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Dachverband Freier
Weltanschauungsgemeinschaften
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Sie interessieren sich für freie Weltanschauungsgemeinschaften?

Dann sind Sie hier genau richtig!

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) ist ein Zusammenschluss von Verbänden und Gemeinschaften in Deutschland, die für die Verwirklichung der in Artikel 4 des Grundgesetzes garantierten Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses eintreten. Er setzt sich dafür ein, dass niemand wegen seiner Herkunft, seiner Lebensauffassung und seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt wird. Der DFW steht als Vertreter freigeistiger, kirchenfreier Menschen ein für Humanismus, Toleranz und Menschenrechte, für ein friedliches Zusammenleben der  Menschen unabhängig von ihren religiösen, weltanschaulichen und politischen Anschauungen und für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung – schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an: info@dfw-dachverband.de.
Ihr Präsidium des
Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften

Lesen Sie hier den neuen


  • Datenschutz beim Kirchenaustritt
  • Unvereinbarkeitserklärung des HFH
  • Religionsunterricht ist Ländersache: Ein Bericht aus Hamburg
  • Presseerklärung der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz
  • Erklärung des BFGD zum Bericht über "Lebenswendefeiern"

- erscheint alle 2 Monate (jeweils ca. Mitte Februar, April, Juni, August, Oktober, Dezember)
- erhältlich als Newsletter-Abo bei der pfw-Redaktion
Menschenrechte — Anhörung — hib 400/2024
Licht und Schatten bei der Umsetzung der Menschenrechte
     
Berlin: (hib/SAS) Wie steht es um den internationalen  Menschenrechtsschutz? Mit dieser Frage hat sich der  Menschenrechtsausschuss am Mittwoch anlässlich des 70. Jahrestags der  Europäischen Menschenrechtskonvention und der Verabschiedung der  Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor über 75 Jahren im Rahmen  einer öffentlichen Anhörung von Sachverständigen beschäftigt.
Dabei  würdigten alle Experten grundsätzlich die Geschichte der Menschenrechte  seit 1948 als Erfolg, lenkten aber gleichzeitig den Blick auch auf  Probleme des internationalen und europäischen Menschenrechtssystems. ...weiterlesen...
Datenschutz beim Kirchenaustritt
Der französische Freidenkerverband möchte eine europäische Kampagne zum Schutz der Privatdaten von Kirchenausgetretenen starten: Je nach Mitgliedstaat werden die relevanten EU-Regelungen anders interpretiert, und das nicht selten zugunsten der Kirchen (allen voran der katholischen). Es geht hier eigentlich um weltanschauliche Selbstbestimmung und Geistesfreiheit überhaupt.
Den deutschsprachigen Aufruf finden Sie untenstehend. Es haben schon Verbände aus Spanien und Italien zugesagt. Individuelle und kollektive Unterstützungen sammeln wir über diese URL, bevor wir den Aufruf an das frisch gewählte EU-Parlament einreichen:

Dieses Anliegen wird vom Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. unterstützt.
Swaantje Schlittgen
Präsidentin

Der Humanistische Freidenkerbund Brandenburg e.V. unterstützt diese Erklärung und die Kampagne ebenfalls.
Volker Mueller

Ein Grund zum Feiern:
75 Jahre Dachverband Freier
Weltanschauungsgemeinschaften
Der DFW feiert im Oktober 2024 sein 75-jähriges Bestehen und blickt auf ereignisreiche und herausfordernde Verbandszeiten zurück.
Herausfordernd sind auch die aktuell politischen Strömungen und Gefahren, die unsere demokratische Strukturen beeinflussen bzw. verdrängen könnten. Um sich diesen brisanten Themen zu stellen, Hintergründe in den historischen Kontext zu setzen und gemeinsam über weltanschaulich offene Ansätze zu diskutieren, lädt der DFW zur

