2012 - Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.

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2012

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Linkes Bild: Die ReferentInnen am 10.11.2012 (v.r.n.l.): Marie Fredrich, Tina Bär, Silvana Uhlrich-Knoll und Dr. Volker Mueller. --- Rechtes Bild: Einige TeilnehmerInnnen der Tagung vor der Tafel über Saraswathi Goras Leben und Wirken.


Tagung des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland e.V.:
„Freiheit und Humanismus in Indien"
Zum 100. Geburtstag von Frau Saraswathi Gora (1912 – 2006)
Anlässlich des 100. Geburtstages von Saraswathi Gora, der Mit-Gründerin des Atheist Centre (1940), die im Jahr 2000 u.a. auch Ehrenmitglied des Humanistischen Freidenkerbundes wurde, wurde eine zweitägige Tagung in Nauen erfolgreich durchgeführt. Thema war: "Freiheit und Humanismus in Indien (und Brandenburg)". Saraswathi Gora war eine berühmte Atheistin und Humanistin, eine Weggefährtin Gandhis, eine aktive Sozialreformerin, Freiheitskämpferin und Frauenrechtlerin; sie setzte sich für eine tolerante und kastenfreie Gesellschaft ein.
Am 8.8.2012 wurde die Tagung (Teil 1) vor allem durch unsere anwesenden indischen Freunde Dr. Maru, Hari Subramanjan und Hasil Gora gestaltet. Es waren über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anwesend.
Der 2. Teil der Tagung fand dann am 10.11.2012 statt. Dr. Volker Mueller sprach zum Thema: „Soziale Chancen und kulturelle Vielfalt im heutigen Indien - Saraswathi Goras Bedeutung". Dabei hat er auch über die Konferenz Ende September 2012 in Vijayawada, an der er teilnahm, berichtet.
Zu folgenden Themen wurden dann drei weitere, sehr engagierte Vorträge gehalten:
- Marie Fredrich: "Unser Indienbild zwischen Bollywood und Armut"
- Silvana Uhlrich-Knoll: „Werte und Jugend - Internationaler Jugendaustausch zwischen Brandenburg und Indien"
- Tina Bär: „Ökologie und sozialer Wandel in Indien (und Brandenburg)"
Die beiden Tage waren von viel Wissensvermittlung, Diskussionen und Austausch geprägt.  

Dr. Volker Mueller

Leben und Wirken von Saraswathi Gora (Kurzdarstellung):

- 28.09.1912: in Vijayanagaram, A.P., geboren
-1922: Hochzeit mit Gora, 1926 Beginn ihres Ehelichen Lebens
- 1928: Ausscheiden aus ihrer Kaste
- 1940: Gründung des Atheist Centre mit Gora mit dem gemeinsamen Foto in klein  
- 1945/ 46: Besuche und Gespräche mit Gandhi in Sevagram Ashram
- Mitgründung mit Koleitung von drei Sozialwerken in Andhra Pradesh und dem  Wissenschaftszentrum in Vijayawada
- Initiatorin und Organisatorin vieler Menschenrechtsaktivitäten und sozialer und Bildungsprojekte in Indien
- Leitung der Weltatheismuskonferenzen in Vijayawada: 1972, 1980, 1996 und 2005
- 26.08.2006: in Vijayawada verstorben

Jai Insaan!
A Positive Atheism as a Way of Life.
We are a Global Family.
Für Freies Denken, Humanität, Toleranz, soziales Handeln!


Die Radikalisierung der russischen Orthodoxie
Radíofeature, gesendet am 20.12.2012, Deutschlandradio Kultur, Weltzeit
Die Sendung setzt sich kritisch mit der Rolle der orthodoxen Kirche in Russland auseinander. Laut russischem Grundgesetz sind Staat und Kirche getrennt. Dennoch entsteht heute eine enge Allianz zwischen Kirche und Kreml, vor der auch das Kunstkollektiv Pussy Riot gewarnt hat. Zugleich radikalisieren sich fundamentalistische und antisemitische Gruppen innerhalb der Kirche. Online zu hören und zu lesen auf
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/weltzeit/1956232/


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Gemeinsame Erklärung zum sechsjährigen Bestehen der EG-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung:

