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Glaub es oder nicht – es ist mein Recht!
Humanisten und Religiöse vereinen ihre Kräfte zu einer Kampagne für die Freiheit der Religion oder der Weltanschauung in der Welt
Brüssel, 26. Juni 2018 - Die Europäische Humanistische Föderation (EHF) freut sich darüber, dass die Kampagne „Believe it or not! It’s my right“ (Glaub es oder nicht! Es ist mein Recht [https://forb-defenders.org] ins Leben gerufen wurde, und zwar gemeinsam mit der European Platform against Religious Intolerance and Discrimination (EPRID), Christian Solidarity Worldwide (CSW) und der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU).
Die Kampagne verfolgt drei Hauptziele: Aufmerksamkeit erwecken hinsichtlich der Freiheit der Gedanken, des Gewissens, der Religion oder des Glaubens (FoRB [freedom of thought, conscience, religion or belief]), weltweite Solidarität ausdrücken mit Leuten die wegen ihrer Gedanken und ihres Glaubens diskriminiert und verfolgt werden, ganz gleich ob diese religiös sind oder nicht, und Gesetzgeber, Politiker und Diplomaten aufzurütteln, damit sie diese Rechte in der Welt verteidigen und schützen.
Für die EHF ist diese Kampagne fundamental wichtig, da sie richtigerweise ins Gedächtnis ruft, dass die Freiheit des Gewissens, der Religions oder des Glaubens ein fundamentales Recht von überragender Bedeutung für jeden ist, und zwar gleichermaßen für nichtgläubige wie gläubige Menschen. Es schließt das Recht ein, seinen Glauben oder seine Religion zu wechseln oder zu verlassen, genauso wie das Recht, keiner Religion oder keinem Glauben anzuhängen.
„Es ist dringlich, dass die europäischen Politiker und Diplomaten aktiv werden hinsichtlich der Verteidigung der steigenden Anzahl der Leute, die wegen ihrer Anschauungen oder ihres Glaubens, religiös oder nicht, diskriminiert und verfolgt werden“, sagt Giulio Ercolessi, der Präsident der Europäischen Humanistischen Föderation. Im April 2018, erinnerte Papst Franziskus an die „Brüder und Schwestern in Christus, die nicht selten der Ungerechtigkeit und Verfolgung ausgesetzt sind“. 2016 bezog er sich auf „Terroristen oder Weltmächte, [die] christliche Minderheiten oder Christen verfolgen“.
„Die Christenverfolgungen haben sich während der letzten Jahre in der Welt ausgebreitet. Was weniger offensichtlich war, ist, dass viele andere Leute ähnlichen Diskriminierungen und Verfolgungen ausgesetzt sind, einschließlich Leuten, die Minderheiten-Glauben anhängen ebenso wie vielen Humanisten, Atheisten, Apostaten, Freidenkern und Leuten, deren Lebenseinstellungen nicht zum Mainstream der religiösen Doktrin des jeweiligen Landes passen“, so Ercolessi. „Daher sind wir sehr erfreut darüber, dass Organisationen mit religiösem Hintergrund wie EPRID und CSW die Notwendigkeit erkennen, sich zusammenzuschließen, um den Schutz all derer voranzutreiben, die aufgrund ihrer Überzeugungen verfolgt werden. Wir hoffen, dass die nächsten Schritte die Erkenntnis einschließen, dass Gesetze, die Blasphemie bestrafen, ebenso ein Hindernis auf dem Weg sind, um die Freiheit der Gedanken, des Gewissens, der Religion oder des Glaubens in unseren Gesellschaften zu verwirklichen“, fügte er hinzu. Dabei bezog er sich auf ein Statement des Papstes vom 10. Juni 2018 zum Thema „die größte Sünde: die Liebe Gottes negieren und lästern“.
Die Internationale Humanistische und Ethische Union hat in ihrem „Freedom of Thought Report 2017“ berichtet, dass es in 85 Ländern auf der ganzen Welt schwere Diskriminierungen von Atheisten und Humanisten gibt und in 13 Ländern Blasphemie und Apostasie (aus einer Religionsgemeinschaft auszutreten) Kapitalverbrechen sind.
Presseanfragen an:
Marc Soignet | Communications Officer | marc.soignet@laicite.net | +32 471 40 36 84