Feierstunde am Sonntag, den 13.10.2024

unter dem Thema

„Demokratie, Geistesfreiheit und Leben"

ins Haus der Poesie, Knackstraße 97, 10435 Berlin ein. Uhrzeit wird noch bekannt gegeben. Die diesjährige Hauptversammlung des DFW wird vorab am Samstag, den 12.10.2024 im Schachcafé, Schönhauser Allee 58, 10437 Berlin stattfinden.
Silvana Uhlrich-Knoll

Demokratie, Geistesfreiheit und Leben als Basis freigeistiger Weltanschauung
Demokratie, Geistesfreiheit und Leben bilden ein fundamentales Trio, das die Grundpfeiler einer offenen, fortschrittlichen Gesellschaft darstellt. Diese Elemente sind nicht nur eng miteinander verknüpft, sondern bedingen sich auch gegenseitig, um eine dynamische und resiliente Gemeinschaft zu fördern.

Demokratie – Mehr als nur ein politisches System
Demokratie ist weit mehr als eine Regierungsform; sie ist eine Lebensweise, die auf den Prinzipien der Freiheit, Gleichheit und des Respekts für jeden Einzelnen basiert. In einer Demokratie hat jeder Bürger die Möglichkeit, durch Wahlen direkt oder indirekt an den Entscheidungen teilzunehmen, die sein Leben beeinflussen. Dies fördert nicht nur die Verantwortung jedes Einzelnen für das gesellschaftliche Wohl, sondern stärkt auch das Vertrauen der Menschen in ihre Institutionen. In den freigeistigen Organisationen, die als Mitgliedsverbände im DFW vereint sind, spielen demokratische Prozesse eine entscheidende Rolle. ...weiterlesen...

Die Unvereinbarkeit des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V. (HFH) mit extremistischen, rassistischen und anderen menschenfeindlichen Haltungen und Handlungen
Entsprechend der Satzung des HFH, insbesondere § 2 Abs. 2., 3. und 6., und der Programmatischen Grundgedanken des HFH sind folgende verbandsfeindliche Haltungen und Handlungen mit der Mitgliedschaft im HFH, mit einer haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeiterschaft im HFH und mit anderen Tätigkeiten für den HFH unvereinbar.
Zu diesen Haltungen und Handlungen von Personen und von Parteien und Organisationen gehören vor allem:

  • Verhalten gegen die Menschenrechte (entsprechend der UNO-Menschenrechtskonvention),
  • gegen die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und gegen die verfassungsmäßige Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland
  • Rassismus und Antisemitismus
  • Fremden- und Ausländerfeindlichkeit
  • politischer und weltanschaulicher Extremismus, Faschismus und Islamismus

Personen und Vertreter*innen von Parteien und Organisationen, die diese Haltungen und Handlungen zeigen, ist das Betreten unserer HFH-Einrichtungen grundsätzlich nicht gestattet.
Nauen, 07.05.2024
Beschluss des Vorstands des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V.

Religionsunterricht ist Ländersache:
Ein Bericht aus Hamburg
Im weltoffenen Hamburg gibt es in den Klassen 1-6 nur den Religionsunterricht „für alle“, die Klassengemeinschaft wird also nicht durch getrennte, verschiedene Religionsunterrichte bzw. einen alternativen Unterricht aufgehoben. Das wäre eigentlich ideal, wenn sich dabei alle in der Klassengemeinschaft unter gleichen Voraussetzungen über Werte, Kulturen, Weltanschauungen und Religionen austauschen könnten.
Was aber geschieht mit konfessionsfreien Kindern in diesem besonders beeinflussbaren Alter in einem Bekenntnisunterricht?
Denn darum handelt es sich tatsächlich! Der Religionsunterricht „für alle“ wird nämlich allein von fünf Religionsgemeinschaften gestaltet und verantwortet, die „ihren“ Bekenntnisunterricht wie eine Wagenburg verteidigen: Die Religionslehrer müssen Mitglied einer dieser Religionsgemeinschaften sein und deren Lehrbeauftragung beibringen. Für die in Hamburg über 60 % Konfessionsfreien ist für eine gleichberechtigte Mitwirkung kein Platz, und sie sind auch bei der Gestaltung der Lehrplaninhalte nicht beteiligt. Anders als in fast allen Bundesländern gibt es in Hamburg in den Klassen 1-6 auch kein Alternativfach wie Ethik, Werte und Normen oder Philosophieren mit Kindern – erst ab Klasse 7 wird Philosophie als Alternative angeboten, was etwa die Hälfte der Schüler dann auch nutzt. ...weiterlesen...