Die vom Europäischen Parlament am 14. Dezember 2005 beschlossene Richtlinie 2006/24 zur Vorratsdatenspeicherung verpflichtet jeden EU-Mitgliedsstaat, Telekommunikationsgesellschaften Informationen über die Verbindungen ihrer sämtlichen Kunden aufzeichnen zu lassen. Zur Erleichterung etwaiger strafrechtlicher Ermittlungen soll nachvollziehbar sein, wer mit wem in den letzten 6-24 Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden hat. Bei Handy-Telefonaten, SMS und Smartphone-Nutzung muss auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Die Vorratsspeicherung von Internetkennungen (IP-Adressen) soll in Verbindung mit anderen Informationen zudem nachvollziehbar machen, wer was im Internet gelesen, gesucht oder geschrieben hat.
Eine derart weitreichende Registrierung des Verhaltens der Menschen in ganz Europa halten wir für inakzeptabel. Ohne jeden Verdacht einer Straftat sollen sensible Informationen über die sozialen Beziehungen (einschließlich Geschäftsbeziehungen), die Bewegungen und die individuelle Lebenssituation (z.B. Kontakte mit Ärzten, Rechtsanwälten, Psychologen, Beratungsstellen) von über 500 Millionen Bürgerinnen und Bürgern der  EU gesammelt werden. Damit höhlt eine Vorratsdatenspeicherung Anwalts-,Arzt-, Seelsorge-, Beratungs- und andere Berufsgeheimnisse aus und begünstigt Datenpannen und -missbrauch. Sie untergräbt den Schutz journalistischer Quellen und beschädigt damit die Pressefreiheit im Kern. Sie beeinträchtigt insgesamt die Funktionsbedingungen unseres freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens. Die enormen Kosten einer Vorratsdatenspeicherung sind ohne Erstattungsregelung von den europäischen Telekommunikationsunternehmen zu tragen. Dies zieht Preiserhöhungen nach sich, führt zur Einstellung von Angeboten und belastet mittelbar auch die Verbraucher.
Untersuchungen belegen, dass bereits die gegenwärtig verfügbaren Kommunikationsdaten ganz regelmäßig zur effektiven Aufklärung von Straftaten ausreichen. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass eine Vorratsdatenspeicherung besser vor Kriminalität schützte. Dagegen kostet sie Millionen von Euro, gefährdet die  Privatsphäre Unschuldiger, beeinträchtigt vertrauliche Kommunikation und ebnet den Weg in eine immer weiter reichende Massenansammlung von Informationen über die gesamte europäische Bevölkerung.
In Deutschland wurde die gesetzliche Regelung zur Vorratsdatenspeicherung im März 2010 vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig und nichtig erklärt, da sie unverhältnismäßig weit in das Grundrecht auf Schutz des Telekommunikationsgeheimnisses eingriff. Rechtsexperten erwarten, dass auch die europäische Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung vor dem Europäischen Gerichtshof keinen Bestand haben wird, weil sie gegen die europäischen Grund- und Menschenrechte verstößt. Nichtsdestotrotz will die EU-Kommission eine neuerliche Umsetzung dieser Richtlinie in Deutschland im Wege eines Vertragsverletzungsverfahrens erzwingen.
Als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger, der Medien, der freien Berufe und der Wirtschaft lehnen wir eine flächendeckende und verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung geschlossen ab. Wir appellieren an die in Deutschland politisch Verantwortlichen,
* keinerlei verdachtslose Vorratsspeicherung von Informationen über jedes Telefonat, jede SMS, jede E-Mail oder jede Internetverbindung wieder anzuordnen,
* die Abweichung Deutschlands von der EU-Richtlinie 2006/24 zur Vorratsdatenspeicherung von der EU-Kommission genehmigen zu lassen und nötigenfalls die Genehmigung einzuklagen,
* die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs über die Gültigkeit dieser Richtlinie und über den Genehmigungsantrag nicht umzusetzen, selbst wenn der Gerichtshof gegebenenfalls eine Geldbuße gegen Deutschland verhängen könnte,
* sich für eine Aufhebung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung und für ein europaweites Verbot jeder verdachtslosen Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten einzusetzen.
Nico Rück Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung - nico@vorratsdatenspeicherung.de -
www.vorratsdatenspeicherung.de, www.freiheitstattangst.de

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Gemeinsame Erklärung
der laizistischen, humanistischen und atheistischen Vereinigungen und der Freidenker

