2014 - Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.

Dachverband Freier
Weltanschauungsgemeinschaften
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2014

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Maulkorb für den Frechen Mario
Prämiert wird ein Phantom - Preisverleihung der "Freche Mario"

Kunst als Möglichkeit Kritik an bestehenden feudalen Strukturen zu üben hat in München eine lange Tradition. Der bfg München führt diese mit dem Frechen Mario, dem Preis für religionskritische Kunst, auf humorvolle Weise fort und prämiert Werke, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Zum vierten Mal wurden Künstlerinnern und Künstler aufgerufen Arbeiten aller Genres einzureichen, mehr als 400 Einsendungen sprechen für ein anhaltendes Interesse an der Thematik.
Die Bandbreite der Arbeiten reicht von feinem Sarkasmus bis zu deftigen Boshaftigkeiten und riefen bei der Ausstellung ausgewählter Beiträge auf dem Corso Leopold im Juli beim Publikum meist Erheiterung, aber auch Heftigen Widerspruch hervor. Dieses Publikum und eine neunköpfige Jury wählten nun die Preisträger aus, die am 13. November in der Seidlvilla präsentiert werden.
Es mutet an wie ein geschickt lancierter PR-Trick, ist aber leider die bittere Wahrheit. Der Preisträger des ersten Platzes wird den Preis nicht persönlich entgegen nehmen können, da der Arbeitgeber eine kirchlichen Einrichtung ist. Kritik an Religion und Kirche sind scheinbar ein Kündigungsgrund, auch im 21. Jahrhundert. Gerade hier setzt die Arbeit des Bund für Geistesfreiheit an, einer Körperschaft des öffentliches Rechts, die sich seit 144 Jahren für Konfessionsfreie und deren Belange einsetzt. Religionsfreiheit, die auch eine Freiheit von Religion bedeutet, steht zwar ebenso wie die Trennung von Kirche und Staat im Grundgesetz dennoch werden die großen Kirchen privilegisiert, die freie Meinungsäußerung eingeschränkt.
So wird die Verleihung ein Sinnbild für die Grundmotivation des Preises, bei dem laut Ausschreibung „Kunstwerke gesucht werden, die humorvoll und intelligent übernatürliche (= meist religiöse) Vorstellungen auf die Schippe nehmen und so geeignet sind, deren Alleinvertretungsanspruch zu unterminieren." Das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro wird in diesem Jahr vom IBKA, dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten gestiftet und von Réne Hartmann an die anderen Preisträger überreicht. Anwesend ist auch ein Sprecher der Münchner FDP, die jüngst einen Vorstoß zur Abschaffung des immer noch existierenden Blasphemieparagraphen § 166 gemacht haben.

www.frechermario.org
www.bfg-muenchen.de
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Kommentar zum Urteil des Bundesverfassungsgericht: Kündigung Arzt nach 2. Eheschließung (2 BvR 661/12)
Urteil benachteiligt Staatsbürger

Die Unitarier – Religionsgemeinschaft freien Glaubens – kritisieren das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 20. November 2014, das die Entlassung eines Arztes, der als Angestellter eines katholischen Krankenhauses eine zweite Ehe eingegangen ist, für rechtmäßig erklärt. Unter dem Stichwort „Selbstbestimmungsrecht der Kirche" werden die Grundrechte der Staatsbürger umgangen.
„Dieses Urteil schwächt das Vertrauen der Bürger in die staatliche Justiz und trägt zur allgemeinen Verunsicherung bei", so Prof. Dr. Karsten Urban, Vorstandsmitglied der Unitarier in Deutschland. „Es ist höchste Zeit, die Gesetzgebung in den Punkten der kirchlichen Selbstbestimmung nach rechtsstaatlichen Gesichtspunkten zu überarbeiten."
In dem Urteil aus Karlsruhe sehen die Unitarier die Schutzpflichten des Staates gegenüber den Arbeitnehmern verletzt (Art. 12 Abs. 1 GG). Das Selbstbestimmungsrecht von Religionsgemeinschaften muss das Recht auf Menschenwürde respektieren. Eine Verletzung der Rechte der Staatsbürgerschaft im Namen einer Glaubensrichtung oder einer anderen Vereinigung ist generell nicht hinnehmbar.
Die Unitarier sind eine weltweit vertretene Religionsgemeinschaft freien Glaubens, die sich als unabhängig von dogmatischen Zwängen und unumstößlichen Lehrmeinungen sieht. Es gibt gemeinsame Grundvorstellungen, wie die Achtung vor dem Leben, Toleranz gegenüber Andersdenkenden und die Erfahrung religiöser Gefühle, die in den unitarischen Grundgedanken zum Ausdruck gebracht werden. So ist das Thema des 29. Unitariertags im Mai 2015 „Spuren lesen – Wege bahnen" als zentrale Motivation unitarischer Religion zu sehen, die unter respektvoller Beachtung bestehender Strukturen auch bereit ist, neue Wege zu erkunden und gangbar zu machen.

Mehr Infos auf www.unitarier.de

Kontakt:
Dipl.-Kff. Kerstin Salerno
Tel.: 02955/74 63 910
mobil: 0151 52 96 75 97
kerstin.salerno@unitarier.de

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Beschlüsse der DFW-Hauptversammlung
Auf der Hauptversammlung des DFW am 1. 11. 2014 wurden weitreichende Beschlüsse für die Arbeit der kommenden Jahre gefasst:

Unter dem Titel „Gemeinsam leben lernen" wird sich der DFW intensiv mit einer integrativen schulischen Wertebildung auf seiner Tagung am 21. bis 23. 3. 2015 befassen, ein Thema, das gerade im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft an Bedeutung noch gewinnt.
Die Hauptversammlung beauftragte das Präsidium, sich für ein Bundesgesetz zur Ablösung der Staatsleistungen nach Art. 140 GG (Art. 138 WV) einzusetzen, um für die Länder endlich den notwendigen gesetzlichen Rahmen zu deren Durchführung zu schaffen. Dazu sollen auch Kooperationspartner  gewonnen werden.
Ferner wurde das Präsidium beauftragt, die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen zur Einrichtung einer humanistischen Soldatenbetreuung zu prüfen und diese gegebenenfalls einzufordern. Immerhin sind über 40 % der Soldaten ohne Konfession.
Die im DFW zusammengeschlossenen Gemeinschaften bekräftigen das Recht ihrer Mitglieder auf Selbstbestimmung am Lebensende einschließlich der Möglichkeit, einen assistierten Suizid in Anspruch zu nehmen, als Teil ihrer freigeistigen und humanistischen Weltanschauung  und fordern vom DFW, für die Wahrung dieses Rechts einzutreten.

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Ahmed Nadir darf bleiben
Nach dem breit angelegten Aufruf des DFW, Ahmed Nadir aus Bangladesh zu helfen, gibt es jetzt gute Neuigkeiten. Der Brief des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften hat Eindruck gemacht und wurde sehr interessiert zur Kenntnis genommen, sodass er jetzt endlich eine Aufenthaltserlaubnis bekommen hat. Ahmed Nadir ist überglücklich, denn nun kann er endlich reisen, sich frei bewegen und einen Job suchen. Er dankt allen, die ihn in der schweren Zeit unterstützt haben.
Ahmed Nadir wurde aufgrund seiner atheistischen Weltanschauung in seinem Heimatland bedroht und ist deshalb nach Deutschland geflüchtet.    Ortrun Lenz

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Martin Schulz fordert die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates, nicht das Verbot von Kirchen
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften unterstützt das Anliegen des Präsidenten des europäischen Parlamentes, Martin Schulz, den Raum des öffentlichen Lebens, das heißt:  staatliche Schulen, Gerichte, Parlamente und sonstige  Amtsräume weltanschaulich neutral zu gestalten.
Kritik an entsprechenden Äußerungen von Martin Schulz, er wolle Religionszeichen an Straßen  und Plätzen verbieten,  entbehren jeder Grundlage.  Denn niemand will Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel und freigeistige Gemeindezentren aus den Kommunen verbannen, wie es ihm anscheinend unterstellt wird.
In einer pluralen Gesellschaft müssen alle Bürger und Bürgerinnen eines Staates die Gewissheit haben, dass ihre Anliegen bei öffentlichen Stellen weltanschaulich neutral behandelt werden  und die Erziehung ihrer Kinder in staatlichen Schulen ohne Indoktrination  im Sinne einer  bestimmten Religion oder Weltanschauung erfolgt. Das ist bis heute trotz gegenteiliger Urteile, etwa des Bundesverfassungsgerichtes, nicht gewährleistet. Auch öffentliche Veranstaltungen des Staates haben  diese weltanschauliche Neutralität aufzuweisen.

Renate Bauer

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Die Freireligiöse Gemeinde Mannheim lädt ein:

„Menschenrechte: Hoffnung in dunkler Zeit?“ –
Tag der Menschenrechte

Im Jahr 1948 wurde am 10. Dezember die Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verkündet. Sie bildet seither die große Herausforderung für alle Staaten, für ein freiheitliches, gerechtes und soziales Leben aller Menschen zu sorgen. Dass die Menschenrechte noch längst nicht alle überall umgesetzt werden, wissen wir. Selbst in Staaten, die sich demokratisch bezeichnen, sind Freiheitsrechte nicht für alle gegeben. Nicht umsonst wird auch an diesem Tage, dem 10. Dezember, der Friedensnobelpreis verliehen. In diesem Jahr erhalten ihn zwei Menschen, die für die Durchsetzung der Menschenrechte für Kinder eintreten. Einige humanistische Organisationen begehen diesen Tag inzwischen auch als Feiertag, um auf die Bedeutung dieser Rechte für alle hinzuweisen.
Wir freuen uns, Sie – gerne mit Begleitung – zu einer Veranstaltung der Freireligiösen Gemeinde Ludwigshafen zu diesem Thema einladen zu dürfen. Geplant ist eine Gesprächsrunde über die Verwirklichung der Menschenrechte, gerade auch im Hinblick auf das Recht auf Bildung und einem guten Leben für Kinder. Zu Gast ist MdB Doris Barnett und gemeinsam mit ihr können wir diskutieren, wie die Verwirklichung, die Achtung der Menschenrechte noch stärker vorangetrieben werden kann.
Die Veranstaltung findet statt am
Mittwoch, 10. Dezember 2014 um 19.30 Uhr,
im Johannes-Ronge-Haus Ludwigshafen, Wörthstraße 6a.

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Säkulare Dachverbände stellen sich vor
Podiumsdiskussion am 15.11.2014 um 15 Uhr in der Freireligiösen Gemeinde Wiesbaden über Gemeinsamkeiten und Unterschiede:

„Die Gegenmacht zu Macht und Einfluss von Kirche auf Staat und Gesellschaft?“

Seit mehr als 150 Jahren gibt es in Deutschland staatlich anerkannte Organisationen, in denen kirchen-ungebundene Menschen eine Gemeinschaft bilden und deren Ziel die Trennung von Staat und Kirche ist. Politische Umstände sowie zahlreiche Verbots- und Neugründungsphasen brachten ein breites Spektrum unterschiedlicher Strömungen hervor, die sich dann wiederum in übergeordneten Verbänden (Dachverbänden) zusammenfanden, um eine wahrnehmbare Gegenmacht zur Macht der Kirchen in Staat und Gesellschaft zu bilden.
Wie aber können die säkularen Verbände die Interessen ihrer Mitglieder als „Gegenmacht“ zu den Kirchen umsetzen? Was eint sie, was trennt sie?
In der Freireligiösen Gemeinde Wiesbaden stellen sich drei säkulare Verbände mit jeweils einem namhaften Repräsentanten bzw. einer Repräsentantin in einer Podiumsdiskussion der Öffentlichkeit vor. Es diskutieren:

   Renate Bauer, Präsidentin des DFW (Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften)
   Siegward Dittmann, Vizepräsident des BFGD (Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands)
   Helmut Fink, Vizepräsident des HVD (Humanistischer Verband Deutschlands)

Moderation: Melanie Hofmann (Freireligiöse Gemeinde Wiesbaden)

DFW (Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften): Der DFW wurde 1991 gegründet und ist die Nachfolgeorganisation des Deutschen Volksbundes für Geistesfreiheit. Im DFW sind u.a. der BFGD, der Bund für Geistesfreiheit, die Deutschen Unitarier sowie die Freigeistige Aktion für humanistische Kultur organisiert.

BFGD (Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands): Der BFGD wurde 1859 in Gotha gegründet. Heute repräsentiert der BFGD noch freireligiöse Gemeinden in Hessen, in der Pfalz und in Baden.

HVD (Humanistischer Verband Deutschlands): Der HVD wurde 1993 aus unterschiedlichen freireligiösen und Freidenker-Organisationen gegründet. Vor allem in Ostdeutschland ist er stark vertreten, besitzt aber auch Landesverbände in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Wir würden uns sehr freuen, Dich sowie Vertreter Deiner Gemeinde bei uns begrüßen zu dürfen.