Albanien – unaufgeregt säkular
Der aktuelle Angriff des Iran als Verbündeter der radikal-islamischen Hamas gegen Israel macht die prekäre Lage von religiösen Kämpfen in der Welt wieder einmal sehr deutlich. Im Namen von … wird leider viel zu selten um Besonnenheit aufgerufen. Erst jetzt, nach der Eskalation zwischen dem Iran und Israel wird von allen Seiten Zurückhaltung gefordert.
Meine gerade abgeschlossene Reise nach Albanien lässt mich hier innehalten und noch einmal auf die gewonnenen Eindrücke vor Ort zurückdenken. Ist Albanien ein Land, dass uns Vorbild für ein säkulares Leben sein kann? Mein Wissen zu religiöser Vielfalt und einem friedlichen Nebeneinander auf der Balkanhalbinsel war nur begrenzt vor meiner Reise, jedoch beeindruckte mich das reelle Leben weit mehr als es Reiseberichte oder Informationsquellen mir vorher hätten berichten können. ...weiterlesen...
Erklärung des Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD) zum Bericht über „Lebenswendefeiern“ vom 21. Mai 2024

Beim Bericht über die Versuche, seitens der christlichen Kirchen Alternativen zu ihrer Konfirmation und Kommunikation für religiös uninteressierte Jugendliche einzuführen, fällt auf, dass die Jugendweihe, gegen die sich diese Versuche richten, wieder nur als Feier der ehemaligen DDR dargestellt wird.
Das ist falsch, denn die Jugendweihe ist älter als die DDR, die dieses Ritual von der freireligiösen/freigeistigen Bewegung abgekupfert hatte. Die freireligiöse Jugendweihe wurde 1852 von Eduard Balzer, Präsident des BFGD und Mitglied des Vorparlaments 1848, ins Leben gerufen. Sie war ein Ausdruck der Abwendung der Gemeinschaften vom Christentum hin zu einer selbstbestimmten kritischen Religion und Weltanschauung.
Noch heute wird sie von freireligiösen Gemeinschaften und humanistischen Weltanschauungsgemeinschaften gefeiert und ist offen für alle Jugendlichen. Sie erfreut sich gerade in den östlichen Bundesländern großer Beliebtheit genauso wie in vielen anderen Bundesländern.
So wurde im April dieses Jahres die Jugendweihe einiger freireligiöser Gemeinschaften auf dem Hambacher Schloss gefeiert, um an die demokratische Tradition der Gemeinschaften und ihre Verpflichtung zur Wahrung der Menschenrechte und einer humanistischen Ethik zu erinnern. Für sich Verantwortung zu übernehmen, ist Teil dieser Tradition, oder wie es eine Teilnehmerin ausdrückte: „… alles, was ich persönlich mache, ist versuchen, versuchen besser in Bereichen zu sein, um mich selbst abzulenken, versuchen für mich selber eine Lösung zu finden, versuchen es alleine hinzukriegen.“
Im Sinne einer humanistischen Ethik zu handeln, ist Anliegen vieler junger Menschen, wir wollen sie dazu ermutigen: Ich zitiere einen Teilnehmer aus diesem Kreis der jungen Menschen vom Hambacher Schloss:
„Wir alle sind also zum verantwortlichen Handeln aufgerufen und müssen uns stets fragen: Habe ich verantwortlich entschieden, in dem, was ich getan oder nicht getan habe? Habe ich dabei so entschieden und gehandelt, dass es jeder im Sinne eines allgemeinen Gesetzes tun würde? Habe ich dabei meine Mitmenschen nicht nur als Mittel zum Zweck gesehen, sondern als Menschen mit eigenen Wünschen und Zielen?“