Nein zur Wiedereinführung des "Straftatbestands der Gotteslästerung"!
Ja zur Abschaffung, da wo "Gotteslästerung" immer noch bestraft wird!
Seit 1999 verlang die Organisation für Islamische Zusammenarbeit, deren Sitz sich in Dschidda (Saudi-Arabien) befindet und der 57 Staaten angehören, den Abschluss eines internationalen Abkommens, das "Gotteslästerung" definiert und kriminalisiert.
Nach der Affäre um den provozierenden Film, dessen Produzenten immer noch nicht wirklich bekannt sind, aber der ein Teil des sogenannten "Zusammenstoßes der Zivilisationen" ist und zu dem zahlreiche Demonstrationen häufig sehr gewaltsam, aber immer sorgfältig koordiniert, stattgefunden haben, hat die Organisation für Islamische Zusammenarbeit bei den Vereinten Nationen versucht einen Text (in letzter Minute abgelehnt) einzuführen mit der Aufforderung: "religiöse Symbole und Beleidigungen, die die Ehre anderer zum Ziel haben" zu unterdrücken.
Zur gleichen Zeit in Griechenland, wo es den Tatbestand der Blasphemie gibt, ist ein junger Bürger, weil er einen angeblichen "Heiligen" des orthodoxen Christentums auf einer Webseite verspottet, inhaftiert.
Am 27. September verabschiedet die russische Duma, mit Einverständnis der orthodoxen und muslimischen Autoritäten, Strafverschärfung bei Gotteslästerung.
In Indien tadeln die katholischen Autoritäten den Zentralen Rat für Filmzertifizierung (Zensur), weil er nicht gegen einen Bollywood-Film vorgeht, in dem "der Katholizismus verunglimpft" wird.
In Frankreich fordern katholische Kreise ein Verbot von Theaterstücken oder Ausstellungen, weil sie "blasphemisch" sind.
Fast überall in Europa ist das "Verbrechen der Gotteslästerung" immer noch in der Gesetzgebung verankert, auch wenn die Mehrheit der öffentlichen Meinung, die sich an der Gewissensfreiheit orientiert, verhindert, dass diese Gesetze angewendet werden. Selbst in Frankreich, im Elsass, wurde vor Jahren gegen Aktivisten der Act-Up ermittelt, denn im Elsass-Moselle ist das deutsche Strafgesetzbuch weiterhin gültig.
Und in dieser Zeit beschließt die Europäische Union, vertreten durch Catherine Ashton, die Hohe Repräsentantin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, eine gemeinsame Stellungnahme mit der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, dem Generalsekretär der Arabischen Liga und dem Präsidenten der Kommission der Afrikanischen Einheit. Eine Stellungnahme, die besagt: "Wir sind uns der Bedeutung bewusst, alle Propheten zu respektieren, egal welcher Religion sie angehören."
Solch eine Position kann Angriffe auf die Freiheit der Meinungsäußerung und eine Verschärfung der Repression erleichtern, dies ist nicht nur in Europa gefährlich, sondern betrifft alle säkularen oder laizistischen Gesetze, die das Recht auf Gewissensfreiheit, Meinungsfreiheit der Presse und der Kunst organisieren oder schützen. Sie bedeutet eine Gefahr für die Freiheit und die körperliche Unversehrtheit eines jeden, weil sonst der Willkür Tür und Tor geöffnet werden.
Alle Organisationen, die hier unterschreiben, fordern die Rücknahme dieser EU-Stellungnahme und verlangen die Einstellung aller Strafverfahren, die sich gegen Menschen richten, die unter Verdacht des sehr reaktionären "Straftatbestands der Gotteslästerung" stehen.

