2015-2 - Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.

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2015-2

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Von der Gemeinschaft für Humanismus Nepal (SOCH) erreichte uns folgende Botschaft:
Humanisten helfen Erdbebenopfern in Nepal
Bitte um Unterstützung aus Mitgliedsorganisationen

Einige Mitglieder und Freunde der SOCH Nepal auf der World Untouchability Conference letztes Jahr, die um das wichtige Thema der Kasten-Diskriminierung ging, unterstützt von der IHEU, der Jugendorganisation IHEYO und anderen.

Das katastrophale Erdbeben der Stärke 7.9 (Richter-Skala) in Nepal tötete mehr als 6000 Menschen (Zahl wächst noch) und mehr als 100 000 Menschen sind verwundet. Die VN schätzen, dass mehr als 8 Millionen Personen direkt durch das Beben betroffen sind. Als Bürger eines der ärmsten Länder der Erde können die Menschen in Nepal ihren Besitz nicht aus eigener Kraft allein wieder aufbauen. In den abgelegenen Gebirgsregionen ist der Schaden noch größer.

Zur Zeit sind etwa 90 Prozent der Bevölkerung des betroffenen Gebietes ohne medizinische Versorgung, Nahrung oder Unterkunft trotz Regen und Kälte. Schwangere Frauen und Kinder sind am stärksten benachteiligt. Bald wird der Monsun in Nepal beginnen. Die Menschen werden vor Monsunbeginn ihre Häuser nicht aufbauen können, sie brauchen daher Unterkünfte für mehrere Monate.
Als soziale Organisation begann SOCH bedürftige Menschen mit Unterkunft und Nahrung zu versorgen und mobilisierte dazu mehr als 1000 Freiwillige im ganzen Land. Nun appellieren wir an unsere nationalen und internationalen Freunde, uns zu helfen, damit wir den Opfern helfen können. Ihre Spenden werden für Nahrung und Schutz von Erdbebenopfern genutzt.

Spenden können Sie auf folgendes Konto:
Kontoinhaber:  Society for Humanism (SOCH) Nepal
Kontonummer: 0144335588524001
Name der Bank: NIC Asia Bank Limited, Tripureshwor Branch, Kathmandu
SWIFT Code: NICENPKA


Ihre Unterstützung wird direkt an die Opfer gehen ohne Abzug von Verwaltungskosten. Wir sind dankbar für jeden Beitrag. Einige Banken leiten Ihre Spenden ohne Kostenabzug weiter. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Bank.

Kontakt:
Uttam Niraula
Society for Humanism (SOCH) Nepal
www.sochnepal.org
sochnepal@gmail.com
+977-1 4497268, +977-1 4484777

Die IHEU (Internationale Humanistische und Ethische Union) ruft dazu auf, folgenden Link zu teilen, um Einzelmitglieder, Förderer und regionale freigeistige Gruppen zu erreichen:
http://iheu.org/society-for-humanism-nepal-help-for-earthquake-victims/

Die IHEU sammelt online Spenden als Mittler um die SOCH Nepal bei ihrer Hilfe für die Erdbebenopfer zu unterstützen. Alle Spenden, die über diesen Weg eingehen, werden direkt an die SOCH Nepal weitergeleitet. Es gibt einen Paypal Button bei der obigen Seite. Alternativ geht es auch über diesen Link:
https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_s-xclick&hosted_button_id=H7VN59DEFKBHA

Schließlich hat auch
Western Union angeboten, die Spendengelder für SOCH Nepal gebührenfrei weiterzuleiten. Um diesen Service für eine Spende zu nutzen, hier die Daten:


Society for Humanism (SOCH) Nepal
www.sochnepal.org
sochnepal@gmail.com
+977-1-4497268 or +977-1-4484777
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Bericht über die Veranstaltung zum Tag des
Friedens und der Versöhnung am 1. September 2015
im Unitarierhaus Kiel, Beselerallee 40