Freireligiöse Landesgemeinschaft Hessen und Gemeinde Wiesbaden
Gemeinschaft freigeistiger und humanistischer Weltanschauung
Rheinstr. 78, 65185 Wiesbaden, Tel. 0611-377715
Internet: www.freireligioese-hessen.de und www.frgwi.de

Elke Suchanek


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DFW Hauptversammlung
Am 1. und 2. November 2014 tagt die alle zwei Jahre stattfindende Hauptversammlung des DFW in Fürth. Nach der Delegiertenversammlung am Samstag gibt es eine öffentliche Feierstunde zum Thema „Humanes Sterben“.
Sie wird durchegeführt im „Grünen Baum“, Gustavstraße 34, 90762 Fürth. Neben Präsidentin Renate Bauer spricht Elke Baezner, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. (DGHS). Musikalisch wird die Veranstaltung begleitet von der Steam-Brass-Band.
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Humanistischer Freidenkerbund Havelland e.V.
25 Jahre freies Denken
und tätige Humanität im Havelland


Vor kurzem hat der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. (HFH) seinen 25. Geburtstag mit vielen Mitgliedern und Gästen gefeiert.
Am 14. Oktober 1989 hatten sich Menschen verschiedenen Alters in Nauen zusammen gefunden, um eine Vereinigung zu gründen, die freigeistige und humanistische Welt- und Lebensanschauungen pflegt und im Sinne einer tätigen Humanität praktisch wirken will. In der sog. Wende wollten wir uns – außerhalb der Kirchen – an der Demokratisierung der Gesellschaft, an mehr Offenheit und Freiheit, an konkreter Kultur-, Jugend- und Sozialarbeit aktiv beteiligen. In den Mittelpunkt trat das Eintreten für Menschenwürde und Menschenrechte, für ein freies und tolerantes Miteinander und für eine säkulare humanistische Lebensart.
Nach 56jähriger Unterbrechung – nach dem Verbot der Freidenker durch die Nazis 1933 und dann nach ihrer Nichtwiederzulassung in der SBZ und in der DDR – haben wir uns am Ende der DDR neu gegründet. Im Zuge der demokratischen Veränderungen in der DDR im Herbst 1989 entstand auch bei konfessionell nicht gebundenen Menschen das Bedürfnis, neue Wege zu gehen und sich tolerant an der „Wende" zu beteiligen sowie eine ideelle Basis außerhalb der Kirchen zu finden, um ein Freies Denken zu entwickeln, das keiner Partei und dem Staat untertan ist. Ohne Bevormundung und parteipolitische Ausrichtung und für eine demokratische Gesellschaft und Weltanschauungsfreiheit haben wir uns im Altkreis Nauen und 1990 ebenfalls im Altkreis Rathenow mehr und mehr zusammen gefunden. Wir engagierten uns zunehmend für eine weltliche Fest- und Feierkultur und für ein neues Bildungsverständnis, in der Sozialarbeit und freien Kinder- und Jugendhilfe und in ethischen und philosophischen Diskussionen. Seit 1993 haben wir eine einheitliche freie Weltanschauungsgemeinschaft im Landkreis Havelland, den Humanistischen Freidenkerbund Havelland e.V. >> mehr lesen

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Abtreibung und Down-Syndrom
Die Entschuldigung von Richard Dawkins

Richard Dawinks schreibt:
Denjenigen, die unerschrocken genug sind, um sich auf meinen Twitter-Feed zu wagen, wird die jüngste Hysteriewelle nicht entgangen sein, für die ich mich hier entschuldigen möchte. Es geht um die Frage der moralischen Vertretbarkeit von Abtreibung nach der Diagnose eines Down-Syndroms.

Gestern schrieb eine Frau, die zu unseren angesehenen Stammgästen auf RichardDawkins.net gehört, auf Twitter, dass sie unsicher sei, was sie tun würde, wenn ein Fötus, der in ihr heranwächst, das Down-Syndrom hätte. Ich antwortete ihr, indem ich meinen Tweet mit "@" begann, womit – so dachte ich jedenfalls (wie ich inzwischen erfahren habe, könnten sich die Richtlinien von Twitter in dieser Hinsicht vor Kurzem geändert haben) – gewährleistet sei, dass er nicht all die Millionen meiner Follower erreichen würde, sondern lediglich eine Minderheit, die sowohl mir als auch ihr folgt. Das war meine Absicht. Allerdings kann man so diejenigen, die danach suchen, nicht davon abhalten, solche Tweets zu finden, selbst wenn diese nicht automatisch auf ihrem Twitter-Feed erscheinen. Viele machten es so, und die ganze Angelegenheit schaukelte sich zu der oben angesprochenen Welle von Hysterie hoch.
Folgendes hätte ich der Frau geantwortet, hätten mir mehr als 140 Zeichen zur Verfügung gestanden:
"Die Entscheidung liegt offensichtlich bei dir. Wäre es meine Entscheidung, würde ich den Down-Fötus abtreiben lassen und – angenommen, du wünschst dir überhaupt ein Kind – es noch einmal versuchen. Vor der Wahl stehend, entweder eine frühzeitige Abtreibung durchzuführen oder absichtlich ein Down-Kind zur Welt zu bringen, denke ich, dass es eine moralische und vernünftige Entscheidung wäre, abzutreiben. Und genau das tut die große Mehrheit der Frauen in Amerika und vor allem im Europa auch tatsächlich. Ich persönlich würde noch weiter gehen und sagen: Wenn deine Moral, so wie meine, auf dem Wunsch begründet ist, die Summe an Glück zu vergrößern und das Leiden zu verringern, könnte die Entscheidung, absichtlich ein Down-Baby zur Welt zu bringen, obwohl die Möglichkeit einer Abtreibung in der frühen Schwangerschaft besteht, im Hinblick auf das Wohlergehen des Kindes sogar unmoralisch sein. Ich bin mir im Klaren darüber, dass diese persönliche Meinung anfechtbar ist und weiterer Diskussion bedarf, möglicherweise auch, um zurückgenommen zu werden. Jedenfalls würdest du dich selbst dazu verdammen, als Mutter (oder zu zweit als Elternpaar) vermutlich ein Leben lang für einen Erwachsenen mit den Bedürfnissen eines Kindes sorgen zu müssen. Dein Kind würde wahrscheinlich eine kurze Lebenserwartung haben, und falls es länger lebte als du, müsstest du dir Sorgen darüber machen, wer für es da ist, wenn du nicht mehr lebst. Es ist also kein Wunder, dass sich die meisten Menschen für eine Abtreibung entscheiden, wenn sie die Wahl haben. Doch wie ich bereits sagte, liegt die Entscheidung ganz bei dir, und ich würde nicht im Traum daran denken, dir oder jemand anderem meine Ansichten aufzuzwingen."
Das also hätte ich gesagt, wäre ich von einer Frau um Rat gefragt worden. Und wie man sieht, braucht es dazu viel mehr als 140 Zeichen! Ich fasste das Ganze in einem kurzen Tweet zusammen, und das Ergebnis wurde in manchen Kreisen verständlicherweise als ziemlich herz- und gefühllos aufgefasst: "Treibe es ab und versuche es noch einmal. Es wäre unmoralisch, es zur Welt zu bringen, wenn du die Wahl hast." Selbstverständlich bedauere ich es, diese verkürzte Ausdrucksweise verwendet zu haben, die so viel Aufruhr verursacht hat. Ich hatte niemals vor, "Mord!" zu rufen!


https://hpd.de/artikel/9946


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Seminar: Menschenrechte statt Extremismus II
3. - 5. Oktober 2014 in der Jugend- und Bildungsstätte Klingberg
Das Jugend- und Familienbildungswerk Klingberg e.V. lädt ein zum 2. Seminar über „Menschenrechte statt Extremismus“.
In Europa treten immer wieder Konflikte auf durch ethnische oder religiöse Unterschiede. Kein Land in Europa hat das Integrationsproblem gelöst. Überall gibt es Abspaltungstendenzen, die auch die EU als supranationale politische Gemeinschaft gefährden. Deshalb muss die Frage beantwortet werden, welche fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsschwerpunkte mit Orientierung an den Menschenrechten in Pausenhof und Klassenzimmer bis zur Beurteilung von Konflikten in Gesellschaft und Welt betont werden müssen, um ein friedliches Zusammenleben zu garantieren.
Wir sind Teil einer Weltrisikogesellschaft, die ein gemeinsames Problemverständnis entwickeln muss, um zu überleben. Welches sind die gemeinsamen Probleme der Menschheit? Was muss geändert werden? Behindert der Konfessionsunterricht an den Schulen die Integration? Was können wir von anderen Ländern lernen, die eine Willkommenskultur entwickelt haben? Wie kann der Migrationsdruck abgebaut werden? Diesen Fragestellungen wollen wir im Seminar "Menschenrechte statt Extremismus II" nachgehen, zu dem wir Sie herzlich einladen. Die Ergebnisse des ersten Seminars sind in der Klingberger-Reihe Nr. 8 („Menschenrechte statt Extremismus“, ISBN 978-3-943624-16-8) zusammengefasst.

Fr. 3. Okt.
18:00 Abendimbiss
19:00 Vorstellungsrunde
19:30 Peter Kriesel: Die Rolle der Menschenrechte bei der Bearbeitung globaler Probleme - Aussprache

Sa. 4. Okt.
08:00 Frühstück
09:00 Horst Prem: Laizität und Gewissensfreiheit in Quebec – eine Willkommenskultur - Aussprache
10:30 Kaffeepause
11:00 Dr. Volker Mueller: Frieden und Freiheit als Bestandteile einer ethisch begründeten Integration - Aussprache
12:30 Mittagessen
14:00 Eike Möller: Religion für alle – wie ist die Situation in Hamburg? Aussprache
15:30 Kaffeepause
16:00 Arbeitskreise zu den angesprochenen Themen
18:00 Abendessen
Abend zur freien Verfügung oder Lesung aus Klingberger Reihe Nr. 8 „Menschenrechte statt Extremismus“ und Originaltexten von Thomas Paine (Beispiel s.u.)

So. 5. Okt.
08:00 Frühstück
09:00 Olaf Christensen: Paines Zeitalter der Vernunft - ist das überholt? Aussprache
10:30 Kaffeepause
11:00 Zusammenfassung Initiativen zur Integration in den pluralen Gesellschaften Deutschlands und Europas
12:30 Mittagessen
13:30 Formulierung der EU-Initiative
14:30 Ende des Seminars

Referenten:
Peter Kriesel, Dipl.-Theol. und Dipl.-Pädagoge, stellvertr. Bundesvorsitzender des „Fachverband Ethik e.V.“ Brandenburg i. Bbg.
Horst Prem, Luft- und Raumfahrtingenieur, Vorsitzender des Trägervereins „Jugend- und Familienbildungswerk Klingberg e.V.“, Ottobrunn.
Dr. Volker Mueller, Philosoph, Vorsitzender „Humanistischer Freidenkerbund Brandenburg“, Falkensee.
Eike Möller, Stud.-Dir. i.R., Vorsitzender der Stiftung „unitates“, Hamburg.
Olaf Christensen, Jurist bei Lufthansa, Leiter des Referats „Jugendleiteunterricht“ der Unitarier, Hamburg.

Seminarort:
Jugend- und Bildungsstätte Klingberg, Fahrenkampsweg 7 23684 Scharbeutz, Tel. 04524–9388 Fax. 1483
E-mail: info@bildung-klingberg.de, Internet: www.bildung-klingberg.de

Tagungskosten:
Logis, Verpflegung u. Tagungsgebühr: 120,- €/Person im DZ, 140,- € im EZ, Tagesgäste: 20,- € inkl. Mittagessen, Anmeldung bitte bis spätestens 15.9.2014 z. Hd. Hauke Möllers oder E-Mail: info@bildung-klingberg.de

„Das Zeitalter der Vernunft“ von Thomas Paine
Part I: Seite 13/14
Wenn Objekte von Großartigkeit und Bewunderung Gegenstand unserer Betrachtungen sein sollen, dann frage ich, ob sie sich uns nicht ohnehin ständig zeigen?
Sehen wir nicht eine faire Evolution, die vorbereitet ist, uns Menschen aufzunehmen – eine Welt geschaffen, um sie zu nutzen und die uns nichts kostet?
Sind wir es denn, die die Sonne zum Scheinen bringen, die es regnen lassen und die Erde mit Reichtum füllen? Ob wir schlafen oder wach sind, diese riesige Maschinerie des Universums schreitet fort. Sind denn diese Erkenntnisse und die zukünftigen Geschenke für uns bedeutungslos? Können unsere existenziellen Gefühle nur Gegenstand von Tragik und Suizid sein? Oder ist die schillernde Überheblichkeit des Menschen so unduldsam geworden, dass nur noch Opfergaben für den Schöpfer die Antwort sein können.
Ich weiß, dass ich mit dieser schonungslosen Analyse viele Menschen in Angst und Schrecken versetze, aber es wäre eine zu große Würdigung ihrer Leichtgläubigkeit, diese Untersuchung zu unterlassen; die Zeiten und die Gegenstände der Analyse erfordern, die Probleme anzusprechen.
Kommentar: Für mich ist dies die kürzeste Form einer unitarischen Auffassung! Aus dieser Grundhaltung heraus hat Paine die Menschenrechte formuliert und in der Französischen Verfassung mit anderen Mitstreitern verankert. Wir sind als Mitglied der Weltrisikogesellschaft Teilhaber und Mitgestalter der Welt. Es ist verblüffend, mit welchem Realismus bis hin zum Erhalt unserer Mitwelt mit einer verträglichen Ökonomie diese Erkenntnis bei Paine 1794 ohne theologische Verbrämung schon vorgeahnt wird.

