungen zu vermitteln.
2. Die anzustrebende Entkonfessionalisierung der staatlichen Schule wirkt für die weltanschauliche Neutralität des Staates in Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Keine einzelne Religion oder Weltanschauung soll in der Schule die Wertbindung determinieren oder eine alleinige Wahrheit bestimmen. ...weiterlesen...
 

DFW-Erklärung zum 9. November 2018:
Für eine menschliche Zukunft!
Vor achtzig Jahren trat das nationalsozialistische Regime in Deutschland in der sogenannten „Reichskristallnacht“ die intensive Phase der Verfolgung von Mitbürgern jüdischen Glaubens los. Historiker sind sich einig, dass die Zerstörungen und Verfolgungen in dieser Nacht nicht nur von den Schergen des Regimes selbst ausgeführt wurden, sondern bei vielen zivilen Bürgern des Landes Zustimmung fanden und unterstützt wurden.
Antisemitismus, Rassismus und Herabwürdigung von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen, Herkunft, Geschlecht und Lebensform sind leider auch heute wieder Teil des gesellschaftlichen Lebens geworden. Abgrenzung gegen andere findet Zustimmung, Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens werden wieder zu Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme gemacht. Einzelfälle werden verallgemeinert, wenn sie nur die Ablehnung von Menschen fördern, an die Opfer wird nicht gedacht. Oder wird für jede Frau, die von ihrem Partner getötet wird, ein Trauermarsch gemacht?
Vom DFW aus beobachten wir diese Entwicklung zu offenem Ausdruck von Hass und Menschenfeindlichkeit mit großer Sorge. Unsere Mitgliedsorganisationen treten ein für ein achtungsvolles, gleichberechtigtes Miteinander in einem säkularen Staat, in dem alle Religionen und Weltanschauungen die gleichen Rechte haben, und die Bürger- und Menschenrechte Basis allen staatlichen und gesellschaftlichen Handelns sind.
Wir arbeiten auf internationalem Gebiet mit Menschen aus aller Welt zusammen und setzen uns für Menschenrechte weltweit ein.
Wir werden – wie es der DFW von Anfang an in seinem Einsatz gegen Rassismus und Antisemitismus getan hat – weiter eintreten für gegenseitige Achtung und Toleranz, wir wollen die Offenheit für Menschen anderer Kulturen und Anschauungen fördern. Wir rufen auf zum kritischen und achtungsvollen Diskurs mit allen demokratischen Organisationen. Wir rufen unsere Mitglieder auf, sich aktiv einzusetzen für Freiheit und gleiche Rechte aller, für ein friedliches Miteinander. Die Erinnerung an die Reichskristallnacht soll uns stärken, dass wir für eine menschliche Zukunft arbeiten. Wir wollen lieber miteinander reden, diskutieren, lachen, einander trösten, statt uns abzuwenden und vor Angst und Hass zu kapitulieren.
Nicht einfach gaffen und sich verkriechen, stattdessen gegen Hass sprechen, ansingen, handeln!
Renate Bauer
DFW-Präsidentin
Integrieren statt separieren – ein Seminar der Jugend- und Bildungsstätte Klingberg
Konzept für einen Ethikunterricht an öffentlichen Schulen  in staatlicher Verantwortung für alle Jahrgangsstufen.
Präambel: Absolutheitsansprüche im Unterricht historisch gewachsener Religionen nach Art.7. (3) GG gefährden die gesellschaftspolitischen Gegebenheiten und Aufgaben einer auf Pluralität und religiös/weltanschaulicher Neutralität gegründeten freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Ziel des Ethikunterrichtes muss es sein:
Schüler und Schülerinnen mit den ethischen Grundlagen und Prinzipien der Grundrechte  der deutschen Verfassung, wie sie insbesonders in Art.1(2) GG festgeschrieben sind, vertraut zu machen, um ein friedliches von gegenseitigem Verständnis getragenes Zusammenleben  einzuüben, und einer späteren Hinwendung zum Extremismus vorzubeugen.