In dem gut besuchten Vortragsraum der Unitarier gestaltete der Referent Prof. Dr. Wolfgang Deppert nach einer kurzen Darstellung der Entstehungsgründe dieses bedeutungsvollen Tages sein Thema „Versöhnung ist not – für Religion mit und ohne Gott“ durch die Beantwortung der Fragen nach der Entstehung und Bedeutung des Religionsbegriffs, nach der Entstehung seiner entgegengesetzten Inhalte durch die Bewusstseinsveränderung in der Kulturgeschichte sowie nach den Versöhnungsmöglichkeiten wischen den Vertretern kontroverser religiöser Bekenntnisse und Überzeugungen.
Die erste grundlegende Bestimmung des Begriffs der Religiosität hat Cicero (-105 bis -42) in seinem Dialogwerk Über das Wesen der Götter geliefert, als die Leistung und Fähigkeit des gründlichen Nachlesens (relegere) und Nachdenkens über den Sinn der mythischen Götter, die wesentlich darin besteht, die Wirksamkeit der Götter, wenn sie überhaupt für existent gehalten werden, zu bezweifeln, so dass man sich selbst um eine sinnvolle Lebensführung zu kümmern habe. Schon für Cicero besteht das Religiöse in der Sinnstiftungsfähigkeit der Menschen, eine Begriffsbestimmung, der sich der Referent ausdrücklich anschloss, weil diese Begriffsbestimmung zu einer Wesensbestimmung gerade auch für die heutigen Menschen tauglich ist, weil sich daraus sogar der Begriff der Würde eines jeden Menschen bestimmen lässt. Warum aber haben die Offenbarungsreligionen dem von Cicero geprägten Wort 'religio' eine ganz andere Bedeutung zugeschrieben?
Von Religionen lässt sich erst nach dem deutlichen Zerfallsbeginn der mythischen Kultur sprechen, weil im Mythos all das, was wir heute als Religion, Kunst und Wissenschaft getrennt betrachten, noch so in einer ganzheitlichen Weltauffassung innigst und untrennbar miteinander verbunden war.
Die in allen Völkern unserer Erde aufgetretene erste mythische Kulturstufe ist als große Vereinfachungsleistung der menschlichen Gehirne zu bestaunen, die als unsere evolutionär entstandenen Sicherheitsorgane die ungeheure Fülle von Reizen der Sinnesorgane, die in den Gehirnen ankommt, durch die Unterscheidung von Lebensbereichen so zu bündeln, dass die Menschen überhaupt zu klaren Gedanken in der Lage waren, die sie allerdings als Mitteilungen von den Gottheiten begriffen, welche ihre Gehirne den Lebensbereichen als Göttinen oder Götter zugeordnet hatten, weil schon im Tierreich die ordnungbestimmenden Mächte die Tiermütter und -väter waren. Aus Vereinfachungsgründen brachten die Gehirne der mythischen Menschen in ihnen das zyklische Zeitbewusstsein hervor, wonach der zukünftige Geschehensablauf der gleiche war wie die Geschehensabläufe der Vergangenheit, so dass die Menschen in mythischer Zeit vollständige Geborgenheit ohne Zukunftsängste erlebten, solange sie sich in dem von den Gehirnen aus Sicherheitsgründen hervorgebrachten Unterwürfigkeitsbewusstsein strikt an den Willen der Gottheiten hielten, wie er in von Generation zu Generation weitererzählten Göttergeschichten zum Ausdruck kam. Das Abweichen vom Götterwillen wurde in allen Völkern als Sünde geahndet. Das Volk Israel, von dem älteste schriftliche Zeugnisse in Form des Alten Testaments erhalten sind, hatte in mythischer Zeit Frondienste bei den Ägyptern zu leisten, die als heiliges Symbol für die zyklische Zeit Darstellungen einer sich in den Schwanz beißenden Schlange besaßen, um die herum die Tierkreiszeichen angeordnet waren.