Horst Prem

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Frauen und Handel
Herbstseminar der Frauen-Arbeitsgemeinschaft im BFGD
Die Frauen-AG im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands lädt zum Seminar vom 2.-5. Oktober 2014 nach Erfurt ein.
Erfurt, am Knotenpunkt zweier berühmter Handelsstraßen gelegen und ehemaliges Zentrum des Waldhandels, ist unser Ziel im Herbst. Hier wollen wir erkunden, wie Frauen in den Handel eingebunden waren und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hatte. ... >>> hier geht's zur Einladung ...
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Matinee
Sonntag, 14. September 2014, um 11 Uhr
im Johannes-Ronge-Haus, Wörthstr. 6a, 67059 Ludwigshafen


„Ewiger Frieden jemals Realität?“
Zum 100. Todestag Bertha von Suttners

Falls ich früher sterbe, mußt Du meine Aufgabe übernehmen, für das Friedenswerk zu wirken.“

Am 21. Juni 1914 starb Bertha von Suttner,  wenige Wochen vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges, etwas, was sie jahrzehntelang versucht hatte zu verhindern mit Friedensgesellschaften und internationalen Friedenskonferenzen zur Verhandlung über Abrüstung und zur Schaffung eines internationalen Schiedsgerichts. 1905 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Ihrer zu gedenken bedeutet zu fragen, wie sich die Situation heute darstellt und wie Frieden überhaupt zu erreichen ist.
Es sprechen:
Renate Bauer, Landessprecherin
Bettina Seckler, Leiterin der Gruppe Pfalz der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK).
Uli Valnion begleitet die Matinee musikalisch mit Friedensliedern aus hundert Jahren.

Tel: 0621 512582
pfalz@freireligioese.de
www.freireligioese.de/pfalz
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BEKAS - besonders wertvoller Film bald auf DVD erhältlich

Nach dem Kinostart des rührenden Kinderfilms "BEKAS" kommt am 5. September 2014 die DVD in den Handel, ab dem 14. August bekommt man den Film beim DVD-Verleih.
Die DVD ist ab 5. September zu kaufen und als besonderes Extra gibt es die originale kurdische Sprachfassung und zusätzliches Bonusmaterial.

Hier geht es zum offiziellen Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=OZnGUy52D9Q&feature=youtu.be

Der Film BEKAS erzählt die Geschichte zweier Waisenkinder aus Kurdistan, die ihre Eltern im Golfkrieg verloren haben und sich  ein besseres Leben erträumen.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung hat den Film gerade mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet und die Kurzfilmversion von BEKAS gewann bereits einen Studenten-Oscar.

Kurdistan, Irak 1990: Die Brüder Zana (7) und Dana (10) leben als Waisenkinder auf den Straßen des von Saddam Hussein regierten Landes.

Als eines Tages „Superman“ im örtlichen Kino gezeigt wird, klettern die beiden auf ein Dach, um einen Blick auf den größten Helden aller Zeiten zu erhaschen.Von da an wird Amerika zur „Stadt ihrer Träume“ – einem magischen Ort, an dem sie unbedingt leben wollen. Doch um eine solche Reise zu wagen, braucht man Pässe und viel Geld. Die Situation scheint aussichtslos.
Schließlich machen sich Dana und Zana auf dem Rücken eines Esels namens „Michael Jackson“ mit einer Landkarte, einem wertlosen Medaillon, Brot und Wasser auf den Weg. Die staubige, triste Straße zur Grenze birgt jedoch Hindernisse und Gefahren, die die Beziehung der Brüder auf eine harte Probe stellt. Werden die beiden einen Weg über die strengbewachte Landesgrenze finden und ihren Traum verwirklichen können?
Der Autor und Regisseur Karzan Kader floh selbst als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Kurdistan. Von den eigenen Erfahrungen inspiriert, wollte er mit BEKAS eine einzigartige Geschichte aus einem Land erzählen, in dem seit Jahren Krieg und Unruhen herrschen.
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Wir möchten Sie auf ein Interview in "diesseits" hinweisen.
Renate Bauer und Helga Lewandowsky waren mit Ahmed Nadir in Kontakt und versuchten aus der Entfernung, ihm zu helfen und Kontakte zu anderen in NRW aufzubauen, was nun auch endlich glückte. Der DFW unterstützt den Spendenaufruf. Hier der Artikel:

„Die meisten Menschen mögen keine Flüchtlinge“

Ahmed Nadir hat seine Firma und seine Frau verloren – und vielleicht auch die Chance, jemals seinen Sohn wiederzusehen. Von der Öffentlichkeit fast unbeachtet, fristet der 32-Jährige Atheist aus Bangladesch seit beinahe einem Jahr sein Leben in einem Asylbewerberheim. Alles, bloß weil er es gewagt hatte, Kritik an fundamentalistischen Gruppierungen zu üben. Seit dem vergangenen Oktober muss sich Ahmed Nadir in einem Heim in Nordrhein-Westfalen aufhalten. Er wartet bislang vergeblich darauf, dass das Bundesamt für Migration ihm gestattet, in Deutschland zu bleiben. Zum ersten Mal seit Monaten konnte er nun in der vergangenen Woche dem tristen Alltag entfliehen und einige Tage in Berlin verbringen.
Interview von "diesseits" mit Ahmed Nadir.

diesseits: Du wartest hier seit dem vergangenem Jahr auf Asyl. Wie ist es dazu gekommen?
Ahmed Nadir:
Als Atheist fürchte mich vor den Extremisten. Im Februar 2013 wurde ich das erste Mal von ihnen überfallen, doch damals konnte ich dem Angriff glücklicherweise entkommen. Als ich einige Wochen später auf einer Geschäftsreise in Schweden war, kam es zu einer neuen Reihe von Überfällen auf Atheisten und nichtreligiöse Menschen in Bangladesch. Zur gleichen Zeit stürmte eine Gruppe von Polizisten meine Wohnung. Mein Vater erlitt dabei einen Schlaganfall und nach dem Bekanntwerden dieser Probleme kündigte mir der Vermieter meines Büros den Vertrag. Ich hatte deshalb die Befürchtung, bei einer Rückkehr ebenso wie andere Atheisten in Bangladesch, inhaftiert zu werden und Gewalt ausgesetzt zu sein. Nachdem mein Visum abgelaufen war, musste ich von Schweden nach Deutschland zurückkehren. Hier war ich in Europa eingereist, und habe dann also Asyl beantragt, um nicht abgeschoben zu werden. ... weiterlesen im Originalartikel
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Konfliktlösungen ohne Militäreinsätze vorantreiben!
Mit Sorge betrachten die Delegierten der 67. Landesversammlung der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz Überlegungen von Bundespräsident Gauck und Ministerin von der Leyen zur Ausweitung militärischer Einsätze der Bundeswehr bei Konflikten in anderen Ländern.
Anlässlich der Tatsache, dass vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg begann und vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg, eingedenk der letzten Erfahrungen mit militärischen Einsätzen in Konflikten in anderen Ländern, deren Erfolge mehr als zweifelhaft sind, mahnen die Delegierten, dass die Betonung militärischer Mittel in Konflikten mehr Nachteile bietet als Konflikte real und auf Dauer beendet. Sie fordern, dass verstärkt nach gewaltfreien Lösungswegen gesucht und schon vorhandene besser gefördert werden.
Wie Übersichten zeigen, sind gewaltfreie Wege, um Diktaturen und Willkürherrschaften in Richtung demokratischer und freiheitlicher Verhältnisse zu verändern, deutlich erfolgreicher als jeder Einsatz von Gewalt.
Vorstellbar ist die Ausweitung der Ausbildung weiterer Friedensfachkräfte, die verstärkte Unterstützung von gewaltfreien Menschenrechtsinitiativen in anderen Ländern, die weitere Forschung nach wirksamen gewaltfreien Lösungsmethoden und deren praktische Umsetzung. Auch die Beteiligung der Bundeswehr bei Blauhelmeinsätzen unter der Führung der Vereinten Nationen halten wir für denkbar, wobei jedoch andere Formen der Ausbildung der Beteiligten dazu vonnöten sind.
Auch eine Beendigung von Rüstungsexporten ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Friedensförderung. Uns ist bewusst, dass Konfliktlösungen ohne militärischen Einsatz langwierig sind und frustrierend sein können, bis weiteres Blutvergießen oder Unterdrückung beendet werden kann. Doch die Warnungen beider Weltkriege und nachfolgender lokal begrenzter Auseinandersetzungen zeigen, dass ausschließlich militärische Überlegungen Konflikte eher fördern als beenden.
Daher fordern die Delegierten die Regierung auf, sich intensiver um zivile und gewaltfreie Konfliktlösungswege zu bemühen, konsequent Menschenrechte zu fördern und oben genannte Forderungen in die Tat umzusetzen und erwarten vom Bundespräsidenten eine Unterstützung bei diesen Vorschlägen.

Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz K.d.ö.R.


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Entgegen anders lautender Veröffentlichungen findet die Veranstaltung:

   TTIP kommt - Demokratie geht?
-    Bürgergespräche
-    Referat: Ernst-Christoph Stolper, Staatssekretär a. D.

nicht im Mehrgenerationenhaus Limburgerhof, sondern im

Johannes-Ronge-Haus, Wörthstraße 6a, 67059 Ludwigshafen

statt.

Die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz und die Friedensinitiative,
lädt ein zu dieser Informations- und Diskussionsveranstaltung am

Montag, 08. September 2014, 19.30 Uhr

Anita Stahl
Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz
Wörthstr. 6a, 67059 Ludwigshafen
Tel 0621 512582
www.freireligioese.de

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Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit von indischen und deutschen Jugendlichen werden präsentiert

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. führt seinen Deutsch-Indischen Jugendaustausch fort und hat bis zum 28.08.2014 eine achtköpfige Jugendgruppe aus Südindien zu Gast.
Den inhaltlichen Schwerpunkt dieser außerschulisch organisierten Jugendbegegnung bildet das Thema „Jugend im 21. Jahrhundert – Bildung und berufliche Perspektiven im Wandel und Freizeitverhalten junger Menschen“. Dazu zählen unter anderem das Kennenlernen der Bildungssysteme beider Länder (Schul- und universitäre Bildung, Berufsausbildung), der Austausch zu Lernmotivation, Berufsorientierung und Möglichkeiten der Berufsbildung bzw. Studiums in anderen Ländern, sozialer Absicherung, Freizeitverhalten von Jugendlichen sowie geschlechtsspezifischen Rollenverständnissen.
Vom 21. bis 24.08.2014 werden Workshops der jungen Leute aus Indien und aus dem Havelland gestaltet. Thematisch geht es dabei um Bildung, Berufsausbildung und berufliche Perspektiven junger Menschen weltweit. Dabei werden u.a. Möglichkeiten zwischen Schule, Ausbildung, Studium und Beruf (soziales Jahr, Work and Travel), Fachkräfteaustausch, Bildungsqualitäten und die internationale Anerkennung von Abschlüssen, soziale Absicherung und Nicht-Diskriminierung thematisiert.
Den Abschluss der Workshops bildet eine öffentliche Präsentation am Sonntag, dem 24.08.2014, von 14:00 bis ca. 16:00 Uhr, im KiEZ Bollmannsruh am Beetzsee (ca. 20 Autominuten von Nauen), zu der wir alle Interessenten herzlich einladen.
Die Ergebnisse und die erstellten Materialien der Workshops werden aufbereitet und anschließend Jugendeinrichtungen für die außerschulische Jugendbildung zur Verfügung gestellt.