Amtsmissbrauch statt Engagement für Selbstbestimmung
Das am Wochenende bekannt gewordene Schreiben von Staatssekretär Lutz Stroppe vom Bundesgesundheitsministerium vom 29.06.2018 an den Präsidenten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), in dem dieser angewiesen wird, den vorliegenden Anträgen auf Erwerb einer todbringenden Dosis von Betäubungsmitteln nicht zu entsprechen, ist klarerweise rechtswidrig. Mit diesem Schreiben ignoriert das Gesundheitsministerium die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 02.03.2017. Gemäß § 121 Verwaltungsgerichtsordnung ist die Exekutive einschließlich des Gesundheitsministeriums an die höchstrichterliche Rechtsprechung gebunden.
Die derzeit 108 Personen, die aufgrund des Grundsatzurteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 02.03.2017 einen begründeten Antrag auf Erlaubnis zum Erwerb einer tödlichen Dosis Natrium-Pentobarbital gestellt haben, haben bisher keine adäquate Antwort erhalten. Das gilt u. a. für die sieben Antragsteller/innen, die von der DGHS unterstützt werden und von denen bereits zwei Antragstellerinnen verstorben sind. Diese offensichtliche Verzögerungstaktik auf dem Rücken schwerstkranker Menschen ist inhuman. Offensichtlich stellt der Minister seine eigenen Wertüberzeugungen über das auch ihn bindende höchstrichterliche Urteil.
Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V. erwartet von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein klares Bekenntnis zum Selbstbestimmungsrecht. „Als Minister ist er dem Grundgesetz verpflichtet. Artikel 2 betont das Persönlichkeitsrecht, und deshalb das muss auch im Blick auf Schwerstkranke und Sterbende gelten“, betont DGHS-Präsident Professor Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher. Nach Art. 2.1 des Grundgesetzes hat jeder das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Birnbacher: „Dazu gehört auch das Recht, über Zeitpunkt und Umstände seines Todes selbst zu bestimmen. Aus dem Recht auf Leben darf keine Pflicht zum Leben abgeleitet werden. Weltanschauungen sind kein Maßstab für staatliche Gesetze.“ Immerhin gehöre es zum Kerngehalt des Grundgesetzes, das in Art. 2 die Freiheit des Einzelnen feststellt, seine Lebensführung nach eigenen Vorstellungen zu bestimmen, solange diese nicht in die Rechte anderer eingreift. Da die anderen kein Recht haben, ein Verhalten nur deshalb mit Strafe zu bedrohen, weil sie es für anstößig oder unmoralisch halten, gilt das Selbstbestimmungsrecht ganz unabhängig davon, in welche Richtung sich die gesellschaftlichen Werte entwickeln.
Nicht akzeptabel bleibt für die DGHS zudem das Weiterbestehen des § 217 StGB (Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung), der Suizidhilfe unter Strafe stellt, sofern sie wiederholt geschieht.
Die DGHS fordert bereits seit Jahren in ihrem Grundsatzprogramm (Auszug), dass Ärzte, die unter Beachtung von Sorgfaltskriterien Beihilfe zur Selbsttötung leisten, nicht mit Strafe bedroht oder diskriminiert werden. Die DGHS fordert außerdem u. a. eine Anpassung des Betäubungsmittelrechts, die es Ärzten ermöglicht, ggf. zur Selbsttötung geeignete Medikamente mit sicherer Wirkungsweise zu verschreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Wega Wetzel M.A.
Pressesprecherin DGHS e.V.