Als Moses das Volk Israel von seiner ägyptischen Versklavung befreite und in ein fremdes Land führte, zerbrach die zyklische Zeit; denn die Zukunft war nun ungewiss und nicht mehr gleich der Vergangenheit. Damit begann für die Juden der Mythos zu zerfallen und die ersten Aufzeichnungen jüdischer Priester malten darum die mythische Zeit als das Paradies aus, in dem die Geborgenheit durch den direkten Kontakt zur Gottheit und das zyklische Zeitbewusstsein vollkommen war. Allerdings stand im Paradies auch der Baum der Erkenntnis, von dem es verboten war zu essen. Da aber nach dem Aufbruch des Volkes Israel in eine unbekannte Zukunft die heilige mythische, geschlossene Zeit durch ein offenes Zeitbewusstsein zerbrochen war, hatte die Schlange als Bewahrerin des Urvertrauens die Pflicht, Eva zu beschwatzen, vom Baum der Erkenntnis zu essen, damit die Menschen angesichts einer ungewissen Zukunft aus Überlebensgründen zwischen Lebensfreundlichem und Lebensfeindlichem, zwischen gut und böse unterscheiden konnten. Nach der neuesten Mythostheorie war der Ausgang aus dem mythischen Bewusstsein in ein Bewusstsein des Erkenntnisstrebens ein notwendiger weil lebenserhaltender historischer und keineswegs sündhafter Vorgang, der etwa einen Begriff von Erbsünde erlaubt. Durch diese neuzeitliche Sicht des Mythos verliert das Christentum seine Begründbarkeit, weil in ihm die Erbsünde als historisches Faktum betrachtet wird, die nur durch den Glauben an den Opfertod von Gottes Sohn Jesus Christus zur Erlösung der Menschheit von der Erbsünde getilgt werden kann.
Derartige Gedankenkonstruktionen dienten den damaligen Mächtigen der Welt wie etwa dem römischen Kaiser Konstantin dazu, das aus dem Mythos ererbte Unterwürfigkeitsbewusstsein der Menschen durch die notfalls gewaltsame Unterwerfung unter einen allmächtigen Schöpfergott zu erhalten und dauerhaft zu zementieren, wodurch die Bedeutung des von Cicero geprägten Religionsbegriffs fundamental geändert wurde. Dies konnte nur durch den bewussten Einsatz von mythischen Formen gelingen, wie wir sie in den Offenbarungsreligionen des Judentums, des Christentums sowie im Islam bis heute zu Hauf vorfinden, was etwa Rudolf Bultmann mit seiner Forderung nach Entmythologisierung erkannte, die aber zur Glaubensentleerung des Christentums führte, was wiederum Kurt Hübner sicher richtig beschrieben hat.
Die durch die Offenbarungsreligionen systematisch betriebene Entmündigung und Entwürdigung der Menschen wurde durch den gedanklichen Kontakt zu den Werken der griechischen und römischen Philosophen im Zuge der sich historisch immer weiter verbreitenden europäischen Aufklärung allmählich unterlaufen, so dass ein kultureller Änderungsprozess der Bewusstseinsformen stattgefunden hat, der aus den einstigen Unterwürfigkeitsbewusstseinsformen zu mehr und mehr selbstverantwortlichen Bewusstseinsformen in den heutigen Menschen geführt haben, wovon freilich auch die Offenbarungsreligionen nicht unberührt geblieben sind. Die Änderung der Bewusstseinsformen findet in den menschlichen Gehirnen durch immer ausdifferenziertere neuronale Verschaltungen statt; deren Entwicklung besonders durch die Fortbildung der musikalischen Gedankenformen in Europa und in Indien stattgefunden hat. Weil die Ausbildung einer Kulturstufe immer eine Leistung menschlicher Gehirne ist, kann die Kulturentwicklung nur stufenweise erfolgen, weil bestimmte Gehirnverschaltungen erst erreicht sein müssen, damit sich aus ihnen weitere Ausdifferenzierungen ausbilden können. Aus diesem Grunde hat sich die Kindheitsphase im Laufe der kulturellen Entwicklung immer weiter verlängert, so dass wir diese inzwischen um die Entwicklungsphase der Jugendlichen weiter verlängert haben. Daraus ist die entwicklungspsychologische Notwendigkeit erkannt worden, dass das allmähliche Hineinwachsen unserer Nachkommen in die Kulturleistungen der Erwachsenengeneration aufgrund der stufenweisen Ausbildung der zugehörigen Gehirnverschaltungen in unseren Kindern und Jugendlichen nur gemäß der Stufenfolge der kulturellen Menschheitsentwicklung erfolgen kann. So erleben unsere Kinder etwa im Alter von 1 bis 4 Jahren ihre mythischen Phasen, deren stufenweise Ablösung durch Trotzphasen angezeigt werden. In dieser Zeit bildet sich das Urvertrauen aus, warum sehr viel vorsichtiger mit der Forderung nach allzu frühzeitigem Besuch von Kitas umzugehen ist. Weil aber nach Art. 2 GG Abs.1 die ungestörte Ausbildung des Urvertrauens notwendig zur freien Entfaltung der Persönlichkeit gehört und für die Sicherung der Grundrechte die Bundesregierung zuständig und mithin auch für die Zahlung von Erziehungsgeld ist, ist das kürzlich ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen die Bundeszuständigkeit für die Erziehungsgeldzahlung grundgesetzwidrig.