Dazu sind folgende Bedingungen zu erfüllen:
-   Der Unterricht soll im Klassenverband gemeinsam für alle Schüler und Schülerinnen unabhängig von ihrer kulturellen und religiös / weltanschaulichen Herkunft erteilt werden.
-   Religionen und Weltanschauungen müssen religiös und weltanschaulich neutral behandelt werden.
- Deshalb ist dieses Fach an öffentlichen Schulen ordentliches Pflichtfach wie alle anderen Unterrichtsfächer in staatlicher Verantwortung.
- Lehrkräfte für das Fach Ethik werden nach wissenschaftlichen und pädagogischen Gesichtspunkten religiös und weltanschaulich neutral ausgebildet.

Schlussbemerkung:
Unabhängig von der Einführung eines Ethikunterrichtes soll der konfessionelle Religionsunterricht nach Art.7(3) GG zur freien Wahl weiter bestehen.
Nach dem Urteil des BVerfG von 1987 ist der Religionsunterricht nach Art.7(3) GG
„... keine überkonfessionelle vergleichende Betrachtung religiöser Lehren, keine Morallehre, Sittenlehre, historische Religionskunde, Religions- oder Bibelgeschichte. Sein Gegenstand ist vielmehr der Bekenntnisinhalt, nämlich die Glaubenssätze der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Diese als bestehende Wahrheit zu vermitteln, ist seine Aufgabe.“
Es ist daher zu bezweifeln, ob das Konzept für einen Ethikunterricht von dem bestehenden "Religionsunterricht für alle" in Hamburg - in Verantwortung der Nordelbischen Kirche - erfüllt werden kann.
Horst Prem,  2. November 2018
Bundestagsbeschluss über den Schutz der Religionsfreiheit zügig umsetzen
Der Bundestag hat in seiner Sitzung am 19. Oktober mit großer Mehrheit den Antrag „Menschenrecht auf Religionsfreiheit weltweit stärken“ beschlossen.
Zum Verlauf der Debatte erklärt Siegward Dittmann, Präsident der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz: „Wer aus dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit einen alleinigen Anspruch auf die Sonderstellung einer einzigen Weltreligion ableitet und die Sanktionierung von Staaten fordert, in denen Mitglieder dieser Religion diskriminiert werden, gefährdet Frieden, Freiheit und Demokratie und somit das Fundament für eine offene und demokratische Zivilgesellschaft.
Verfolgung und Repressionen betreffen neben Mitgliedern unzähliger religiöser Gemeinschaften auf der Welt gerade auch jene Menschen, die nicht glauben. Die Internationale Humanistische und Ethische Union (IHEU), die Weltorganisation der Humanisten, Atheisten, denen die Freireligiöse Landesgemeinde über den Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. angehört, weist seit 2012 in ihrem Freedom of Thought Report (FOTR, www.iheu.org) auf die zunehmende Verfolgung von Humanisten und religionslosen Menschen in zahlreichen Ländern, ebenso wie auf die Verfolgungen religiöser Minderheiten hin. Gerade jetzt wurde ein Vor-standsmitglied der IHEU in Pakistan verhaftet, wegen angeblicher Blasphemie. Auch Menschen mit freireligiöser Weltanschauung gehören zum wachsenden Kreis der sogenannten Konfessionslosen (als Heiden verunglimpft), und unsere Freie Religion hat in der deutschen Geschichte Verbot und Diskriminierung der Mitglieder der Gemeinschaft durch den Nationalsozialismus bitter erfahren“, so Siegward Dittmann weiter.
„Wir halten es für wichtiger, dass unser Land mit gutem Beispiel vorangeht, den Blasphemieparagraphen § 166 abschafft und die Trennung von Staat und Kirche vorantreibt. Der Schutz der Religionsfreiheit darf nicht dazu missbraucht werden, Menschenrechte zu relativieren und durch die Herabsetzung einer bestimmten Glaubensrichtung Hass und Vorurteile gegen Minderheiten in unserem Land zu schüren. Die Bundesregierung soll die am Freitag verabschiedeten Forderungen des Bundestages auf Anerkennung des individuellen Rechtes auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit, den Glauben zu wechseln oder keiner Religion anzugehören, zügig umzusetzen,“ fordert Dittmann abschließend.