Derzeit haben folgende Vereinigungen diese Erklärung unterschrieben:
- Nationalföderation der französischen Freidenker
- Nationalerziehungsliga
- Liga für die Menschenrechte
- Vernunftsmenschenunion
- National Secular Society (Großbritannien)
- Luxemburgische Freidenker
- Nationalvereinigung der italienischen Freidenker (Giordano Bruno)
- Griechische Freidenker (Hypatiefreunde)
- Belgische Vereinigung der Atheisten
- Nationalrat der laizistischen Familienvereinigungen (CNAFAL) Frankreich
- Bewegung "Europa und Laizismus" (Frankreich)
- Atheistische Union (Frankreich)
- Vereinigung "Laizismus und Freiheit" (Frankreich)
- Zentrum für die Forschungsfreiheit (Italien)
- Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (Deutschland)

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Filmtipp:
Am Montag, 26. November, war auf ARD um 22:45 dieser bemerkenswerte Film zu sehen:

"Gott hat hohe Nebenkosten - wer wirklich für die Kirche zahlt"

Wer den Film - zu später Stunde - *nicht* gesehen hat, sollte die Möglichkeit nutzen, sich in aller Ruhe den ganzen Film in in der ARD-Mediathek in voller Länge (44 Minuten) anzusehen. Der Film befasst sich mit Schulen und Kindergärten, die zwar unter kirchlicher Trägerschaft laufen, aber von Staat und Nutzern voll finanziert werden. Eltern laufen dagegen Sturm und entlarven die Zusammenhänge. Sofern sich der folgende Link
http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/die-story-im-ersten-gott-hat-hohe-nebenkosten?documentId=12580180
nicht durch Klick öffnen lässt, bitte die Adresse in den Browser einkopieren.
Dieses Thema darf durchaus weiteste Verbreitung finden!Also bitte nicht auf dem eigenen Rechner belassen. Sicherlich wird im Netz mehr Text dazu zu finden sein, beispielhaft:
http://forum.westline.de/viewtopic.php?f=18&p=1633692
www.stimme.de/deutschland-welt/panorama/tv-tipp/tv/tvinkuerze/TV-2012-11-26-ARD-22-45-00-Die-Story-im-Ersten-Gott-hat-hohe-Nebenkosten;art4338,2605205

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Bamberger Hexenurteile nichtig – Vermögen bleibt in der Kirche
Ludwig Schick hat die früheren Urteile gegen Hexen im Hochstift Bamberg für „null und nichtig“ erklärt. „Die Prozesse, die geführt wurden, sind nach unserem heutigen Rechtsverständnis Unrecht“, sagte Schick. „Den Opfern und ihren Familien ist Furchtbares geschehen.“ Dies teilen die „Katholische Nachrichtenagentur“ (KNA) und „Radio Vatikan“ mit.
Nach Auffassung des „Bundes für Geistesfreiheit in Bayern“ (bfg) ist dieser Rechtsakt, so richtig er auch ist, seit langem überfällig und für die katholische Kirche letztlich folgenlos. In den Bistümern Bamberg und Würzburg gab es vor allem im 17. Jahrhundert eine besonders vehemente Hexenverfolgung, aber auch überdurchschnittlich viele genaue Aufzeichnungen über die Prozesse. Die meisten hatten nicht mit Todesurteilen geendet, sondern bei vermögenden Opfern mit weitreichenden Enteignungen. Das Vermögen strich die Kirche ein. Viele Hexen- und Hexerurteile lauteten aber auch auf Verbrennen bei lebendigem Leibe. Sie konnten jedoch so abgeändert werden, dass der/die Verurteilte vor der Verbrennung enthauptet wurden – wenn er/sie vorher das Vermögen der Kirche vermachten.
Nun wäre die heutige Kirchenführung wesentlich glaubwürdiger, wenn sie die riesigen damals geraubten Vermögenswerte nun konsequenterweise an eine eigene Stiftung übergäbe, aus der z.B. die Missbrauchsopfer der Kirche aus den letzten Jahren und Jahrzehnten endlich angemessen entschädigt werden könnten.würde den so häufig beschworenen sog. „christlichen Werten“ weit eher entsprechen als bloße Lippenbekenntnisse.

Rainer Hamp, Auschlößlstraße 14, 86633 Neuburg (Pressesprecher des bfg)

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Gedenkfeier zum Totensonntag
Wie jedes Jahr führt der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. als freie humanistische Weltanschauungsgemeinschaft wieder eine öffentliche Gedenkfeier zum Totensonntag in Rathenow durch.
Sie findet am 25.11.2012, um 10.30 Uhr, in der Trauerhalle des Friedhofs Rathenow statt.
In würdigem Gedenken an die Toten soll die besinnliche Stunde mit Musik und Worten unser Verhältnis zu verstorbenen Freunden und Verwandten stärken. An diesem besonderen Sonntag humanistischer Besinnlichkeit wollen wir Gefühle und Gedanken anregen.