Durch die europäische Aufklärung ist besonders in den westlichen und mittleren Teilen Europas die Ausbildung eines Unterwürfigkeitsbewusstseins durch ein Bewusstsein der Selbstverantwortlichkeit verdrängt worden und dadurch sind Religionsformen von Religion ohne Gott entstanden, die allerdings erneut von machtbesessenen Menschen von der europäischen Aufklärung abgekoppelt wurden, um wieder ein Unterwürfigkeitsbewusstsein unter absolute Ideen auszubilden, wie etwa Ideen über die notwendige Menschheitsentwicklung, wie sie im deutschen Idealismus erdacht und im Kommunismus verwirklicht wurden. Dadurch erschien ein mögliche Versöhnung zwischen Religion mit und ohne Gott gar nicht mehr denkbar zu sein. Aber auch im Kommunismus hat sich ein Glaube an sinnstiftende und schöpferische Fähigkeiten im Menschen entwickeln können, durch den das Wesen der Menschen bestimmbar und eine mögliche Versöhnung mit den Religionen mit Gott wieder denkbar wurde.
Die mögliche Versöhnung zwischen den Religionsformen mit und ohne Gott erläuterte der Referent durch den Begriff des Göttlichen, welcher in den Entstehungszeiten des Pantheismus viel benutzt wurde. Ursprünglich wurde die Schöpferkraft und die Sinnstiftung ausschließlich dem einen Schöpfergott zuerkannt. Im Laufe der kulturellen Entwicklung wurde aber bemerkt, dass es besondere Menschen gab, die scheinbar aus eigener Kraft bestaunenswerte Werke hervorbrachten, so dass man sie als Genies bezeichnete, die Gott mit seiner Schöpferkraft ausgezeichnet habe, so dass sie dadurch am Göttlichen teilhatten. Im Laufe der Zeit traten vor allem mit zunehmender Aufklärung mehr und mehr Menschen auf, denen schöpferische Fähigkeiten zuzusprechen waren, bis schließlich auf den Gipfeln der Aufklärung etwa von Immanuel Kant allen Menschen die Fähigkeit zukam, sich ihres eigenen Verstandes sicher und gut bedienen zu können, wenn sie nur den Mut dazu hatten. Sapere aude! rief Kant den Menschen zu: „Habe Mut Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Damit aber mussten alle Menschen auch vom Göttlichen durchdrungen sein, einerlei, ob sie meinten, diese Fähigkeiten der selbstständigen Sinnstiftung und Orientierung von einem persönlichen Gott verliehen bekommen zu haben oder ob sie etwa im unitarischen Sinne daran glaubten, dass alles von einem Göttlichen durchdrungen ist, welches alles Existierende in einzigartiger Weise ausstattet, so dass es nicht einmal zwei gleiche Schneeflocken gibt. Und wenn man in den Religionsvorstellungen mit Gott die schöpferische und sinnstiftende Fähigkeit als eine Gabe des einen allmächtigen Schöpfergottes versteht, dann werden sich die entsprechend Gläubigen gewiss nicht eine Gotteslästerung erlauben, indem sie ihren Gott nicht für fähig halten, alles Seiende mit Einzigartigkeit auszustatten, wie es dem Göttlichen ganz selbstverständlich zugeschrieben wird. Wenn also wie schon nach Cicero es möglich ist, Religiosität als die schöpferischen und sinnstiftenden Fähigkeiten der Menschen zu begreifen, dann ist für die Möglichkeit der Versöhnung von Religion mit oder ohne Gott auch einerlei, ob diese religiösen Fähigkeiten der Menschen von einem persönlichen Gott oder von der von Göttlichkeit durchdrungenen Materie hervorgebracht wird. Es geht um die Versöhnung der Menschen untereinander, um dauerhaften Frieden zu stiften.