Reimagining Interfaith: Freie Religion geht neue Wege

Nur wer frei und undogmatisch ist, kann über neue Wege der Zusammenarbeit, über Gestaltung und Inhalt des Glaubens nachdenken. So etwas hat vier Tage lang in Washington DC zwischen 300 Teilnehmern aus der ganzen Welt stattgefunden. Der 35. IARF Weltkongress war diesmal mittendrin.
Eingebettet/umrahmt von vielen anderen glaubensübergreifenden Bündnissen. Wie zum Beispiel URI. Gerade in den USA gibt es eine Fülle von solchen Initiativen. Es war eine organisatorische Meisterleistung von einem ambulanten Team von ca. 50 Freiwilligen, diese Gruppen aus der ganzen Welt in einem gemeinsamen Kongress zusammenzubringen.
Wir haben während dieser Tage gelernt, dass interreligiöse Arbeit nicht nur einen Weg, eine einzige Strategie oder eine einzige Methode hat, die zur Lösung führt. Indem wir unsere Geschichten miteinander verknüpfen, lernen wir, dass interreligiöse Arbeit genauso einzigartig ist wie jede Person, die daran beteiligt ist. Wir lernten, dass wir erst uns selbst kennenlernen müssen, um andere zu verstehen. Wir müssen erst einmal eintauchen in unsere eigene Vergangenheit, uns die Werte, die Ereignisse, die uns geprägt haben, vergegenwärtigen. Und wenn wir dann bereit sind, unseren eigenen Werte- und Religionsvorstellungen neue Gedanken hinzuzufügen und zu einem gemeinsamen Teppich zu verweben, dann können wir auf Religionsfrieden hoffen. Dann sind an den Rändern schon einmal Verbindungen geknüpft, eine Grundlage, eine Brücke, über die man gehen kann. Der Kongress war ein bleibendes, richtungweisendes, aufrüttelndes Erlebnis. Ein Wegweiser für unsere zukünftige Arbeit. Weg von den starren Ritualen, Satzungen und Vorschriften, hin zu individueller, grenzüberschreitender Kreativität.
Wolfgang Jantz
Weitere Berichte zum IARF Weltkongress auf www.dfw-dachverband.de>berichte

Wieder werden Humanist*innen verfolgt!  
Gulalai Ismail ist  Mitglied des Vorstandes der IHEU, sie kommt aus Pakistan, wo sie 2002  die Orgnaisation "Aware Girls" gegründet hat. Sie hat außerdem mehrere  Preise für die Verteidigung der Menschenrechte gewonnen. Ihre  Organisation arbeitet für die Ausbildung und Stärkung von Mädchen und  Frauen und untestützt ihre Rechte und ihre Fähigkeiten, in Pakistant  leitend aktiv zu werden. Auch Malala Yousafzai, die  Friedensnobelpreisgewinnerin, nahm 2011 an ihrem Programm teil, bevor  von einem Taliban das Attentat auf sie verübt wurde.
Gulalai Ismail wurde vor  wenigen Tagen von den pakistanischen Behörden verhaftet, inwzischen auf  Kaution freigelassen, allerdings wurde ihr Pass eingezogen, und sie  darf nicht das Land verlassen. Die Vorwürfe, die ihr gemacht werden,  beziehen sich auf Blasphemie und Unterstützung "unmoralischer  Aktivitäten". Gulalai selbst bezeichnet ihre Verhaftung als Angriff auf die Redefreiheit. >>>Anfang Februar wurde Gulalai Ismail wieder inhaftiert!!
Die Petition kann auf der Webseite der IHEU unter https://iheu.org/petition-return-gulalai-ismails-passport-and-right-to-travel/ unterzeichnet werden, und ich bitte alle unsere Mitglieder, dies zu tun und sich für die Freilassung von Gulalai einzusetzen.
Renate Bauer