Tel: 0 30/21 22 23 37-22
Fax: 030/21 22 23 37-77
E-Mail: wega.wetzel@dghs.de | presse@dghs.de
           
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Spendenaufruf für Frauenprojekt in Indien
 
Das uns bekannte weltliche Sozialwerk Arthik Samata Mandal (ASM) im indischen Unionsstaat Andhra Pradesh ist eine langjährig tätige, gemeinnützige soziale Serviceorganisation. Sie setzt sich für soziale Verbesserungen für die Menschen vor Ort und für die Würde des Menschen ein.  ASM arbeitet für soziale, ökonomische und kulturelle Gleichheit in allen Bereichen und für die Gleichbehandlung von Mann und Frau. ASM wirkt für die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen.
 
Hauptaktivitäten von ASM sind die Bildung und sozialen Hilfen für Mädchen und junge erwachsene Frauen, um ihre Fähigkeiten und Kenntnisse für die Sicherung des eigenen Lebensunterhalts zu entwickeln und zu stärken. Insbesondere sind hierbei Mädchen und junge Frauen in den ländlichen Regionen im Mittelpunkt. Das berufliche Training und die Ausbildungen konzentrieren sich entsprechend der individuellen und regionalen Möglichkeiten auf Kunsthandwerke, Schneiderei, Krankenpflege (Krankenschwestern) und einige technische Berufsbereiche.
 
ASM benötigt dringend Spenden, damit die Mädchen und jungen Frauen an diesen Ausbildungen und beruflichen Chancen teilnehmen zu können. So können sie eine Brücke von ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lebenslagen zu einem selbstbestimmten Leben durch eigene Arbeit schlagen. Staatliche Förderung und eine Eigenfinanzierung sind in Indien nicht möglich.
 
Mit diesen berufsvorbereitenden Projekten unterstützt ASM auch die selbstbestimmte und wirtschaftlich eigenständige Zukunft der jungen Frauen und ihren Lebensmut. Kindereheschließungen und frühe Mutterschaften sowie schwere ökonomische Abhängigkeiten können dadurch auch verhindert werden. Dabei wird ebenso mit Jungen und Männern sowie mit den Eltern der Mädchen und jungen Frauen, soweit möglich, zusammengearbeitet.
 
Das harte und nachhaltige Engagement von ASM hat gute Ergebnisse erbracht, wie wir uns schon vor Ort überzeugen konnten. Es muss angesichts der vielen Ungleichheiten und geringen Chancen insbesondere für Frauen unbedingt fortgeführt werden. Dafür wird unsere finanzielle Unterstützung benötigt. Frau Nau Gora, Sekretärin von ASM, teilte uns mit, dass zum Beispiel für die kostenfreie Ausbildung von sechs Krankenschwestern im Vasavya Nursing Home etwa 300.000 Rupien im Jahr (für Unterkunft und Versorgung), d.h. etwa 4.000 € benötigt werden. Jede kleine Spende hilft in der Summe. Bitte überweisen Sie Ihre (steuerabzugsfähige) Spende an: Humanistischer Freidenkerbund Havelland, Konto bei der Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE15 1002 0500 0003 3298 00, BIG: BFSWDE33BER, Verwendungszweck: ASM-Frauenprojekt Indien 2017.
 
Am 22. Oktober 2017 wird eine Jugendgruppe des Humanistischen Freidenkerbundes für 14 Tage zu einem humanistischen Jugendaustausch ins Atheist Centre nach Vijayawada/ Südindien reisen und vor Ort (ohne Abzüge) die Spenden an ASM überreichen. Wir wären sehr froh, wenn wir helfen könnten.
 