Trotz reichhaltiger, lebhafter und auch kontroverser Diskussionen während der Veranstaltung konnten sich alle auf die Versöhnungsformel des Referenten einlassen, dass der Glaube an etwas Göttliches in allem, was ist, das sich auch als etwas Zusammenhangstiftendes säkular bezeichnen lässt, welches auch die Grundlage für alle Naturwissenschaft darstellt, die Versöhnung zwischen den kontroversen Inhalten der historisch gewordenen Religionsformen ermöglicht.

Wolfgang Deppert


Geschichtsworkshop "Jugend unter Hitler"

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. hat mit 12 Jugendlichen einen Geschichts-Workshop und eine Exkursion nach Berlin erfolgreich durchgeführt.

Diese besondere zweitägige Jugendveranstaltung zur jüngeren Geschichte fand am 1. April 2015 in Falkensee statt und wurde am 2. April 2015 mit einer Tagesexkursion nach Berlin fortgesetzt. Mit großem Interesse haben sich die Jugendlichen einmal ohne Schule mit wichtigen Fragen der deutschen Geschichte beschäftigt, vor allem mit dem Thema, wie gerade die Jugend von der Hitler-Diktatur für deren Ziele missbraucht werden konnte. Dabei wurden der besondere Platz der Jugend in Hitler-Deutschland und die sozialpsychologische Beeinflussung junger Menschen zwischen 1933 und 1945 herausgearbeitet.
Wir führten einen jugendgemäßen offenen Workshop zu historischen und aktuellen Problemen des deutschen Faschismus mit dem Schwerpunkt der Vereinnahmung und Beeinflussung der Jugend durch den Nationalsozialismus durch. Anhand von verschiedenen historischen Fakten und Zusammenhängen und eines Filmes konnten die Geschichtskenntnisse vertieft und deren Bedeutung für unsere Gegenwart gemeinsam besprochen werden. Am zweiten Tag haben wir gemeinsam das Holocaust-Mahnmal in Berlin mit der begleitenden Ausstellung sowie die Ausstellung "Topographie des Terrors" in Berlin besucht, die die Verbrechen der Nazi-Zeit sehr anschaulich und bedrückend präsentieren.

Dr. Volker Mueller

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Der DFW begrüßt die neueste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes im „Kopftuchstreit"

Die Entscheidung der Bundesverfassungsrichter, dass das Tragen von Kopftüchern als Ausdruck des eigenen Glaubens nicht grundsätzlich zu verbieten sei und Religionen hier gleich zu behandeln seien, unterstützt die Argumentation des DFW, mit der er sich bei der Anhörung dieses Falles an das Bundesverfassungsgericht gewandt hatte.

Er hatte 2011 argumentiert: „Grundsätzlich kann und soll der Staat verhindern, dass Schüler auf unzulässige Weise indoktriniert werden, sei es politisch oder religiös/weltanschaulich. Eine Ausklammerung christlicher und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte aus dem Verbot der Bekundung durch Lehrer verstößt dabei jedoch gegen das Neutralitätsgebot des Staates. Es ist außerdem eine ausgesprochene Lex Islam, und damit unzulässig gegen eine bestimmte Religion gerichtet und gegen das Grundrecht auf Religionsfreiheit. Auch wenn der DFW  nicht mit allen Inhalten und Grundlehren des Islam einverstanden ist und diese nach gleichen Maßstäben wie andere religiöse oder weltanschauliche Positionen kritisiert, so darf doch unserer Meinung nach in Gesetzen weder negativ noch positiv eine spezifische Religion hervorgehoben werden."
Der DFW hatte auch betont, dass das Grundrecht auf Religions- und Glaubensfreiheit mit dem Recht der Eltern auf eigene religiöse und weltanschauliche Erziehung ihrer Kinder und dem Recht der Kinder auf eine neutrale Bildung in der Schule abzuwägen sei, was vor allem für den Grundschulbereich gelte.  
Hier muss der Gesetzgeber eine generelle für alle Religionen und Weltanschauungen gleichermaßen gültige Gesetzgebung erreichen.

Renate Bauer

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Endlich Klarheit über Gott!

Das Münchner Verwaltungsgericht muss klären, ob es eine höherer Instanz gibt, welche die Richtige ist und wie man ihr standesgemäß dient um Gebühren zu sparen.
Begonnen hat alles mit einem unscheinbaren Paragrafen im Rundfunkstaatsvertrag. Dort wird für Betriebsräume, die "gottesdienstlichen Zwecken" gewidmet sind Beitragsfreiheit versprochen.
Die Frage bleibt, was für ein Gott gemeint ist, was man sich unter gottesdienstlichen Zwecken genau vorzustellen hat und wer also in den Genuss eines solchen Privilegs kommt.