Renate Bauer
Präsidentin
Kopenhagener Erklärung zur Demokratie: ein humanistischer Wert
Der Mensch ist ein soziales Tier, das durch die Evolution und die Kultur geformt wurde, um mit anderen in einer Gesellschaft zusammenzuleben.
Der Humanistische Weltkongress 2023, der in Kopenhagen stattfand, verabschiedete die folgende Erklärung über "Demokratie: ein humanistischer Wert".
Damit eine Gesellschaft funktionieren kann, braucht sie Normen, Gesetze und Vorschriften. Da sich die Gesellschaft verändert, müssen diese Normen immer wieder in Frage gestellt und aktualisiert werden können, als Ergebnis einer ständigen ethischen Diskussion und rationalen Debatte. Die Demokratie, die auf dem Grundsatz des gleichen Wertes, der gleichen Würde und des gleichen Rechts auf Teilhabe jedes Einzelnen beruht, ist ein humanistischer Weg, dieses Gespräch und diese Debatte zu organisieren.
Als Humanisten vertreten wir die Auffassung, dass Demokratie ein Grundwert sein sollte, der von allen Gesellschaften und Regierungen hochgehalten und geschützt wird. Jeder sollte mit gleicher Würde und gleichem Respekt gehört werden, und der demokratische Prozess bietet einen Rahmen, um sicherzustellen, dass dieser Grundsatz in der Praxis gewahrt wird. Der demokratische Prozess bietet den Rahmen, um die Einhaltung dieses Grundsatzes in der Praxis zu gewährleisten. Er garantiert, dass es nirgendwo eine legitime Regierung geben kann, wenn die Regierten nicht in voller Kenntnis der Sachlage zustimmen und sich beteiligen

Demokratie ist nicht die Tyrannei der Mehrheit. Sie muss mit dem Schutz der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit und dem Engagement für den sozialen Fortschritt einhergehen. ...weiterlesen...
Welthumanistenkongress 2023 –
Unsere Stimme für Solidarität
Der humanistische Weltkongress 2023 in Kopenhagen hinterlässt einen großen Fußabdruck – in meiner Gedankenwelt, in den vielen Teilnehmern aus 40 verschiedenen Nationen, aber auch bei der Liste der Repräsentanten, die hier als Sprecher, Gast oder Teil des humanistischen Systems vertreten sind. Parlamentarische Vertreter der norwegischen Regierung, Autoren, Jurymitglieder des Nobelpreiskommittees, hoch renommierte Professoren von Universitäten, alle sind sie hier vor Ort und sprechen über die eine Sache – Wie Demokratie bessere Brücken durch humanistische Werte bauen kann. Schon die Eröffnungsredner wie Sandi Toksvig machen deutlich, was das humanistische Netzwerk ausmacht: Humanisten sind aktiv involviert in demokratischen Strukturen, sie hinterfragen, sie handeln, sie erzählen. Denn, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden, wenn Menschen egal welcher Herkunft, Gesinnung und Religion eingesperrt werden, dann ist jeder Mensch in Gefahr. ...weiterlesen...
Beschäftigung mit der Geschichte
Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. hat vor kurzem mit interessierten Jugendlichen mehrere außerschulische Bildungsaktivitäten zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert durchgeführt.
Wir waren mit einer Jugendgruppe in der Gedenkstätte Sachsenhausen und haben uns das ehemalige Konzentrationslager und deren Ausstellungen angeschaut. Die Führung führte auch zum Mahnmal an der sog. „Station Z“ für die Opfer des KZ. Dort gedachten wir der Menschen, die zwischen 1936 und 1945 im KZ litten, starben und getötet wurden. In einem Geschichts-Workshop wurde über geschichtliche und aktuelle Hintergründe des Nationalsozialismus in Deutschland und über die Beeinflussung der Jugend gesprochen. Dabei wurden einzelne Aspekte, was Rassismus und Antisemitismus, was Vorurteile und Menschenfeindlichkeit in jener Zeit waren, gemeinsam erarbeitet. Der Workshop diente auch der Vorbereitung auf die dann folgende Tagesexkursion nach Berlin zu der Ausstellung „Topographie des Terrors“ und zur ständigen Ausstellung am Holocaust-Denkmal.
Für die beteiligten Jugendlichen war es eine intensive Zeit, das Wissen über die jüngere deutsche Geschichte zu vertiefen und sich sachlich und emotional mit den Verbrechen des Nazi-Regimes und deren Auswirkungen bis in unsere Gegenwart auseinanderzusetzen.
Dr. Volker Mueller