Humanistischer Freidenkerbund Havelland e.V.
14641 Nauen, Karl-Thon-Str. 42.
Tel.: 03321-450746, FAX: 03321-450747

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Es ist wieder soweit:
Jugendgruppe aus Indien im Havelland zu Gast

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. führt seinen Deutsch-Indischen Jugendaustausch fort und hat vom 14.08. bis 28.08.2014 eine achtköpfige Jugendgruppe mit Betreuern aus dem Atheist Centre in Vijayawada/ Andhra Pradesh zu Gast. Die jungen Inderinnen und Inder sind in deutschen Gastfamilien untergebracht.
Auf dem Programm stehen viele Begegnungen und Erlebnisse: geplant sind u.a. der Besuch geschichtsträchtiger Orte in Berlin und Brandenburg (u.a. Gedenkstätte KZ Sachsenhausen, Holocaust-Mahnmal), der Besuch von Sozial-, Jugend- und Bildungseinrichtungen und Schulen (u.a. Käthe-Kollwitz-Grundschule Nauen, Goethe-Gymnasium Nauen, Heinz-Sielmann Oberschule Elstal) und Interaktionen mit deutschen Jugendlichen, u.a. in den Jugendklubs Brieselang und Wustermark.
Den inhaltlichen Schwerpunkt dieser außerschulisch organisierten Begegnung bildet das Thema „Jugend im 21. Jahrhundert – Bildung und berufliche Perspektiven im Wandel und Freizeitverhalten junger Menschen“. Dazu zählen unter anderem das Kennenlernen der Bildungssysteme beider Länder (Schul- und universitäre Bildung, Berufsausbildung), der Austausch zu Lernmotivation, Berufsorientierung und Möglichkeiten der Berufsbildung bzw. Studiums in anderen Ländern, sozialer Absicherung, Freizeitverhalten von Jugendlichen sowie geschlechtsspezifischen Rollenverständnissen.
Als Einstimmung auf das Thema werden gemeinsam verschiedene Bildungseinrichtungen (KITA Borstel – Modell frühkindlicher Bildung, „Theodor Fliedner“ Werkstatt Nauen, Universität Potsdam) und Projekte (u.a. Jugendhof Berge – stationäre Einrichtung für „gestrauchelte Jugendliche“; berufliche Qualifizierung; Fazenda „Gut Neuhof“) besucht.
Daran schließt sich vom 21.08. – 24.08.2014 ein Workshop an. Thematisch wird es dabei um Bildung, Berufsausbildung und berufliche Perspektiven junger Menschen weltweit gehen. Dabei werden u.a. Möglichkeiten zwischen Schule und Beruf (soziales Jahr, Work and Travel), Fachkräfteaustausch, Bildungsqualitäten und weltweite Anerkennung von Abschlüssen, soziale Absicherung und Nicht-Diskriminierung thematisiert. Den Abschluss des Workshops bildet eine öffentliche Präsentation am 24.08.2014, von 14:00 bis 16:00 Uhr, im KiEZ Bollmannsruh, zu der alle Interessenten eingeladen sind.
Die Ergebnisse und die erstellten Materialien des Workshops werden aufbereitet und anschließend Jugendeinrichtungen für die außerschulische Jugendbildung zur Verfügung gestellt. Natürlich werden wir uns auch mit der sozialen und kulturellen Situation in Südindien und in Europa vertraut machen. Verschiedene Treffen und Interaktionen zwischen den indischen und den deutschen Jugendlichen runden die Jugendbegegnung ab.
Insgesamt dient der humanistische Jugendaustausch dem Kennenlernen verschiedener Kulturen, einem besseren Verstehen der anderen Lebenssituationen sowie einem toleranten humanistischen Miteinander der jungen Menschen. Die Gleichwertigkeit aller Menschen, egal woher sie kommen und welche Hautfarbe sie haben, ist für uns selbstverständlich und wird durch das tägliche Zusammensein gelebt. Visionen und Vorstellungen von der Zukunft der Einen Welt, in der wir leben, werden im Vordergrund stehen. Die Freundschaft und die Offenheit der indischen Menschen haben wir seit dem Beginn unseres Jugendaustausches im Jahr 1996 mehrmals erleben dürfen.
Junge Interessenten können sich gern über unser Austauschprogramm bei uns informieren (Tel.: 03321/ 450746, freidenker-havelland@web.de) und an Aktivitäten - z.B. dem Workshop - teilnehmen. Anmeldungen sind noch möglich. Es sind noch einige wenige Plätze frei.
Der Jugendaustausch wird u.a. durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes, den Landkreis Havelland und die Kreuzberger Kinder- und Jugendstiftung finanziell unterstützt.

A. Seibt/ Dr. V. Mueller
Humanistischer Freidenkerbund Havelland e.V.

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Der DFW unterstützt die Kritik der Humanistischen Alternative Bodensee an Äußerungen des Evolutonsbiologen Richard Dawkins, denn utilitaristische Ethik ist keine humanistische Ethik. Hier die Pressemitteilung der HABO im Wortlaut:

PRESSEMITTEILUNG
Humanistische Kritik an Äußerungen des Evolutionsbiologen Richard Dawkins: „Aufruf zur Abtreibung von behinderten Kindern ist inakzeptabel“

Konstanz. Die Humanistische Alternative Bodensee (HABO) hat empört auf den Aufruf des Atheisten Richard Dawkins reagiert, der sich in einer Diskussion im Nachrichtendienst „Twitter“ dafür ausgesprochen hat, ungeborene Kinder mit „Trisomie 21“ („Down-Syndrom“) abzutreiben. Nach Ansicht des Professors könnten von diesen Kindern „keine gesteigerten Fähigkeiten“ erwartet werden. „Treiben Sie ab und machen Sie einen neuen Versuch. Es wäre unmoralisch, es zur Welt zu bringen, wenn Sie die Wahl haben“, wird Dawkins zitiert.
Der Sprecher der HABO, Dennis Riehle, kritisiert diese Aussage massiv: „Bei viel Verständnis für so manch kluge Forderung und weise Position des Richard Dawkins, diese Ausführungen sind für mich inakzeptabel – und diese Definition von ‚Moral‘ oder ‚Ethik‘ kann und darf kein Konsens werden“, appelliert Riehle auch an andere säkulare Kreise. „Derartige Meinungen entsprechen nicht dem humanistischen Weltbild, das ich als zweifelnder oder gar atheistischer Mensch vertrete. Und ich bin überzeugt, dass ich damit auch unter Kollegen nicht alleine bin“. Der Evolutionsbiologe Dawkins sieht in seiner „Forderung“, wie er sie bezeichnet, keine Ausnahme, sondern „die Norm“. Immerhin würden bereits die meisten Föten in Europa und Amerika abgetrieben, wenn ein „Down-Syndrom‘ festgestellt werde.
Dawkins beharrt in diesem Zusammenhang darauf, dass er mit seiner Wortwahl den „Fötus“ anspreche. Er wende sich hingegen ab von einem Standpunkt, wonach „ein Mensch“ mit diesem Syndrom „vor Jahren hätte abgetrieben werden sollen“. Dawkins erinnerte auch an die Möglichkeit, mit diversen Tests heutzutage bereits in der frühen Schwangerschaft das Vorliegen der Behinderung „Trisomie 21“ feststellen zu können. Zuletzt hatte in Deutschland die Konstanzer Firma „LifeCodexx“ für Aufsehen gesorgt, deren neuartiges Untersuchungsverfahren genau dieses „Down-Syndrom“ pränatal erkennen kann.
Für Riehle spielt die Frage nach der Formulierung keine Rolle: „Ich verstehe, dass Dawkins den Fötus noch nicht als lebensfähiges Individuum anerkennen will. Mit seiner Forderung urteilt er aber in besonderer Weise über die Position der Behinderung. Sie ist für ihn offenkundig ausreichend, um über Wertigkeit von Leben zu urteilen. Und natürlich kommt er dabei dann auch nicht umhin, die Folgerung zuzulassen, wonach für ihn Menschen mit ‚Down-Syndrom‘ nicht ‚gesteigert fähig‘ sind. Mit Humanismus hat solch eine Ansicht für mich überhaupt nichts zu tun“.
Der HABO-Sprecher, der selbst an einer genetisch bedingten Erkrankung leidet, schreibt weiter: „Selbst wenn Dawkins das nicht hören möchte, aber aus seiner Haltung wird für mich unweigerlich klar, dass er behinderte Menschen nicht als lebenswert anerkennt. Denn selbstverständlich ist es keine hypothetische Frage, was mit denjenigen Behinderten wäre, die heute auf der Welt sind, wenn man schon vor Jahrzehnten das ‚Down-Syndrom‘ oder Anderes hätte vorgeburtlich diagnostizieren können – und die Eltern auf Aussagen wie die von Dawkins eingegangen wären. Es ist eine Frage, die heute wohl gleich beantwortet würde, wie damals auch – und sie führt letztlich zur Selektion“.
Der Evolutionsbiologe könne nach Riehles Einschätzung nicht erwarten, dass Eltern oder ihre behinderten Kinder die komplexe philosophische Abstraktion verstehen könnten, die der Professor mit seinen feinsinnigen Differenzierungen in der Formulierung bezwecke. „Dawkins darf selbstredend seine Überzeugung kundtun. Es ist für mich aber unverantwortlich, Eltern derart ins Gewissen zu reden. Für sie muss es ein Schlag ins Gesicht sein, das Absprechen von jeglicher Würde“. Nach Einschätzung des HABO-Sprechers ist das schon länger bekannte, aber selten so deutlich wie jetzt zutage getretene Verständnis der Evolution nach Dawkins in sich nur schwer nachvollziehbar: „Bedeutet Evolution für den Forscher, dass er in die Machenschaften der Natur – wenn es schon kein Gott ist, der erschafft und lenkt – nach Belieben eingreifen kann? Und sind Behinderungen damit lediglich ein ‚Unfall‘, dessen Folgen der Mensch mittlerweile zu verhindern imstande ist?“.
„Mit seinen Einlassungen bedient Dawkins in wunderbarer Weise Vorurteile, mit denen Lebensrechtler die Ideologie verschiedener Atheisten, die in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht haben, verurteilen. Ich weiß nicht, ob er seiner eigenen Klientel damit einen Gefallen getan hat. Denn das Leben allein im Hinblick auf ‚gesteigerte Fähigkeiten‘ zu bewerten, mag evolutionsbiologisch richtig sein. Letztendlich führt eine solche Argumentation aber direkt zur gefürchteten Perfektion des Menschen, die zumindest ist nicht will“, erklärt Riehle. „Denn während viele der Ideen Dawkins‘ mittlerweile mehrheitsfähig sind, dürfte es solch eine Forderung hoffentlich nie werden“, so der HABO-Sprecher abschließend.

Dennis Riehle, Sprecher
Humanistische Alternative Bodensee (HABO)
Säkular-humanistischer Zusammenschluss
Martin-Schleyer-Str. 27, 78465 Konstanz
www.humanisten-bodensee.de
sprecher@humanisten-bodensee.de

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Veranstaltungen Freireligiöse Gemeinde Mannheim
Der nächste Gesprächskreis ist am Donnerstag, 28.08.14, um 19:30 Uhr im Eckzimmer des Gemeindezentrums in Mannheim, L 10, 4-6, mit Landespredigerin Ute Janz.
Thema „Kleine Geschichten über kleine Dinge“.
Am Sonntag, 31.08.2014 findet eine Feierstunde auf der Seebühne im Luisenpark statt, ebenfalls mit Landespredigerin Ute Janz, mit dem Thema „Freiheit und Bindung“. Besucher dieser Veranstaltung haben freien Parkeintritt. Bitte an den Kassen des Luisenparks als Besucher der Feierstunde melden.

Alexandra Hald

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„Es irrt der Mensch, solang er strebt" (J. W. Goethe: Faust)

Veranstaltung in der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz K.d.ö.R.

Gegen den Wahrheitsanspruch von Religionen und Ideologien wehren wir uns, nicht zuletzt aufgrund der Beobachtung, die sich in dem bekannten Zitat von Goethe ausdrückt: der Weg des Strebens ist von Irrtümern begleitet. Folgt daraus, dass der nicht mehr irrt, der nicht mehr strebt?
Es spricht Landessprecherin Renate Bauer.

Veranstalter:  Freireligiöse Gemeinde Frankenthal
Termin:   Mittwoch, 20. August 2014, 15.00 Uhr
Ort:    Frankenthal, Haus der Naturfreunde, Ziegelhofweg 6

Veranstalter:  Freireligiöse Immanuel-Kant-Gemeinde Neustadt
  + Freireligiöse Gemeinde Iggelbach
Termin:   Sonntag, 24. August 2014, 10.00 Uhr
Ort:    Neustadt, GDA-Wohnstift, Haardter Str. 6

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"Wo bleibt das Spiel des Lebens?"
Veranstaltung in der Freireligiösen Landesgemeinschaft Pfalz K.d.ö.R.
Spielen, spielen, spielen: Gerade konnten wir sie miterleben, die Spiele im Fußball. Überall wird gespielt: Festspiele hier und da, Spieltage für alle Altersgruppen. Aber spielen wir auch so, dass wir dabei leben? Oder ist Leben bei allem immer auch Spiel?

Es spricht Landessprecherin Renate Bauer.


Veranstalter:  Freireligiöse Immanuel-Kant-Gemeinde Neustadt

Termin:   Sonntag, 27. Juli 2014, 10.00 Uhr
Ort:    Neustadt, GDA-Wohnstift, Haardter Str. 6

Veranstalter:  Freireligiöse Gemeinde Iggelbach
Termin:   Sonntag, 27. Juli 2014, 15.00 Uhr
Ort:    Iggelbach, Gemeindepavillon (b. Haus Mühleck)

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Konfliktlösungen ohne Militäreinsätze vorantreiben!
Mit Sorge betrachten die Delegierten der 67. Landesversammlung der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz Überlegungen von Bundespräsident Gauck und Ministerin von der Leyen zur Ausweitung militärischer Einsätze der Bundeswehr bei Konflikten in anderen Ländern.
Anlässlich der Tatsache, dass vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg begann und vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg, eingedenk der letzten Erfahrungen mit militärischen Einsätzen in Konflikten in anderen Ländern, deren Erfolge mehr als zweifelhaft sind, mahnen die Delegierten, dass die Betonung militärischer Mittel in Konflikten mehr Nachteile bietet als Konflikte real und auf Dauer beendet. Sie fordern, dass verstärkt nach gewaltfreien Lösungswegen gesucht und schon vorhandene besser gefördert werden.
Wie Übersichten zeigen, sind gewaltfreie Wege, um Diktaturen und Willkürherrschaften in Richtung demokratischer und freiheitlicher Verhältnisse zu verändern, deutlich erfolgreicher als jeder Einsatz von Gewalt.
Vorstellbar ist die Ausweitung der Ausbildung weiterer Friedensfachkräfte, die verstärkte Unterstützung von gewaltfreien Menschenrechtsinitiativen in anderen Ländern, die weitere Forschung nach wirksamen gewaltfreien Lösungsmethoden und deren praktische Umsetzung. Auch die Beteiligung der Bundeswehr bei Blauhelmeinsätzen unter der Führung der Vereinten Nationen halten wir für denkbar, wobei jedoch andere Formen der Ausbildung der Beteiligten dazu vonnöten sind.
Auch eine Beendigung von Rüstungsexporten ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Friedensförderung. Uns ist bewusst, dass Konfliktlösungen ohne militärischen Einsatz langwierig sind und frustrierend sein können, bis weiteres Blutvergießen oder Unterdrückung beendet werden kann. Doch die Warnungen beider Weltkriege und nachfolgender lokal begrenzter Auseinandersetzungen zeigen, dass ausschließlich militärische Überlegungen Konflikte eher fördern als beenden.
Daher fordern die Delegierten die Regierung auf, sich intensiver um zivile und gewaltfreie Konfliktlösungswege zu bemühen, konsequent Menschenrechte zu fördern und oben genannte Forderungen in die Tat umzusetzen und erwarten vom Bundespräsidenten eine Unterstützung bei diesen Vorschlägen.

Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz K.d.ö.R.


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Dringend Hilfe für Atheisten aus Bangladesch gesucht

BRÜGGEN. (DFW/HVD) Religiöser Fundamentalismus hat nicht immer den Tod von Menschen zur Folge. Vielmehr ist meist das Gegenteil der Fall. Die große Mehrheit Opfer überzogener Frömmigkeit bleibt am Leben. Tiefe Spuren hinterlässt fanatischer Glaube in der Existenz von Menschen hingegen fast immer. So auch bei Ahmed Nadir. Seit September 2013 befindet sich der 32-Jährige aus Bangladesch in einem Asylbewerberheim in Brüggen, nahe der niederländischen Grenze. In einer kleinen Unterkunft wartet Ahmed Nadir auf die Bewilligung seines Antrages, vorübergehend in Deutschland bleiben zu dürfen.

Denn zurück in sein Heimatland kann der frühere Unternehmer und Berater im IT-Bereich vorläufig nicht. „Als Atheist fürchte mich vor den Extremisten", erklärt Nadir. Und es gibt gute Gründe für diese Furcht. Denn Menschen ohne religiöse Überzeugungen sind in den vergangenen Monaten erneut wiederholt Opfer von gewalttätigen Angriffen aus der Bevölkerung und von Verfolgung durch die staatlichen Sicherheitskräfte geworden. Auch die Regierung des Landes unterstützt insbesondere die Unterdrückung islamkritischer Stimmen in der Gesellschaft. Ahmed Nadir ist eine, aber nicht die einzige.
Der 30-jährige Blogger Asif Mohiuddin musste ebenfalls vor der neuen Welle von Gewalt religiöser Fundamentalisten aus Bangladesch nach Deutschland fliehen. Ihm gelang die Ausreise im Frühjahr
mit Hilfe der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte, nachdem er im Januar 2013 von einem Mob fanatischer Gläubiger mit 53 Messerstichen lebensbedrohlich verletzt worden war. Nachdem zwei Monate später auf Grundlage des neu erlassenen Information and Communication Technology Act (ICT 2006/13) ein Strafverfahren wegen „Blasphemie und Rufschädigung der Regierung" gegen Mohiuddin eingeleitet wurde, drohen ihm bei einer Rückkehr bis zu sieben Jahren Gefängnis. Zudem hat die Regierung Bangladeschs ein Komitee von neun islamischen Geistlichen eingerichtet, das Internet-Blogger identifizieren soll, die sich auf Facebook oder in Blogs kritisch über den Islam oder den Propheten Mohammed äußern. Die Arbeit des Komitees besteht vor allem darin, Namenslisten von angeblichen Feinden des Islam zu veröffentlichen. Bislang werden knapp 100 Personen auf der Liste geführt, darunter auch die Namen von Asif Mohiuddin und Ahmed Nadir.

Zehntausende forderten Tod von atheistischen Autoren
Anders als bei Asif Mohiuddin blieb der Fall von Ahmed Nadir aber bislang von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet. Denn obwohl er wegen seiner kritischen Äußerungen gegenüber fundamentalistischen Gruppierungen und islamistischen Parteien ebenfalls Anfang 2013 von Extremisten überfallen worden war und erfahren musste, dass ein Freund unter den Hieben mit einer Machete starb, rechnete er nicht mit der Zuspitzung während der folgenden Monate.
Ahmed Nadir befand sich gerade auf einer Geschäftsreise in Schweden, als zahlreiche Medienberichte um die Welt gingen, welche Demonstrationen zehntausender Gläubiger in Bangladesch zeigten, welche die Verschärfung der Strafgesetze gegen religionskritische Äußerungen  und den Tod am Galgen für atheistische Autoren forderten. Es waren die größten Demonstrationen, die es seit zwei Jahrzehnten im Land gegeben hatte. Kurze Zeit später brach ein Trupp Polizisten in Nadirs Wohnung ein und verwüstete alles. Der Überfall führte zum Schlaganfall bei seinem Vater, von dem sich dieser bis heute nicht erholt hat. Als bekannt wurde, dass Nadir von den Sicherheitsbehörden gesucht wird, kündigte der Vermieter seines Büros ihm den Vertrag. Seine Angestellten sagten sich ebenfalls schnell von ihm los, um nicht selbst in Schwierigkeiten zu geraten. Und auch seine Frau ließ ihn wenig später wissen, dass sie nicht bei ihm bleiben wolle. Nadir erkannte, dass eine Rückkehr in sein Heimatland zu gefährlich sein würde. Nachdem Ablauf seines Visums ging er mit Unterstützung der Humanisten in Schweden zurück nach Deutschland, wo er nach Europa eingereist war und stellte einen Antrag auf Asyl. Seitdem wartet er in nun dem abgelegenen Städtchen in Nordrhein-Westfalen auf die Bewilligung des Antrages und sucht eine neue Perspektive. „Meinen Sohn habe ich das letzte Mal im März 2013 gesehen", sagt Ahmed Nadir.
Theoretisch sind die Aussichten auf eine Bewilligung seines Asylantrages nicht schlecht. Atheistische Überzeugungen und die Abwendung vom islamischen Glauben sind in den vergangenen Jahren bereits als Asylgrund in mehreren europäischen Ländern anerkannt worden. Doch auf eine Anhörung durch das Bundesamt für Migration wartete Nadir bislang vergeblich. Und wie ein Sprecher von Pro Asyl auf Anfrage mitteilte, lag die Quote erfolgreicher Anträge für Asylsuchende aus Bangladesch im vergangenen Jahr bei 7,4 Prozent, deutlich niedriger als bei Anträgen von Menschen aus anderen Ländern.

Trostlose Lage auch in Nordrhein-Westfalen

Zu der zermürbenden Ungewissheit über die eigene Zukunft kommt die Isolation im Asylbewerberheim selbst. Denn Kontakt zur Außenwelt oder zu Menschen mit ähnlichen Überzeugungen gibt es fast keinen, auch die Mehrheit der Heimbewohner steht Menschen mit atheistischen Haltungen eher skeptisch bis ablehnend gegenüber. Verschärft wird die psychische Belastung durch Isolation und Ungewissheit schlechte hygienische und sanitäre Verhältnisse, da viele Heimbewohner keine große Erfahrung damit besitzen. Es gibt auch keinen Internetzugang im Heim. Nadir: „Ständig kommen katholische Gruppen oder Leute von Jehovas Zeugen vorbei und versuchen, uns zu bekehren. Die Zeugen sind besonders aggressiv und anstrengend."
Um dem gestrandeten Atheisten aus Bangladesch in seiner aussichtlosen Lage zu helfen, hat nun Renate Bauer, Präsidentin des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaft, dazu aufgerufen, Ahmed Nadir zu unterstützen. „Mit schon geringem Aufwand lässt sich etwas dafür tun, dass seine Situation erträglicher wird", betont Bauer, die mit ihm seit seiner Ankunft in Deutschland in Kontakt steht. Bereits kleine Spendenbeträge oder das Angebot, ihm für einige Tage eine Unterkunft in einer größeren Stadt in Nordrhein-Westfalen zu bieten, können für Ahmed Nadir einen ersten Ausweg aus der trostlosen Situation schaffen. „Ich bin fest überzeugt, dass es ein wichtiges Zeichen der Hoffnung auch für andere Atheisten in Bangladesch setzen kann, wenn wir ihn hier in seiner schwierigen Lage nicht alleine lassen." Renate Bauer kündigte außerdem an, ihn zusammen mit dem Humanistischen Verband Deutschlands in den nächsten Wochen bei dem Asylbewilligungsverfahren zu unterstützen.

Sie können helfen
Fahrkarten, Internetzugang, Bücher für Deutschunterricht, Eintrittsgeld für einen Museums- oder Kinobesuch, eine Mahlzeit auswärts: es gibt viele Dinge, die dabei helfen, dass der Alltag für Ahmed Nadir als Asylbewerber in Nordrhein-Westfalen erträglicher wird. Wenn Sie ihn ebenfalls unterstützen möchten, können Sie das mit einer Spende tun. Überweisen Sie einen Betrag Ihrer Wahl mit dem Stichwort „Asyl" an Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE64 1002 0500 0003 3974 00, BIC BFSWDE33BER.

Ahmed Nadir selbst hofft, in einigen Jahren wieder in sein Heimatland zurückkehren zu können. Deswegen habe er auch vorerst aufgehört, kritische Beiträge gegen die regierenden Gruppierungen in Bangladesch zu veröffentlichen. Denn schon jetzt hat der Einfluss fundamentalistischer Kräfte tiefe Spuren in seinem Leben hinterlassen. „Ich möchte vermeiden, ein lebenslanges Einreiseverbot zu erhalten, wie Taslima Nasreen. Ich glaube, ich kann mehr für die Menschen in Bangladesch tun, wenn ich mich dort wieder aufhalten kann." Sein Ziel ist es, dass die Gesellschaft in Bangladesch in Zukunft toleranter und säkularer als heute wird und die Minderheit nichtreligiöser Menschen damit beginnt, sich gegen ihre Unterdrückung zu organisieren und zu Wehr zu setzen. Bis zu seiner Rückkehr hofft er, Arbeit in einem Integrationsprojekt in Deutschland zu finden. Denn in seiner bisherigen Zeit in der Bundesrepublik hat Ahmed Nadir festgestellt, dass es an kulturellen Brückenbauern zwischen Einwanderern aus Ländern wie Bangladesch und der im Vergleich sehr säkularen deutschen Gesellschaft noch stark mangelt. Gerade als Person mit einer atheistischen Weltanschauung sieht er sich hier in einer idealen Situation. Doch zunächst muss er dafür Asyl erhalten. Und endlich einen Weg finden, nicht mehr wie in den vergangenen Monaten in dem Heim in Brüggen gefangen zu sein. Nadir: „Dort zu leben, bedeutet, sich selbst und den eigenen Verstand zu verlieren."

Arik Platzek

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Wir möchten Sie auf ein Interview in "diesseits" hinweisen.
Renate Bauer und Helga Lewandowsky waren mit Ahmed Nadir in Kontakt und versuchten aus der Entfernung, ihm zu helfen und Kontakte zu anderen in NRW aufzubauen, was nun auch endlich glückte. Der DFW unterstützt den Spendenaufruf. Hier der Artikel:

„Die meisten Menschen mögen keine Flüchtlinge“

Ahmed Nadir hat seine Firma und seine Frau verloren – und vielleicht auch die Chance, jemals seinen Sohn wiederzusehen. Von der Öffentlichkeit fast unbeachtet, fristet der 32-Jährige Atheist aus Bangladesch seit beinahe einem Jahr sein Leben in einem Asylbewerberheim. Alles, bloß weil er es gewagt hatte, Kritik an fundamentalistischen Gruppierungen zu üben. Seit dem vergangenen Oktober muss sich Ahmed Nadir in einem Heim in Nordrhein-Westfalen aufhalten. Er wartet bislang vergeblich darauf, dass das Bundesamt für Migration ihm gestattet, in Deutschland zu bleiben. Zum ersten Mal seit Monaten konnte er nun in der vergangenen Woche dem tristen Alltag entfliehen und einige Tage in Berlin verbringen.
Interview von "diesseits" mit Ahmed Nadir.

diesseits: Du wartest hier seit dem vergangenem Jahr auf Asyl. Wie ist es dazu gekommen?
Ahmed Nadir:
Als Atheist fürchte mich vor den Extremisten. Im Februar 2013 wurde ich das erste Mal von ihnen überfallen, doch damals konnte ich dem Angriff glücklicherweise entkommen. Als ich einige Wochen später auf einer Geschäftsreise in Schweden war, kam es zu einer neuen Reihe von Überfällen auf Atheisten und nichtreligiöse Menschen in Bangladesch. Zur gleichen Zeit stürmte eine Gruppe von Polizisten meine Wohnung. Mein Vater erlitt dabei einen Schlaganfall und nach dem Bekanntwerden dieser Probleme kündigte mir der Vermieter meines Büros den Vertrag. Ich hatte deshalb die Befürchtung, bei einer Rückkehr ebenso wie andere Atheisten in Bangladesch, inhaftiert zu werden und Gewalt ausgesetzt zu sein. Nachdem mein Visum abgelaufen war, musste ich von Schweden nach Deutschland zurückkehren. Hier war ich in Europa eingereist, und habe dann also Asyl beantragt, um nicht abgeschoben zu werden. ... weiterlesen im Originalartikel
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Frauen und Handel
Herbstseminar der Frauen-Arbeitsgemeinschaft im BFGD
Die Frauen-AG im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands lädt zum Seminar vom 2.-5. Oktober 2014 nach Erfurt ein.
Erfurt, am Knotenpunkt zweier berühmter Handelsstraßen gelegen und ehemaliges Zentrum des Waldhandels, ist unser Ziel im Herbst. Hier wollen wir erkunden, wie Frauen in den Handel eingebunden waren und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hatte. ... >>> hier geht's zur Einladung ...
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BEKAS - besonders wertvoller Film bald auf DVD erhältlich

Nach dem Kinostart des rührenden Kinderfilms "BEKAS" kommt am 5. September 2014 die DVD in den Handel, ab dem 14. August bekommt man den Film beim DVD-Verleih.
Die DVD ist ab 5. September zu kaufen und als besonderes Extra gibt es die originale kurdische Sprachfassung und zusätzliches Bonusmaterial.