Dr. Volker Mueller
 
Vorsitzender des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V.,
 
14641 Nauen, Karl-Thon-Str. 42.   freidenker-havelland@web.de


Unitarier begrüßen Ehe für alle in Deutschland: „Endlich“
Gleichbehandlung aus religiöser Überzeugung
Die Unitarier – Religionsgemeinschaft freien Glaubens begrüßen die Entscheidung des Bundestages zur Einführung der Ehe für alle. „Dieser Schritt war längst überfällig. Die bisherige Blockade der Unionsparteien war und ist nicht nachvollziehbar“, so Prof. Dr. Karsten Urban, Präsidiumsmitglied der Unitarier.
Verantwortliche Eigenständigkeit, Toleranz und gegenseitiger Respekt sind Kernpunkte unitarischer Ethik. Dazu gehört nach unitarischer Auffassung die Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Ehegemeinschaften. Diese Haltung wird in der Religionsgemeinschaft freien Glaubens aktiv gelebt. Die Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung ist ein Menschenrecht. Deshalb können sich homosexuelle Paare selbstverständlich genauso unitarisch trauen lassen wie heterosexuelle. Eine Mitgliedschaft bei den Unitariern ist dafür übrigens nicht nötig.
Sexualität ist ein Grundelement menschlichen Zusammenlebens. Unitarier unterstützen deshalb Freiheiten, die im Einvernehmen zwischen gleichberechtigten Sexualpartnern gelebt werden. Diese sollten insbesondere nicht durch religiöse Dogmen beschnitten werden. Die sexuelle Freiheit jedes Einzelnen endet allerdings dort, wo die Freiheit oder die körperliche Unversehrtheit eines anderen eingeschränkt wird oder Abhängigkeiten ausgenutzt werden. Als Religionsgemeinschaft empfinden die Unitarier eine besondere Verantwortung, um sexuellen Missbrauch in allen Bereichen zu verhindern.
Unitarier mahnen zu Respekt im Umgang mit dem Gegenüber und der Umwelt in allen Lebensbereichen. Daher ist die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe, die von uns schon lange gefordert wird, die logische Konsequenz einer unitarischen Religionsauffassung. Sie ist ein deutlicher Schritt in Richtung einer pluralistischen Gesellschaft, die eine Weiterentwicklung und ein lebenswertes Dasein ermöglicht.
„Wir haben die politischen Entscheidungsträger in Deutschland seit vielen Jahren dazu aufgefordert, endlich auch hier die gesetzlichen Rahmenbedingungen für gleichgeschlechtliche Ehen zu schaffen“, so Urban und weiter: „wir fordern eine vollständige Gleichstellung von LGBT und die Beseitigung sämtlicher Diskriminierungen, zum Beispiel die Aufhebung des Verbots der Blutspende für schwule Männer.“

Mehr Infos zu Unitariern auf www.unitarier.de und www.icuu.info
Kontakt:
Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Helene-Lange-Weg 13, 25436 Uetersen
Tel.: (0 41 22) 40 84 17 7

HLS-INFO Neueste Ausgabe der DGHS-Zeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS 2017-3)

30.06.2016
Nachfragen vor der Bundestagswahl
Dranbleiben oder zurzeit kein Handlungsbedarf? Die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine der DGHS fielen unterschiedlich aus. Während die CDU/CSU das Thema Suizidhilfe in absehbarer Zeit nicht noch einmal behandeln möchte, haben andere keine einheitliche Position oder fordern gar eine viel weitergehende Liberalisierung, sollten sie in das Parlament gewählt werden (S. 9-11).
Nur bei der FDP steht eine Forderung nach Abschaffung des § 217 StGB ausdrücklich im Wahlprogramm, DGHS-Präsident Professor Dieter Birnbacher verabredete sich deshalb mit einer Vertreterin der Parteispitze. Das so für die DGHS entstandene Interview lesen Sie in der Sommerausgabe der Verbandszeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS) auf S. 8.
Für viel Aufsehen hatte ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gesorgt, das sich im Ausnahmefall für die Herausgabe von Natrium-Pentobarbital durch eine Bundesbehörde aussprach. Wie dieses Urteil zu verstehen ist, erläutert DGHS-Vizepräsident Rechtsanwalt Professor Robert Roßbruch für die HLS-Leser (S. 4-7).
Im Service-Thema schildert ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der DGHS seine Erfahrungsreise in der Welt des Heilfastens und gibt viele nützliche Hinweise dazu (S. 12-13).
Welche Gedanken einen beschäftigen können, wenn eine Demenzerkrankung sich abzeichnet, ist Thema eines Gastbeitrages (S. 33-34).
Buchbesprechungen und Veranstaltungstipps runden die Zeitschrift wie gewohnt ab. Eine interessante und gewinnbringende Lektüre wünscht Ihnen Ihre HLS-Redaktion!
Journalisten, Schulen und Bibliotheken können die DGHS-Zeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ kostenlos als Print-Ausgabe per Postsendung oder digital als PDF-Datei per E-Mail-Zusendung bestellen. Bitte schreiben Sie dazu an: info@dghs.de. Die aktuelle Ausgabe ist unter www.dghs.de/service im Volltext als PDF-Datei herunterladbar.
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Humanes Leben – Humanes Sterben (HLS) Die Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V. Herausgeber und Verleger: DGHS e.V., vertreten durch ihren Präsidenten Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V., Kronenstr. 4, 10117 Berlin, Tel.: 030 / 21 22 23 37-0, Fax: 030 / 21 22 23 37-77 E-Mail: info@dghs.de Internet: www.dghs.de V.i.S.d.P: Claudia Wiedenmann M.A.