Eindrücke von der Kundgebung für
Demokratie in Mannheim am 27.01.2024
Seit vor mittlerweile einem halben Jahr ein geheimes Treffen von Rechtsradikalen in Potsdam bekannt wurde, bei dem deren Vertreibungspläne offenbart wurden, hat sich in Deutschland hinsichtlich der Demonstrationskultur einiges bewegt.
Bürger stehen wieder regelmäßig gemeinsam auf der Straße, um „gegen rechts“ bzw. genauer gesagt „für Demokratie“ zu demonstrieren. Viele Mitglieder aus Freireligiösen Gemeinden, aber auch andere Freigeister, Humanisten, Unitarier, Atheisten, Freidenker und viele, viele mehr aus dem freigeistgen Spektrum haben sich an vielen Orten im Land an diesen Kundgebungen beteiligt.
Freireligiöse, Freidenker, Unitarier und Humanisten stehen traditionell für Demokratie und gegen Dogmatismus, gegen Hass und Feindseligkeit, für Toleranz und Mitmenschlichkeit. Es ist klar, dass wir nicht tatenlos zusehen können und wollen, wie unsere hart erkämpften demokratischen Werte bedroht werden.
Ortrun Lenz
(Fotos: Alexandra Hald)
Einheit bedarf der Freiheit
Schon zu Jahresbeginn hatte der DFW sich die Meinungsfreiheit als Thema zur näheren Betrachtung gewählt und am 16.09.2023 einen Online -Workshop dazu durchgeführt. Im Rahmen des Workshops steuerte Dr. Volker Mueller, Humanistischer Freidenkerverband Brandenburg e.V., den nachfolgenden Text bei. –
Im 33. Jahr der formalen Einheit bedarf es weiterhin der regelmäßigen Überprüfung, wie wir mit dem, was wir haben umgehen, wie wir es weiterentwickeln und wie wir als Menschen in unserem Land bei aller Vielfalt uns auf gemeinsame Werte und Ziele im Umgang miteinander einigen. Die Gestaltung von Freiheit in unterschiedlichen Lebensbereichen gehört dazu.
Swaantje Schlittgen
Präsidentin
Zur Notwendigkeit von Meinungsfreiheit
Seit dem Renaissancehumanismus und spätestens seit der europäischen Aufklärung steht der Begriff der Freiheit im Zentrum politischer, menschenrechtlicher und philosophischer Debatten. Schon John Locke (1632 – 1704) hat die These vertreten, dass eine Regierung nur dann legitim ist, wenn sie das Naturrecht auf Freiheit gewährt und schützt. Liberté, Égalité, Fraternité - unter dieser Losung stand dann das Epochenereignis, die Französische Revolution von 1789. „Der Mensch wird frei geboren, und überall liegt er in Ketten“, so hat 1762 Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) den bürgerlichen Impetus gegen Absolutismus und Aristokratie und für die Republik formuliert.