Hier geht es zum offiziellen Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=OZnGUy52D9Q&feature=youtu.be

Der Film BEKAS erzählt die Geschichte zweier Waisenkinder aus Kurdistan, die ihre Eltern im Golfkrieg verloren haben und sich  ein besseres Leben erträumen.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung hat den Film gerade mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet und die Kurzfilmversion von BEKAS gewann bereits einen Studenten-Oscar.

Kurdistan, Irak 1990: Die Brüder Zana (7) und Dana (10) leben als Waisenkinder auf den Straßen des von Saddam Hussein regierten Landes.

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Die OXFORD-Erklärung zu Gedanken- und Meinungsfreiheit

Vom 8. bis 10. August 2014 fand der Welt-Humanisten-Kongress in Oxford, England, statt und die Vollversammlung der IHEU verabschiedete die nachfolgende Erklärung zu Gedanken- und Meinungsfreiheit.
Weltweit und zu allen Zeiten waren und sind es die Gedankenfreiheit und die Meinungsfreiheit, die die wesentlichsten Bedingungen für die Weiterentwicklung der Menschheit schufen und schaffen, aber jede Generation muss sich neuen Herausforderungen an diese grundsätzlichen Freiheiten stellen. Angesichts dessen erklären wir:
Das Recht auf Gedanken- und Glaubensfreiheit ist einzig und allein das gleiche Recht für alle. Das im Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formulierte und vielerorts sorgfältig beachtete Menschenrecht ist
und sollte das unteilbare Recht des Einzelnen bleiben, das die Würde und die Freiheit aller Menschen schützt, indem es

Isabel Russo und Andrew Copson verlesen die endgültige Fassung der Oxforder Erklärung des Welt-Humanisten-Kongresses 2014

das Recht des individuellen Glaubens sichert, ganz gleich ob religiös oder nicht-religiös, so wie es der Artikel 7 der Erklärung zum Ausdruck bringt: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz."
Niemand darf – wo auch immer – zu einem bestimmten Glauben oder einem Glaubensverzicht gezwungen werden. Gedankenfreiheit bedeutet das Recht,
... hier weiterlesen
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"Absolut indiskutabel"
Reaktion der DGHS wegen Säure-Attentat auf Vereinspräsidentin
(dgpd Berlin) Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit reagiert die DGHS auf ein Buttersäure-Attentat auf die Vereinspräsidentin Elke Baezner. „Gewalt und Körperverletzung als Mittel der Auseinandersetzung sind absolut indiskutabel“, so Vizepräsident Adi Meister in einer ersten Stellungnahme. Bei einer Vortragsveranstaltung am gestrigen Mittwoch, 18. Juni 2014, in Frankfurt/Main hatte ein 44-jähriger Mann Elke Baezner und einen weiteren Referenten mit Buttersäure bespritzt, die er abgefüllt in einer Wasserflasche mitgebracht haben muss.
Frau Baezner wurde mit Augen- und Hautreizungen leicht verletzt, konnte aber die Uniklinik noch am selben Abend verlassen. Der Saal wurde nach dem Vorfall sofort geräumt, die weiteren 40 Teilnehmer blieben unverletzt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die DGHS geht von einem politisch motivierten Anschlag aus.
Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V. ist eine Bürgerrechtsbewegung und Menschenrechts- und Patientenschutzorganisation, die sich für die Wahrung des Selbstbestimmungsrechts bis zum Lebensende und die Wahlfreiheit zwischen den unterschiedlichsten Formen der Sterbebegleitung und -hilfe einsetzt. In jüngster Zeit hatte sich die DGHS wiederholt zum ärztlich assistierten Suizid öffentlich geäußert, den sie als Möglichkeit des selbstbestimmten Sterbens ohne strafgesetzliche Einschränkungen gewahrt sehen möchte. Damit widerspricht sie einem aktuellen Gesetzesvorhaben der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
„Zu einem so sensiblen Thema wie der Sterbehilfe wird es wohl immer unterschiedliche Ansichten geben, aber Meinungsverschiedenheiten sind offen und ohne Anwendung von jeglicher Form von Gewalt auszutragen“,  sagt Vizepräsident Meister weiter. Da die DGHS sich in ihrem Eintreten für die Wahrung des Selbstbestimmungsrechts bis zum Lebensende seit Jahrzehnten von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung getragen weiß, werde sie sich von einem solch feigen Anschlag in ihrer Arbeit nicht beirren lassen.

Wega Wetzel M.A.
DGHS-Pressesprecherin
E-Mail: wega.wetzel@dghs.de, www.dghs.de
Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V.

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Herrn Bundespräsident
Joachim Gauck
Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin

58-SD/Ba/Sta  06. Juni 2014

Offener Brief zu Ihren Äußerungen auf dem Katholikentag in Regensburg (s. "Rheinpfalz", 30. 5. 2014)

Sehr geehrter Herr Gauck,

Ihre Antwort auf die Frage nach dem Einfluss der Religionen in einer säkularen Gesellschaft fordert unsererseits eine Antwort heraus.

Sie unterstellen zum einen den Menschen „eine grassierende Gleichgültigkeit", die auch darauf zurückzuführen sei, dass es vielen Menschen in Deutschland gut geht.
Freuen Sie sich nicht darüber, dass es Menschen gut geht? Wir bedauern es mehr, dass es immer noch zu viele Kinder und Erwachsene gibt, die unterhalb der Armutsgrenze bei uns leben, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, dass unser Land sich systematisch gegen Asylsuchende abschottet. Und wer sagt, dass sich das Engagement verringert? Die neueste Studie der Bertelsmann-Stiftung aus diesem Jahr liefert dazu eine differenziertere Ansicht.

Viele Menschen wissen sehr wohl, dass sie ihr Leben selbst gestalten und verantworten müssen. Wer heute eine Ausbildung macht, ein Studium durchführt, weiß, welche Eigeninitiative dafür gefordert ist. Bei jeder Trauung, die ich durchführe, bekräftigen die Beteiligten ihre Verantwortung für das gemeinsame Leben auch über ihr Paarsein hinaus.

Wir sehen das Problem eher darin, dass die Antworten der traditionellen Religionen nicht mehr weiterhelfen und sie daher immer weniger nachgefragt werden.

Es wäre wünschenswert gewesen, wenn man sich nicht immer über Menschen, die die traditionellen Religionen verlassen, unterhält, sondern mit ihnen. Diese Gelegenheit hatten Sie, Herr Gauck, in Regensburg. Auf dem Humanistentag dort hätten Sie sich informieren können, was Menschen bewegt und wie sie sich engagieren, die im Christentum keine Antwort mehr für ihr Leben sehen.

Mit freundlichen Grüßen

Renate Bauer
Landessprecherin
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Wir trauern um unser langjähriges Vorstandsmitglied

Dipl. phil. Heinz Klos.

06.05.1947 - 07.05.2014

Er war stets dem freien Denken und der tätigen Humanität eng
verbunden und hat sich ehrenamtlich in der Bildungs- und Sozialarbeit
und in der Geschichts- und Kulturarbeit außerordentlich engagiert.
Wir verlieren einen treuen Weggefährten und guten Freund.

Die Trauerfeier findet am 13.06.2014, um 11 Uhr, im Club „Treff 23", Breitscheidstr. 41a, in 16321 Bernau statt.

          Karina Berg               Dr. Volker Mueller             Norbert Weich                      
    Geschäftsführerin des FB             Vorsitzender des HFB                 Vorsitzender des FB                

Humanistischer Freidenkerbund Brandenburg e.V. (HFB)
Freidenker Barnim e.V. (FB)

Anstelle von Blumen und Kränzen bitten wir im Sinne von Heinz Klos um
eine Spende für die Eastside Fun Crew (Kinder- und Jugendgruppe des
Freidenker Barnim e.V.) auf das Spendenkonto:
Empfänger Freidenker Barnim e.V., Konto 23 92 173 01, BLZ 120 700 24.

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Martin Schulz fordert die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates, nicht das Verbot von Kirchen
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften unterstützt das Anliegen des Präsidenten des europäischen Parlamentes, Martin Schulz, den Raum des öffentlichen Lebens, das heißt:  staatliche Schulen, Gerichte, Parlamente und sonstige  Amtsräume weltanschaulich neutral zu gestalten.
Kritik an entsprechenden Äußerungen von Martin Schulz, er wolle Religionszeichen an Straßen  und Plätzen verbieten,  entbehren jeder Grundlage.  Denn niemand will Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel und freigeistige Gemeindezentren aus den Kommunen verbannen, wie es ihm anscheinend unterstellt wird.
In einer pluralen Gesellschaft müssen alle Bürger und Bürgerinnen eines Staates die Gewissheit haben, dass ihre Anliegen bei öffentlichen Stellen weltanschaulich neutral behandelt werden  und die Erziehung ihrer Kinder in staatlichen Schulen ohne Indoktrination  im Sinne einer  bestimmten Religion oder Weltanschauung erfolgt. Das ist bis heute trotz gegenteiliger Urteile, etwa des Bundesverfassungsgerichtes, nicht gewährleistet. Auch öffentliche Veranstaltungen des Staates haben  diese weltanschauliche Neutralität aufzuweisen.

Renate Bauer

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Humanistentag 2014:
Gleichstellung von säkularer Weltanschauung und Religion

Interview mit Renate Bauer,
Präsidentin des Dachverbands freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW)

Regensburg, den 22. April 2014 • Vom 28. Mai bis 1. Juni 2014 veranstaltet der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, den „Humanistentag 2014" in Regensburg – als Alternative zum Katholikentag. Renate Bauer, Präsidentin des Dachverbands freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW), hält eine der Eröffnungsreden beim Humanistentag. In einem Interview im Vorfeld begründet sie ihr Engagement und stellt die Ziele des DFW vor.

Frage: Was ist der Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften Deutschlands (DFW), seit wann gibt es ihn und was ist Ihre Rolle darin?
Renate Bauer:
Der Dachverband ist ein Zusammenschluss von freien Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Er besteht seit 1991, geht aber auf eine seit 1949 bestehende Organisation zurück. Ich bin die gewählte Präsidentin, ehrenamtlich tätig seit 2010.
Frage: Was sind die Arbeitsschwerpunkte des DFW?
Renate Bauer:
Wir setzen uns für die Gleichberechtigung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und die Rechte konfessionsfreier Menschen ein. Wichtig sind uns die allgemeinen Menschenrechte. Wir engagieren uns deshalb auch für einen integrativen Werteunterricht anstelle des Religionsunterrichts. Dies ist notwendiger denn je zuvor nach den letzten Gerichtsurteilen. Wir wollen gleiche Rechte säkularer Verbände mit den Religionsgemeinschaften bei Vertretung in öffentlichen Gremien und bei Anhörungen zu Gesetzesentwürfen, wobei wir auf die Selbstbestimmung des Einzelnen Wert  legen.
Frage: Manche Verbände wie der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) lehnten eine Mitarbeit am „Humanistentag 2014" in Regensburg ab. Warum unterstützen Sie diese Veranstaltung?
Renate Bauer:
Der bfg Bayern ist Mitglied im DFW, von daher ist es uns selbstverständlich, seine Initiative zu unterstützen. Auch andere Mitglieder aus dem DFW sind mit dabei, und es ist immer gut, wenn sich säkulare Menschen treffen und miteinander reden und feiern.  
Frage: Abgesehen von der inhaltlichen Ausrichtung, was sind weitere wesentliche Unterschiede zwischen Katholikentag und Humanistentag?
Renate Bauer:
Ich bewundere das ehrenamtliche Engagement, das den Humanistentag erst möglich macht, im Gegensatz zum überwiegend hauptamtlich organisierten Katholikentag. Das ist das eine, zum zweiten ist der Humanistentag eine Bewegung von unten und wird nicht von oben reglementiert.
Frage: Die Stadt Regensburg und der Freistaat Bayern haben eine finanzielle Unterstützung des „Humanistentages" abgelehnt, weil die Anträge angeblich zu spät eingereicht wurden. Die Regierung in München hält zudem nur Großveranstaltungen für förderwürdig und streicht den kommerziellen Charakter des Katholikentags als „Wirtschaftsförderung" heraus. Was sagen Sie dazu?
Renate Bauer:
Genau daran sieht man die Notwendigkeit des Humanistentages und eines Zusammenschlusses wie des DFW, denn eine bundesweite Unterstützung dieses Tages zeigt ihn als Großveranstaltung. Nur gemeinsam können wir gleiche Rechte, was für mich auch gleiche Unterstützung bedeutet, erreichen.
Frage: Wann wäre der Humanistentag 2014 aus Ihrer Sicht als Erfolg zu betrachten?
Renate Bauer:
Wenn er den Menschen, die kommen, gefällt und sie für sich etwas mitnehmen, ob es das Wissen ist, dass es andere mit gleichen Anschauungen gibt, oder eine interessante Diskussion zum Denken anregt oder gar zum Mitmachen. Gerade das Letztere wäre mir am wichtigsten.