Säkulares Forum Hamburg
Auf Einladung der Präsidentin der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg hat Helmut Kramer als Vorsitzender des Säkularen Forums Hamburg bei der Gedenkveranstaltung „30 Jahre Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte“ im Kaisersaal des Rathauses teilgenommen.
Bemerkenswert waren die ausführlichen Informationen darüber, warum erst 43 Jahre nach Kriegsende diese Stiftung gegründet wurde. Es wirft einen Blick auf das Desinteresse in der Nachkriegszeit der Bundesrepublik, sich mit dem Schicksal der NS-Verfolgten zu beschäftigen. Aufgrund des nach dem Zweiten Weltkrieg sogleich einsetzenden „Kalten Krieges“ blieben mit Duldung der Besatzungsmächte viele ehemalige Mittäter im Amt. Sie  waren natürlich an einer Aufarbeitung nicht interessiert. Totschweigen war das Motto.
Der Versuch einer Hamburger Initiative, eine „Deutsche Stiftung für NS-Verfolgte“ zu gründen, wurde vom Bundestag abgelehnt. Daraufhin wurde von der Hamburger Bürgerschaft im Alleingang diese Stiftung ins Leben gerufen. Zitat aus der umfangreichen Dokumentation der Stiftung „Niemand ist vergessen“: „In den 30 Jahren ihrer Arbeit hat die Stiftung über 2.000 NS-Verfolgten mit Beihilfen und zu einem anderen Verständnis über bisher ausgegrenzte NS-Verfolgte beitragen können.“ Hamburg kann stolz auf seine Arbeit sein.
Helmut Kramer

Humanistische Gemeinschaft Egelsbach|Erzhausen|Langen wählt neuen Vorstand und lehnt Luther-Ehrung in Langen ab
Die örtliche Vertretung Humanistischer Gemeinschaften in Hessen hat bei ihrer Mitgliederversammlung am 20.10.2018 die Geschäftsberichte verabschiedet und einen neuen Vorstand gewählt. Der bisherige 1. Vorsitzende, Timo Saueressig kandidierte in dieser Position nicht mehr und wurde zum Beisitzer gewählt. Neue 1. Vorsitzende ist Janina Müller-Höhme, neue 2. Vorsitzende Constanze Saueressig.
Für das Amt des Rechners stand Heinz Becker nicht mehr zur Verfügung und wurde ebenfalls zum Beisitzer gewählt. Als Rechner und gleichzeitig neues Vorstandsmitglied wählte die Versammlung Uwe Spill. Elke Suchanek und Thomas Müller wurden in ihren Ämtern als Beisitzer bestätigt. Margarete Rühl schied nach fast 50 Jahren aktiver Mitarbeit aus dem Vorstand aus. Von 2005 bis 2014 war sie die 1. Vorsitzende, bevor sie die Geschicke der Gemeinschaft in jüngere Hände legte. Margarete Rühl, Timo Saueressig und Heinz Becker gilt besonderer Dank für die in ihren Ämtern geleistete verantwortungsvolle Arbeit.
>>>Foto v.l.n.r.: Thomas Müller + Timo Saueressig (Beisitzer), Constanze Saueressig (2. Vors.), Janina Müller-Höhme (1. Vors.), Uwe Spill (Kassierer), Elke Suchanek + Heinz Becker (Beisitzer)
Die Gemeinschaft blickt optimistisch in die Zukunft und fühlt sich gut aufgestellt für künftige Projekte. Wer die Gemeinschaft kennen lernen möchte, Fragen an den neuen Vorstand hat oder auch nur auf ein Gespräch vorbeikommen möchte, kann bereits den nächsten öffentlichen Stammtisch nutzen. Dieser findet schon in Kürze am 5. November in Egelsbach statt. Die Gemeinschaft trifft sich ab 18 Uhr in der Gaststätte zur Krone. Zu erreichen ist der Vorstand zudem via egelsbach@humanisten-hessen.de auch per E-Mail.
Die Versammlung beschloss darüber hinaus folgende Erklärung:

Warum Humanisten Martin Luther nicht als Vorbild sehen können – Kritik zum Reformationstag und der Skulptur-Enthüllung in Langen am 31.10.2018
Die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, hat die Mitverantwortung Martin Luthers und der evangelischen Kirche für die deutsche Judenfeindschaft unterstrichen. Dennoch: Das öffentliche Bild des Reformators soll nicht beschädigt werden. Obwohl die „dunklen Flecken“ Luthers bekannt sein dürften, wird er am 31.10.2018 mit einer Skulptur auf dem Lutherplatz im Stadtzentrum in Langen geehrt.
Das ist erneut Anlass für Humanisten, ihre Ablehnung kundzutun. Die Humanistische Gemeinschaft Egelsbach|Erzhausen|Langen lehnt Martin Luther als Vorbild für unsere heutige Gesellschaft ab. Neben Luthers unbändigem Judenhass sind es auch die menschenverachtenden Positionen des Reformators gegenüber Frauen, „Hexen“, Behinderten und aufständischen Bauern, die schockieren. Wir verzichten darauf, die beschämenden Aussagen Luthers hier anzuführen und verweisen auf die einschlägigen Quellen.
Es ist das gute und unbestrittene Recht aller Gläubigen, Martin Luther zu feiern und im Sinne ihre Religiosität zu ehren. Ihn heute an einem städtischen Platz und unter anderem durch Förderung öffentlicher Gelder mit einer neu geschaffenen Skulptur zu ehren, halten wir in unserer heutigen aufgeklärten Gesellschaft für ein falsches Zeichen. In einer Abhandlung der renommierten Giordano-Bruno-Stiftung ist Luthers Weltbild anhand zahlreicher Quellen dokumentiert. Diese Broschüre kann telefonisch unter 06103 2700842 bestellt oder im Internet unter https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/luther-hassprediger heruntergeladen werden.
Hintergrund- und Zusatzinformationen:
Die Humanistische Gemeinschaft hat ihre Wurzeln in der Aufklärung und der Demokratiebewegung der Revolution von 1848, woraus die Freireligiöse Weltanschauung und das Freidenkertum entstanden sind. In ihr sind Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen organisiert. Unser Spektrum umfasst Agnostiker, Atheisten, Freidenker, Freireligiöse, Humanisten, Pantheisten und andere Freigeister. Was uns eint, ist das Eintreten für Toleranz und weltanschauliche Neutralität des Staates, für Solidarität der Menschen untereinander und Gerechtigkeit zwischen den Völkern, gegen Rassismus und Nationalismus, für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit sowie der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur. Die Humanistische Gemeinschaft geht davon aus, dass es bei allen Erkenntnissen über Natur, Mensch und Gesellschaft keine letzten Gewissheiten gibt und dass Antworten auf Fragen der Lebensführung stets auch sozial und weltanschaulich bestimmt sein müssen. Humanistische Lebensauffassungen werden im Dialog der Meinungen erarbeitet. In diesem Zusammenhang bekennt sich die Humanistische Gemeinschaft zu einer rational und säkular begründeten Ethik sowie zur Verantwortung als integrierende Kraft in unserer Gesellschaft.
Weitere Informationen und Pressekontakt: Humanistische Gemeinschaft Egelsbach/Erzhausen/Langen
Janina Müller-Höhme, 1. Vorsitzende | 06103 4690038 | E-Mail: egelsbach@humanisten-hessen.de