Freiheit wurde in der Aufklärung des 18. Jahrhunderts zunehmend als Befreiung von den feudalen und klerikalen Verhältnissen des Ancien Règimes verstanden. Die Freiheitsrechte als angeborene Rechte des Menschen wurden gegen Absolutismus, gegen Vorurteile und Abhängigkeiten formuliert und sollen das freie Bewusstsein freier Menschen fördern und schützen. In der „Encyclopédie“, Band 9 (1765), finden wir deren naturrechtliche Bestimmung: „Dieses Recht gibt die Natur allen Menschen, damit sie über ihre Personen und ihre Güter in der Weise verfügen, die ihrem Urteil nach ihrem Glück am meisten angemessen ist – allerdings mit der Einschränkung, daß sie dieses Recht in den Grenzen des Naturgesetzes anwenden und es nicht zum Schaden der anderen Menschen mißbrauchen.“ ...weiterlesen...
DFW-Festveranstaltung und Hauptversammlung im Herzen von Mannheim
Wenn auch das Franklin Forum nicht direkt im Zentrum der Stadt Mannheim liegt, hat man doch das Gefühl, im Herzen der Stadt zu verweilen. Große lichtdurchflutete Räume geben uns einen Vorgeschmack auf die herzliche Betreuung des Hauses und die logistische Unterstützung am gesamten Wochenende. Wie wertvoll die Arbeit der Freireligiösen Gemeinde Mannheim auch vor Ort angesehen wird, macht der Bürgermeister der Stadt, Herr Dirk Grunert, sehr deutlich und lobt in seiner thematisch im Stoff und gut vorbereiteten Rede diese ausdrücklich.
Es ist ein nachdrückliches Gefühl, welches die Feierstunde zur 100jährigen Gründung der RAG bei den zahlreichen Teilnehmer*innen hinterlässt und mehr denn je wird deutlich, wie wichtig es ist, das Recht auf Meinungsfreiheit einzufordern und zu leben, genau wie die Vielfalt der Menschheit zu würdigen und zu respektieren.
Eine besondere Würdigung erhielten auch zwei Mitglieder, Svenja Schöttle und Ortrun Lenz, die in diesem Jahr den Vorstand nach kurzer Mandatsphase, aber auch nach sehr langer Tätigkeit im DFW-Präsidium niederlegten. Der Vorstand bedankt sich ausdrücklich bei Ortrun Lenz für ihre enorme Unterstützung in über 18 Jahren Vorstandstätigkeit und ihrer wertgeschätzten ehrenamtlichen Aufgabe für die Öffentlichkeitsarbeit, die Webseite und die Schriftenführung. Bedauerlicherweise gibt es keinen Ersatz von außerhalb für den Vorstand, somit werden die bestehenden Posten von den verbleibenden fünf Vorstandsmitgliedern übernommen.
Trotz der Verkleinerung im Vorstand des DFW bleiben die Ziele einer starken gemeinsamen Arbeit der Mitgliedsverbände das Topthema. Mit einem Impulsreferat zur Frage „Bedarf es einer neuen Aufklärung?“ diskutierten die Delegierten und Teilnehmenden über eine zukünftige Vision, die nicht nur eine Gruppe herausstellt, sondern übergreifend für alle eine zufriedenstellende Lösung bietet. Das DFW-Präsidium möchte sich dieser Aufgabe gern weiterhin widmen und plant für das kommende Jahr mehrere Veranstaltungen als Online-Seminar dazu.
Silvana Uhlrich-Knoll
Vizepräsidentin DFW

Fotos: Gäste im Carl-Scholl-Saal mit Bgm. Dirk Grunert (ganz oben), DFW-Präsidentin Swaantje Schlittgen, Festredner Dr. Volker Mueller (Humanistischer Freidenkerbund Brandenburg) und Gisela Wittemann (Vors. Freireligiöse Gemeinde Mannheim).
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