Mehr Informationen
:

www.humanistentag2014.de

Kontakt:

Erwin Schmid, Vorsitzender des bfg Bayern, E-Mail: vorsitzender@bfg-bayern.de
Michael Kraus, Sprecher des Humanistentages 2014, Tel. 0151-12411239, E-Mail: bfg_regensburg@yahoo.de

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Diskussions-Veranstaltungsreihe in Graz/Österreich:
Christen und Agnostiker
Ein religiös-weltanschaulicher Dialog

                         Thema des 6. Abends:

               "Was glauben Atheisten?"

                         22. Mai 2014, 19.00 bis 21.00  Uhr
                         Haus der Begegnung
                         Graz, Johann-Joseph-Fux-Gasse 16

Veranstalter: Prof. Dr.  Anton Grabner-Haider  und Dr.  Erich Satter
in Verbindung mit dem Verein für interkulturelle Beziehungen - Eintritt frei -
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WILLKOMMEN BEI HABIB
Es handelt sich bei dem Film WILLKOMMEN BEI HABIB um den Imbiss-Besitzer Habib, der vor langer Zeit aus der Türkei nach Deutschland gekommen ist und versucht „Deutsch-zu-sein“, und seinen Sohn, der auf der Suche nach seinen türkischen Wurzeln ist. Auf der anderen Seite wird die Geschichte von Bruno, der wegen angeblicher Steuerhinterziehung gefeuert wird, erzählt… Schließlich treffen die Männer aus unterschiedlichen Hintergründen aufeinander: Vier Tage, eine turbulente Nacht – und nichts ist mehr wie es einmal war.
WILLKOMMEN BEI HABIB ist ein traurig-komischer Großstadtfilm und erzählt von vier Männern am Stuttgarter Wilhelmsplatz, von ihren Lebenslügen und der Kunst, ehrlich zu sich selbst zu sein: Denn ein richtiges Leben im Falschen gibt es nicht - nicht mal im Film.

Schauen Sie sich doch einmal den Trailer auf der offiziellen an, um einen Eindruck vom Film zu bekommen: http://www.willkommenbeihabib.de (dort finden Sie auch weitere inhaltliche Informationen)


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Auf Darwins Spuren in London

In der letzten Osterferienwoche waren 27 Jugendliche und 24 Erwachsene mit der Freireligiösen Landesgemeinschaft Hessen unterwegs in London. Die Fahrt stand unter dem Motto des populärsten Begründers der Evolutionstheorie: Charles Darwin. Seine Theorie wurde von den Kirchen heftig bekämpft, stand sie doch im Widerspruch zu der Schöpfungsgeschichte der Bibel. Heute wird die Theorie von der Wissenschaft anerkannt und weiterentwickelt. Aber eine Gruppe Konservativer - besonders in den USA vertreten - versucht, mit viel Geld die biblische Geschichte als wissenschaftliche Wahrheit zu verkaufen.

Auch in der hessischen Landesregierung unter Ministerpräsident Koch wurde versucht, diese Bibelgeschichte als gleichwertige Weltdeutung in den Schulen wieder einzuführen. Die Bilder zeigen die Reisegruppe und die Darwin-Statue im Haupteingangsbereich des Londoner Naturhistorischen Museums. In einem 2008 eröffneten spektakulären Anbau, dem "Darwin-Centre" konnten die Teilnehmer unterhaltsam erleben, wie die Evolution aus einem Einzeller den Menschen machte.
Natürlich standen auch die großen Londoner Sehenswürdigkeiten auf dem Programm und Führungen im Tower und Westminster Abbey, der letzten Ruhestätte Darwins. Eine Gruppe "Harry-Potter-Fans" schaute in den 20 Meilen außerhalb Londons gelegenen Warner Bros. Studios hinter die Kulissen des Drehorts der Harry-Potter-Filme und durfte die Schauplätze der großen Zauberer betreten, die Requisiten bestaunen und erfahren mit welchen Tricks und Effekten ihre Lieblingsfilme entstanden.
Ein besonderes Highlight für Musicalliebhaber war der Besuch im Queen's Theatre, wo "Les Miserables" nach einer Romanvorlage von Victor Hugo gegeben wurde, denn dieses preisgekrönte Musical läuft nur noch in London. Die Teilnehmer konnten sich bei einem Filmabend in der Gemeinde Offenbach vorbereiten, wo die Musical-Verfilmung von 2012 Anfang April gezeigt wurde. Live in London boten dann die dramatischen Szenen auf den Barrikaden während des Juniaufstandes 1832 in Paris und die Geschichte um Elend, Liebe und Mitmenschlichkeit ein ergreifendes und unvergessliches Musikerlebnis.
Die Mischung aus Tradition und Moderne, das bunte London beeindruckte die Teilnehmer. London ist mehr als Sightseeing und Shopping - viele Erinnerungen an kleine und große Erlebnisse und an eine schöne Woche bleiben.

Freireligiöse Landesgemeinschaft Hessen
Rheinstr. 78, 65185 Wiesbaden, Internet:
www.freireligioese-hessen.de
Elke Suchanek, Tel. 0611-377715

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Wo sich Seniorinnen und Senioren wie zu Hause fühlen
Der "Grüne Haken" für das Karl-Weiß-Heim in Mannheim
"Wir wussten, dass sich die Seniorinnen und Senioren in unserem Haus wohlfühlen. Umso mehr freuen wir uns, dass uns dies nun zum 3. Mal in Folge von einer unabhängigen Gutachterin bestätigt wurde", meint  die Barbara Vonderschmitt, die das Karl-Weiß-Heim in Mannheim leitet. Auch der Träger, der Freireligiöse Wohlfahrtsverband Baden e.V., freut sich über die Auszeichnung.

Hilde Katharina Herrnböck, die am 24.02.14 als Gutachterin im Auftrag der BIVA einen Tag hinter die Kulisse der Einrichtung schaute, prüfte mit kritischen Blicken und Sachverstand, ob Respekt, Rücksichtnahme und die Achtung der Privatsphäre der betagten Menschen im Karl-Weiß-Heim keine Fremdwörter sind.
Die BIVA-Prüfung, die von Experten entwickelte wurde, stellt anhand von 121 Kriterien fest, ob Einrichtungen auf unterschiedlichen Ebenen Lebensqualität bieten. Die Begutachtung umfasste Fragen an die Einrichtungsleitung, die Mitarbeiter der Sozialen Betreuung sowie den Heimbeirat, die Teilnahme am Mittagessen und eine intensive Begehung des Hauses. Über die Übergabe des Qualitätssiegels „Grüner Haken" per Zertifikat freuten sich sowohl MitarbeiterInnen als auch BewohnerInnen.  

Barbara Vonderschmitt

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Humanistischer Freidenkerbund Havelland e. V.

Übernahme des Jugendklubs in Wustermark durch den Humanistischen Freidenkerbund Havelland

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. (HFH) übernimmt ab Januar 2014 den Jugendklub Wustermark, Mühlenwerg 7, in freie Trägerschaft und hat am 26.11.2013 den entsprechenden Vertrag mit dem bisherigen Träger, der Gemeinde Wustermark unterschrieben. Dies ist nun der sechste Jugendklub im Havelland in Trägerschaft des HFH. Die Gemeinde unterstützt den HFH mit erheblichen finanziellen Zuwendungen für die Personal- und Sachkosten. Mit neuen Überlegungen und Herangehensweisen soll eine attraktive und vorurteilsfreie Jugendarbeit für und mit Jugendlichen im Klub gestaltet werden. Wir sind offen für alle.
Bisher ist der HFH in folgenden Bereichen der Gemeinde Wustermark aktiv tätig:
- Schulsozialarbeit in der Otto-Lilienthal-Grundschule Wustermark und der Heinz-Sielmann-Oberschule Elstal
- Frühstücksangebot in der Oberschule Elstal „Fit für den Tag“ mit der Nauener Tafel e.V. und Betrieb der Cafeteria in den Schulpausen
- Kooperation mit der Oberschule bei Elternbildungsveranstaltungen
- Lebensmittelausgabe und Kleiderkammer der Nauener Tafel in Wustermark
Die Jugendarbeit im Jugendklub Wustermark, Mühlenweg 7, wird auf dem Konzept der akzeptierenden Jugendarbeit basieren. Das bedeutet, dass die jungen Leute als Individuen mit ihren Stärken und Schwächen akzeptiert werden. Das Verständnis unserer Jugendarbeit basiert insgesamt auf einer vorbehaltlosen Umsetzung der Rechte der Kinder und Jugendlichen.
Eine wichtige Methode unserer Jugendarbeit ist die Teilhabe und  die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Hier wird die Arbeit in einem Klubrat zu einer wichtigen Form von Mitbestimmung, Teilhabe und verantwortungsbewusstem Handeln. Ehrenamtliche Jugendarbeit wird durch uns gefördert und qualifiziert.
Ein Schwerpunkt der Jugendarbeit im Jugendklub wird die altersdifferenzierte und geschlechtssensible Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Alter von ca.12 bis ca. 21 Jahren sein. Ferienangebote werden gestaltet (z.B. Ausflüge, Camps, Höhepunktveranstaltungen).
Weitere Vorhaben und Methoden:
- Sportliche Angebote zum Aggressionsabbau und für die Ausbildung von Gemeinschaftsfähigkeiten,
- Projekte im Rahmen der Gemeinwesenarbeit,
- Jugendsozialarbeit in niederschwelligen Bereichen vor allem für sozial benachteiligte Jugendliche und Kinder aus wirtschaftlich schwachen bzw. armen Familien mittels Krisenintervention, Einzelfallhilfen oder Vermittlung sozialpädagogischer Hilfen,
- Aus- und Fortbildung von ehrenamtlichen Jugendgruppenleitern, Einsatz in unserer Jugendarbeit,
- Projektarbeit zu aktuellen Themen in der Jugendarbeit: z. B. Rechtsextremismus/ Fremdenfeindlichkeit, Selbstbestimmung, Humanismus und Toleranz, Gewalt und Mobbing, Neue Medien.
Im Vordergrund der Jugendklubarbeit stehen die Treffpunktarbeit, die  Offene Gruppenarbeit, die Jugendsozialarbeit, der erzieherische Jugendschutz und die Jugendberatung.
Geplante Öffnungszeiten des Jugendklubs Wustermark:
Montag bis Mittwoch:  15.00 bis 20.00 Uhr
Donnerstag bis Samstag: 15.00 bis 21.00 Uhr
Sonntag nach Bedarf

Der Umfang der Öffnungszeiten richtet sich nach dem Bedarf der Jugendlichen und nach den finanzierbaren Personalmöglichkeiten.
Ein Hauptziel unserer offenen Jugendarbeit besteht darin, den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung und altersgemäße Bildung zu bieten, sie sozial und kulturell zu begleiten bzw. sie dabei zu unterstützen, ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben zu verbessern. Unsere sozialpädagogische Arbeit und humanistische Werteerziehung versteht sich als demokratie-   und menschenrechtserziehend, familienergänzend und persönlichkeitsfördernd.
Die Mitarbeiter/innen in unserem Jugendklub sollen den jungen Leuten bei Problemen sozialpädagogisch zur Seite stehen, sie z.B. unterstützen bei Bewerbungen / Lebenslauf bei ihrer persönlichen Sinnsuche und bei Orientierungsproblemen und dabei  einfühlsam und sensibel auf den Einzelfall eingehen.
Kinder und Jugendliche benötigen Freiräume zum „Abhängen“ und „Chillen“, um Spaß miteinander zu haben, sich auch mal vom Elternhaus zurückziehen zu können. So können sie Sozialverhalten mit etwa Gleichaltrigen erleben sowie Geselligkeit und Gruppenerlebnisse erfahren.
Zwei neue Sozialpädagogische Fachkräfte und eventuell ein/e Erziehungshelfer/in sollen im Jugendklub tätig sein. Das Personal ist fachlich und persönlich entsprechend SGB VIII für die Kinder- und Jugendarbeit geeignet. Verantwortliche Jugendkoordinatorin des HFH ist Katrin Jura
Hinzu kommt ein/e ehrenamtliche/r Sprecher/in des Klubrates.
Die Qualitätssicherung der Jugendklubarbeit wird durch den HFH gewährleistet.
Der HFH wird verstärkt mit den Akteuren der Jugendarbeit in der Gemeinde kooperieren. Eine Zusammenarbeit mit ortsansässigen Vereinen, Jugendinitiativen, Sportvereinen und der Nauener Tafel e.V. wird angestrebt, ebenfalls mit dem Olympischen Dorf Elstal (DKB-Stiftung) und der Heinz-Sielmann-Stiftung.
Denkbar und wünschenswert wären eine Ergänzung von weiteren freizeitpädagogischen Angeboten in den Ortsteilen der Gemeinde sowie der Aufbau von Angeboten der Mobilen Jugendarbeit. Im Ortsteil Elstal ist eine Filiale des Jugendklubs wünschenswert und längerfristig zu entwickeln, in der dann zeitweilige Bildungs- und Freizeitangebote unterbreitet werden können. Hierzu wären räumliche, personelle und finanzielle Bedingungen zu prüfen.