Europäische Humanisten begrüßen das irische Abstimmungsergebnis für die Redefreiheit
Brüssel – 27/10/2018 - Die Europäische Humanistische Föderation (EHF) jubelt über das Ergebnis des irischen Referendums über die Aufhebung des Blasphemie-Paragraphen in der Landesverfassung.
„Dieses Ergebnis ist ein weiterer wichtiger Meilenstein zur Förderung der harmonischen Koexistenz der vielen verschiedenen Lebensweisen in unserern modernen Gesellschaften, einschließlich Irland“, sagt Giulio Ercolessi, Präsident der Europäischen Humanistischen Föderation.
Gesetze, die Blasphemie bestrafen, gefährden die Redefreiheit, ein fundamentales Prinzip demokratischer Gesellschaften, das nur in sehr speziellen Fällen limitiert werden kann, wie bei Anstiftung zu Hass oder Gewalt. Ercolessi fügte hinzu: „Durch ihre bloße Präsenz haben Blasphemie-Gesetze eine abschreckende Wirkung und verhindern Fragen, Kritik, Humor oder Satire in Bezug auf Religion. Das irische Volk hat dies erkannt und entsprechend abgestimmt. Wir gratulieren von ganzem Herzen!“
Im Licht dieses positiven Ergenisses ruft die EHF diejenigen europäischen Länder, die immer noch Blasphemie-Gesetze haben, wie Österreich, Zypern, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Spanien und Teile Großbritanniens auf, dem irischen Beispiel zu folgen.
Die letzten noch geltenden Blasphemie-Gesetze in Europa abzuschaffen ist fundamental wichtig, nicht nur, weil das die Redefreiheit fördern würde, sondern auch, weil es der EU erlauben würde, ihre Stimme weltweit zu stärken, wenn sie sich für die Menschenrechte und die Religions- oder Glaubensfreiheit einsetzt“, kommentierte Giulio Ercolessi.
In manchen dieser Länder sind die Menschen aufgrund von Blasphemie immer noch Verfolgung, Verurteilung und Verdammung ausgesetzt, meistens in Form von Geldbußen. In anderen Ländern sind diese Gesetze nur noch die rudimentären Überbleibsel eines alten Systems, dessen Elemente von einer lauten, reaktionären Minderheit immer noch heftig verteidigt werden.
PRESSE-ANFRAGEN: Marc Soignet Communications Officer
marc.soignet@laicite.net +32.2.627.68.30 | Europäische Humanistische Föderation


Religion ist keine Identität
Als vor 1400 Jahren ein religiöser und besonders politischer Mann  die Menschen um ihn herum sowohl „überzeugte und zwang“, seine Religion anzunehmen und entschied, für sie daraus eine Identität zu machen, war diese persönliche Entscheidung der Auslöser für die Kriege zwischen Ost und West der folgenden Jahrhunderte. Diese Jahrhunderte waren nur bekannt durch barbarische Handlungen unter der Überschrift „verbreite meine Religion, die meine Identität ist“. Und diese wurde die dominierende, weil der Gott dieser Religion nicht nur immer verlangt, dass man sie annehmen soll, sondern sie auch verbreiten soll. Es gab seither das, was im Osten als „al foutouhat’’ oder Heiliger Krieg bekannt war, und auf der anderen Seite wurde es „Kreuzzüge“ genannt. Jahrhundertelang litt die Menschheit unter diesem Konflikt, nur weil einige Menschen dachten, Religion sei ihre Identität. ... weiterlesen ...

Sagen können, was man denkt.
Leben können, wie man will.
Rückblick auf die Veranstaltung „Verfolgte Humanist*innen“ am 21. Juni 2018 in Berlin
Die Freiheit des Denkens und des Glaubens sind kostbare Menschenrechte, die längst noch nicht in allen Ländern der Welt geachtet werden. Auch Atheist*innen und Humanist*innen sind oftmals Opfer von staatlicher Ungleichbehandlung, Unterdrückung und Verfolgung, weil sie an herrschenden religiösen Glaubensvorstellungen zweifeln. Zum Welthumanistentag am 21. Juni 2018 lud der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften in Kooperation mit dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg und der Humanistischen Akademie zu der Diskussionsveranstaltung „Verfolgte Humanist*innen“ ein.
Gary McLelland, geschäftsführender Direktor der Internationalen Humanistisch Ethischen Union (IHEU) stellte den jährlich erscheinenden Freedom-of-Thought-Bericht vor, der die internationalen Entwicklungen im Bereich Glaubens- und Meinungsfreiheit dokumentiert und analysiert. In vielen Ländern werde „religiöser Frieden“ sehr eng definiert und ausgelegt, wie McLelland berichtete. Das habe zur Folge, dass Humanist*innen, Atheist*innen und Nicht-Religöse in ihren Menschenrechten nicht geschützt werden. ...weiterlesen...

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