Unitarier für bundesweiten Werte-Unterricht
Wertekonsens im pluralen Staat nötig
Mit großer Sorge beobachten die Unitarier – Religionsgemeinschaft freien Glaubens die zunehmende Spaltung und Radikalisierung unserer Gesellschaft. Mehr als 900 Islamisten, die von Deutschland aus in den Irak und nach Syrien gezogen sind, um sich dort dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen, zählte das Bundesamt für Verfassungsschutz im März diesen Jahres. Auch die steigende Zahl religiös motivierter Terroranschläge ist ein Anlass, sich die Frage zu stellen, wie man der Radikalisierung Jugendlicher und junger Erwachsener vorbeugen kann.
Nach unitarischer Auffassung ist es eine der wesentlichen Aufgaben von Religionen und Weltanschauungen, Verbindungen zwischen Menschen zu bilden, egal welchen Glaubens. Dies ist auch eine wichtige Voraussetzung, um interreligiöses Verständnis zu erzielen. Jedoch ist es immer noch dringend notwendig, die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn: „Der konfessionelle Religionsunterricht ist kontraproduktiv“, so Horst Prem, Landesgemeindeleiter der Unitarier in Bayern. „Er vertieft Spaltungen, statt Brücken zu bauen.“ Die Unitarier fordern in allen deutschen Bundesländern seit Langem die Einführung eines verpflichtenden integrativen Werte-Unterrichts im gesamten Klassenverband. Ein entsprechendes Modell hat u.a. der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) bereits Anfang der 1990er Jahre mit dem Unterrichtsfach „LER – Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde“ in Brandenburg erfolgreich umgesetzt, das einen Beitrag zur Werteerziehung leistete und auf interreligiöses Verständnis zielte. Mit großem Erfolg, wie Prem erläutert: „Die Gewalt an den Schulen mit LER war im Vergleich deutlich niedriger als anderswo“. Deswegen ist es für die Unitarier auch unverständlich, warum LER mittlerweile auf die Ebene der Konfessionsunterrichte zurückgestuft wurde. „Wir brauchen einen Integrationsunterricht, der bundesweit eingeführt werden muss, statt getrennte Konfessionsunterrichte“, so Horst Prem.
Deswegen sehen die Unitarier auch die Einführung eines flächendeckenden Islam-Unterrichts wie in Baden-Württemberg kritisch. Stattdessen treten sie für eine konsequente Trennung von Staat und Kirche ein. Das Ziel muss ein staatlicher, integrativer und religionsübergreifender Integrationsunterricht sein, der den Wertekanon des Grundgesetzes widerspiegelt und weitergibt, und nicht das Kirchenrecht. Mehr auf www.unitarier.de und www.icuu.net
Hinweise:
Kontakt: Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens e.V. | Bundesgeschäftsstelle |
Helene-Lange-Weg 13 | 25436 Uetersen | E-Mail: info@unitarier.de | Tel.: (0 41 22) 40 84 17 7

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