Dr. Volker Mueller, Vorsitzender des HFH
14641 Nauen, Karl-Thon-Str. 42. www.freidenkerbund-havelland.de
E-Mail: freidenker-havelland@web.de

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Kontroverse Diskussion in Aussicht:
DFW konnte Thomas Goppel (CSU) als Referenten für das DFW-Seminar gewinnen
Gleich zum Auftakt des für Ende Januar geplanten DFW-Seminars in Schney wird Dr. Thomas Goppel (MdL) von der CSU seinen Vortrag zum Thema "Politische Wege und Möglichkeiten in der Wahrung von Grundrechten" halten, und zwar bereits am Freitag Abend als Einleitung. Das DFW-Präsidium freut sich auf eine sicher kontroverse Diskussion. Hier noch einmal die im Ablauf korrigierte Einladung zum Seminar:
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29. DFW-Seminar
Religiöse und weltanschauliche Herausforderungen – Gefahren für den (sozialen) Frieden
Aufgaben der säkularen Verbände
24. bis 26. Januar 2014
in der Franken-Akademie Schloß Schney bei Lichtenfels
Eine Veranstaltung des Dachverbandes
Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW)


Trotz der abnehmenden Bedeutung von Religionen für das Leben vieler Menschen in Deutschland scheinen die Konflikte eher zuzunehmen. Ausnahmeregelungen für Beschneidungen männlicher Kinder, Diskussionen um die allgemeine Schulpflicht (z.B. Teilnahme am Schwimmunterricht), Benachteiligung kopftuchtragender Lehrerinnen, die nicht verbeamtet werden…
Wo sehen wir die Herausforderungen und was können wir tun, um zum sozialen Frieden beizutragen? Wo sehen wir politische Entscheidungen gefordert, wo sind Gesetze anzupassen, um einerseits mehr Freiheit für Religion und Weltanschauung zu erlauben, aber wo ist andererseits strikter auf die Wahrung von Menschenrechten zu achten?
Immer wieder sind z.B. Konflikte beim Recht auf sexuelle Selbstbestimmung auf religiöse Motive zurückzuführen. Blogger mit atheistischen Ansichten werden in anderen Ländern verfolgt. Sind sie asylberechtigt und können wir sie hier schützen?
Was können Gesetze und Gerichte erreichen?
In welche Bereichen des Lebens treffen sich Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen am häufigsten und wo kommt es zu Konflikten, z.B. Schule, Feiertagsregelungen, öffentliche Feiern, im öffentlichen Raum?
Welche Herausforderungen entstehen durch die länderübergreifende Nutzung des Internets in diesem Bereich?
Wie macht man den Unterschied zwischen dem Kampf gegen die Macht religiöser Institutionen im Staat und der Achtung anderer Religionen deutlich? Wie gelingt es, die Militanz aller Beteiligten zu mildern? Wie nimmt man der Religion und Weltanschauung die Bedeutung als vorrangig identitätsstiftendes Merkmal für Menschen?
Wie macht man Ungläubigen verständlich, was ein vorgegebener Glaube bedeuten kann? Wie begegnet man der Furcht der Gläubigen?
Wie können wir für unsere Überzeugung werben, dass die religiöse Neutralität des Staates ein Gewinn für alle ist?
So viele Fragen!
Nach Antworten, nach Ansätzen zum Handeln wollen wir bei unserem Seminar in Schney vom 24.-26.01.2014 suchen. Unsere Suche wird davon geprägt, dass uns die Freiheit von Religion und Weltanschauung mit der Wahrung aller Grundrechte am Herzen liegt.
Wir laden jeden herzlich dazu ein, diese Suche mit uns zu teilen und gemeinsame Antworten zu entwickeln.
Programm:
Freitag, 24. Januar 2014
18:00 Uhr Anreise / Abendimbiss
19:00 Uhr Vortrag: Politische Wege und Möglichkeiten in der Wahrung von Grundrechten (Dr. Thomas Goppel, CSU, MdL)
anschließend Diskussion
Samstag, 25. Januar 2014
8:00 Uhr Frühstück
9:00 Uhr Vortrag: Wieweit können Gesetze den sozialen Frieden fördern? (Swaantje Schlittgen)
10:30 Uhr Kaffeepause
11:00 Uhr Vortrag: Haltungen des DFW zu den religiösen und weltanschaulichen Herausforderungen unserer Zeit (Renate Bauer)
12:30 Uhr Mittagessen
14:00 Uhr Vortrag: Die Sicht anderer Religionen zur Stärkung des sozialen Friedens (Ahmed Aweimer, Zentralrat Muslime)
15:30 Uhr Kaffeepause
16:00 Uhr Arbeitsgruppen
18:00 Uhr Abendessen
19:00 Uhr Gemütliche Runde
Sonntag, 26. Januar 2014
8:00 Uhr Frühstück
9:00 Uhr Fortführung der Arbeitsgruppen
10:30 Uhr Kaffeepause
11:00 Uhr Vorstellen der Ergebnisse und Aussprache
12:30 Uhr Mittagessen
13:30 Uhr Ende des Seminars

Tagungsort und Übernachtung
Franken-Akademie Schloss Schney,
Schlossplatz 8
96215 Lichtenfels
Tel. 09571/97500

Anmeldung möglichst bis 31. 12. 2013
bitte schriftlich an
Alke Prem
Prinz-Otto-Straße 9
85521 Ottobrunn
Tel: 089 6096255, Fax: 089 6090177
Alke.Prem@gmx.net

Unterkunft und Verpflegung pro Person
Zweibettzimmer 110,00 €
Einbettzimmer 140,00 €
Die Anzahl der Einzelzimmer ist begrenzt.

Tagungsgebühr: 30 Euro
Überweisung der Seminarkosten an
DFW e.V.
Stichwort „Schney“
Konto-Nr.: 3397400
Bankleitzahl: 100 205 00
Bank für Sozialwirtschaft, Berlin
IBAN: DE64 1002 0500 0003 3974 00
BIC: BFFWDE33BER

Wegen eventueller Zuschüsse wenden Sie sich bitte an Ihre Gemeinschaft oder Körperschaft.

Anreise mit der Bahn
bis Lichtenfels, IC-Bahnhof
Anschluß nach Schney mit Regionalzug,
sonst Taxi nehmen.

Anreise mit dem Auto
BAB Frankfurt – Nürnberg
Ausfahrt Bamberg, über B 505 und B 173 nach Lichtenfels, von dort Richtung Coburg ca. 2 km
BAB Berlin – München
Am Dreieck Bayreuth/Kulmbach nach Kulmbach und Lichtenfels, von dort Richtung Coburg ca. 2 km

Informieren Sie sich unter:
www.dfw-dachverband.de

ReferentInnen:
Renate Bauer, Landesprecherin Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz,
Präsidentin des Dachverbandes
Swaantje Schlittgen, Rechtsanwältin,
Vizepräsidentin des DFW
NN, CDU/CSU
Ahmed Aweimer, Zentralrat der Muslime



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Bildungs- und Studienreise nach Indien
Vom 2. bis zum 13. Januar 2014 reist eine kleine Gruppe des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V. nach Vijayawada, Unionsstaat Andhra Pradesh/Indien. Neben der Teilnahme an der Internationalen Humanismus-Konferenz anlässlich des 75. Gründungsjubiläums des Atheist Centre ist das Kennenlernen verschiedener sozialer, erzieherischer und gesundheitlicher Projekte (z.B. Hospital, Frauen- und Kindereinrichtungen, Bildungseinrichtungen, staatliche Verwaltung) vorgesehen.
In vielfältigen Interaktionen mit Inderinnen und Indern zur gesellschaftspolitischen, kulturellen und sozialen Situation wird es gute Möglichkeiten des Verstehens und Miteinanders geben. Dabei wird auch die Weiterführung des humanistischen deutsch-indischen Jugendaustausches beider Organisationen beraten werden.
Im ländlichen Raum werden soziale Projekte des Sozialwerkes ASM und eine Schule besucht. Des Weiteren ist die Besichtigung verschiedener kultureller Einrichtungen und historischer Orte in Vijayawada und Hyderabad beabsichtigt.

Dr. Volker Mueller
Vorsitzender

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Offener Brief an die Ministerpräsidenten der Bundesländer:
Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften fordert eine angemessene Repräsentation der konfessionsfreien und säkular orientierten Bürger in Fernsehrat und Verwaltungsrat des ZDF
Sehr geehrte ...,
nachdem nun das Bundesverfassungsgericht  den bisherigen Staatsvertrag des ZDF mit den Bundesländern  hinsichtlich der Repräsentation der gesellschaftlichen Gruppierungen für verfassungswidrig erklärte, erwarten wir eine klare Berücksichtigung der gesellschaftlichen Veränderungen bei der Neuverteilung der Sitze.  Insbesondere rechnen wir damit, dass  sich der Wandel auf religiös-weltanschaulichem Gebiet auch in den Gremien widerspiegelt. Dazu gehört für uns unabdingbar eine Berücksichtigung der säkularen weltanschaulichen Organisationen. Mehr als ein Drittel der Bürger in Deutschland sind inzwischen konfessionsfrei  und werden  von den freigeistigen und humanistischen säkularen Organisationen im Land betreut.
Diese Veränderungen müssen nun auch in Gremien wie Fernseh- und Rundfunkräten ankommen. Wir sind gerne zu Gesprächen über mögliche Repräsentationen bereit.
Freundliche Grüße
Renate Bauer
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DFW hat Petition zum Humanen Sterben eingereicht

Wortlaut der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, ein Humanes Sterben zu ermöglichen.


Der DFW fordert
Strafrechtliche Sicherheit für Ärzte, die Patienten auf deren Wunsch bei einem Suizid begleiten. Für sie gilt es, eine gesetzliche Neuregelung unter Einbeziehung der bisherigen gerichtlichen Entscheidungen zu finden. Kein Verbot organisierter Sterbehilfe, aber klare gesetzliche Regelungen für eine achtungsvolle Beratung bei Suizidwunsch und Schutz der Menschen vor kommerzieller Ausbeutung.

Begründung
Der DFW fordert zur Ermöglichung eines Lebensendes in Würde und Selbstbestimmung:
1. Rechtliche Absicherung und finanzielle Unterstützung von Organisationen und Institutionen, die Menschen beim Sterben und in der Trauer begleiten, z.B. Hospize, Palliativstationen, ambulante Hospizhilfe und ambulante Palliativmedizin, Beratungsstellen für Menschen mit Suizidgedanken.
2. Strafrechtliche Sicherheit für Ärzte, die Patienten auf deren Wunsch bei einem Suizid begleiten. Für sie gilt es, eine gesetzliche Neuregelung unter Einbeziehung der bisherigen gerichtlichen Entscheidungen zu finden.
3. Kein Verbot organisierter Sterbehilfe, aber klare gesetzliche Regelungen für eine achtungsvolle Beratung bei Suizidwunsch und Schutz der Menschen vor kommerzieller Ausbeutung. Im Februar 2014 trugen wir diese Forderungen schon in einem Offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Gröhe vor. Schon 1994 verabschiedete der Dachverband eine Erklärung zum Humanen Sterben, die auf der neunten Fachtagung des Freigeistigen Lebenshilfswerkes erneut diskutiert und geändert wurde. Sie wird hier zitiert:

„Erklärung zum Humanen Sterben vom 4. 11. 1995, Bollmannsruh
Selbstbestimmung und Menschenwürde sind als Grundwerte menschlichen Lebens auch für den letzten Lebensabschnitt eines Menschen maßgeblich. Humanes Sterben muss mit diesen Grundwerten vereinbar sein. Es beginnt und endet mit Mitmenschlichkeit, die die Sterbebegleitung für den Betroffenen und Trauerbegleitung für die Hinterbliebenen einschließt. Sterbebegleitung sollte vorrangig innerhalb des familiären Rahmens und in geeigneten Einrichtungen mit entsprechend ausgebildetem Fachpersonal ermöglicht werden. Es gehört nicht zu den Pflichten eines Arztes, das Sterben zu verlängern.
Gemeinnützige Hilfsorganisationen, die sich auf diesem Sektor betätigen, bedürfen der besonderen staatlichen und privaten Unterstützung. Kommerzielle Interessen im Zusammenhang mit dem humanen Sterben werden abgelehnt. Eine gesetzliche Regelung des humanen Sterbens, das auch eine selbstbestimmte Beendigung des individuellen Lebens bedeuten kann, würde die nicht aktive Sterbehilfe aus der Grauzone der Illegalität herausführen.
Das Recht auf selbstbestimmten Freitod (Bilanzsuizid) eines mündigen Menschen wird respektiert. Diese Forderungen sind immer noch aktuell. Wir bitten darum, dass endlich gesetzliche Regelungen geschaffen werden, die bisherige Gerichtsentscheidungen aufgreifen und damit Menschen Klarheit und Sicherheit in der Achtung ihrer Selbstbestimmung erhalten.
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