Michael Wladarsch, Schwabinger Kultbankbesitzer und erster Vorsitzender der Bundes für Geistesfreiheit (bfg) München KdöR, wollte es genauer wissen. Unter Berufung auf den Gleichstellungsgrundsatz von Religionen und Weltanschaungsgemeinschaften meldete er sein Grafik-Design Büro in der Münchner Georgenstraße, das auch Zentrale des bfg München dient, von der Rundfunkgebühr ab und stellte vor mehr als zwei Jahren die Zahlungen ein. Um ganz sicher zu gehen, ließ er seine Betriebsräume nach dem religionstypischen Ritus der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters (FSM) weihen, so daß alle in den Räumen ausgeführten Tätigkeiten fortan der höheren Weihe und dem Gottesdienst an seiner nudeligen Magnifizenz dienen.
Die Anwälte der bayerischen Rundfunks und der GEZ teilten die Auffassung von Wladarsch jedoch nicht und bestanden weiterhin auf die Zahlung der Gebühren. So eskalierte der Streit und man zog vor Gericht. Verhandelt wird nun am 22.7.2015 um 9:15 Uhr Sitzungssaal 6 vor dem Münchner Verwaltungsgericht, Bayerstraße 30 in einer öffentlichen Sitzung zu der Zuschauer sehr herzlich eingeladen sind.
Wladarsch und seine Mitstreiter vom Bund für Geistesfreiheit erhoffen sich so höchstrichterliche Klarheit über Gott und für den Fall seiner oder ihrer Existenz, was genau einen gottesdienstlichen Zweck ausmacht. Zumindest aber eine Auskunft, warum eine solche Privilegisierung im Rundfunkstaatsvertrag überhaupt festgeschrieben wurde und für wen sie im Fall ihrer Legitimität gilt. Im Grundgesetz wird ganz klar festgelegt, dass keine Staatskirche existiert. Warum verhalten sich die meisten Behörden trotzdem so, als wäre das der Fall?

Links:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/klage-vor-verwaltungsgericht-gott-gegen-gebuehren-1.2569061
http://www.bfg-muenchen.de/portal/article/die-götter-stehen-auf-dem-prüfstand
https://www.facebook.com/bfg.muenchen

Vielen Dank für Ihr Interesse
Michael Wladarsch
bfg-muenchen.de
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Humanistische Willkommenshilfen
für Geflüchtete und Asylsuchende

Seit Ende letzten Jahres hat im Humanistischen Freidenkerbund Havelland e.V. (HFH) die Arbeitsgruppe Humanistische Flüchtlingshilfe im Havelland ihre Tätigkeit aufgenommen. Sie beteiligt sich mit ihren Möglichkeiten und Aktivitäten an der humanitären und kulturellen Unterstützung von Geflüchteten aus Krisen- und Kriegsgebieten und von Asylsuchenden im Landkreis Havelland und verbindet sich mit anderen zivilgesellschaftlichen Initiativen. Dabei wollen wir eine demokratische und freie Willkommenskultur, unabhängig von Alter, Herkunft und religiös-weltanschaulichen, sozialen und kulturellen Unterschieden, unterstützen.
Vor kurzem haben wir weitere konkrete Schritte beraten und verabredet, vor allem in den Orten Falkensee, Friesack und Nauen. Aber auch in den anderen Orten wie Brieselang und Wustermark sollte längerfristig Hilfe entwickelt werden.
Folgende Aktivitäten des HFH stehen in nächster Zeit im Vordergrund:
1. Wir unterbreiten kulturelle Angebote für Familien und Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, um sich in unserem Land willkommen zu fühlen. Dabei ist es wichtig, integrativ angelegte Aktivitäten und Kulturveranstaltungen zu organisieren, an denen Deutsche und Nichtdeutsche gleichermaßen teilnehmen. Auch die Förderung der Integration in Sport- und Freizeitvereinen vor Ort ist bedeutsam.
2. Wir entwickeln eine Börse zur Vermittlung und Unterstützung von persönlichen Patenschaften für ausländische Familien. Diese ehrenamtlichen Patenschaften wollen wir angemessen coachen sowie Aufklärung zu kulturellen, sozialen und politischen Hintergründen und Dolmetscherhilfen ermöglichen.
3. Durch ehrenamtlich tätige Havelländerinnen und Havelländer vermitteln wir gern eine Begleitung und Beratung von einzelnen rat- und hilfesuchenden Personen, sei es bei gesundheitlichen, sozialen oder persönlichen Fragen. Soziale und materielle Hilfen z.B. durch Suppenküche, Kleiderkammer und Tafel können wir koordinieren.
4. Wir wollen uns mit anderen Willkommensinitiativen im Havelland vernetzen und konkret zusammenarbeiten.
Wer in der offenen Arbeitsgruppe des HFH mitwirken möchte, kann sich gern melden beim:
Humanistischen Freidenkerbund Havelland e.V., 14641 Nauen, Karl-Thon-Str. 42.
Tel.: 03321-450746. E-Mail: freidenker-havelland@web.de

Dr. Volker Mueller

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