Alle Interessenten und ihre Freunde und Angehörigen sind herzlich eingeladen.
Humanistischer Freidenkerbund Havelland e.V.
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Renate Bauer bleibt Präsidentin des DFW -
Swaantje Schlittgen ist neue Vizepräsidentin

Während der Hauptversammlung des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften, die kürzlich in Wiesbaden stattfand, wurde das Präsidium neu gewählt.
Die meisten Präsidiumsmitglieder stellten sich wieder zur Wahl und wurden im Amt bestätigt. Horst Prem, seit 1999 Vizepräsident, stellte seinen Posten zur Verfügung und zog sich nach 13 Jahren Tätigkeit aus dem DFW-Präsidium zurück. Als Nachfolgerin wählten die Delegierten der Hauptversammlung die Leipziger Rechtsanwältin Swaantje Schlittgen (Unitarier). DFW-Präsidentin bleibt weiterhin Renate Bauer, Schatzmeister ist Siegward Dittmann, Schriftführerin Monika Hendlmeier. Weitere Präsidiumsmitglieder: Eike Möller (Bildung), Norbert Weich (Soziales), Silvana Uhlrich (Jugend), Ute Janz (Fest- und Feierkultur) und Ortrun Lenz (Presse).

Grußwort der IHEU zur Hauptversammlung des DFW
Liebe Freunde des Dachverbands Freier Weltanschauungsgemeinschaften,
es tut mir leid, dass ich nicht bei euch sein kann, aber an diesem Wochenende bin ich auf dem Weg nach Argentinien: mehrere humanistische Organisationen Lateinamerikas halten eine Konferenz ab und luden mich ein, denn sie denken über eine Mitgliedschaft bei der IHEU nach; das wäre großartig, da wir auf diesem Kontinent keine richtigen Mitgliedsgruppen haben. Es tut mir noch mehr leid, dass ich diese Worte nicht ins Deutsche übersetzen lassen konnte ... Beim nächsten Mal ...
Es ist immer gut, wenn sich Menschen versammeln: der Ideenaustausch, die Diskussionen, wir lernen mehr über die Gemeinschaft, in der wir leben. Und es scheint so, dass wir immer für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen müssen. Auch wenn Religionen in der westlichen Welt  Mitglieder verlieren, verlangen sie ständig Ausnahmeregelungen, und ich denke da an die Beschneidungsdiskussion in eurem Land, aber auch an die Diskussionen über Gotteslästerungsgesetze in der ganzen Welt. Bis jetzt gelang es uns, diese in der UN niederzuhalten, aber in jedem Jahr wird der Vorschlag erneuert.
Ganz klar können wir vereint mehr erreichen. Deshalb braucht die Internationale Humanistische und Ethische Union die Unterstützung der Mitgliedsorganisationen und diese die Hilfe der IHEU.
Es macht uns froh, wenn wir erleben, wieviel in Indien und Afrika mit weniger Mitteln als in Europa getan wird, mit Freiwilligen, die manchmal ihr Leben riskieren, wenn sie versuchen, Humanismus zu erklären und deutlich zu machen, dass jeder für sich selbst denken muss. Eines meiner Ziele als IHEU-Präsidentin  ist die Vernetzung gutgestellter Mitgliedsorganisationen mit einer kleinen, bzw. einer mit vielen Schwierigkeiten aufgrund der Kultur und Tradition, in der sie arbeiten muss. Warum nicht irgendwo einen Zwilling "adoptieren", nicht nur um Geld dafür zu sammeln, sondern auch in praktischen Fragen zu helfen wie Training in Organisation usw.
Dies ist die Gelegenheit, eure Hilfe zu erbitten:
Wenn wir unseren Einfluss ausweiten wollen, brauchen wir mehr Information in mehr Sprachen auf unserer Webseite. Spanisch und Französisch würde ein guter Anfang sein, aber wir wären froh, wenn wir auch deutsche Texte veröffentlichen können. Osteuropa bleibt ein schwieriges Pflaster. Wir dürfen nicht die großen Probleme, die vor uns liegen, ignorieren: Menschenrechte waren ein Thema mit den vergangenen Regierungen, aber mit den jetzigen ist dies nicht unbedingt besser, selbst wenn sie als demokratisch verstanden werden.
Jedoch leistet unsere wachsende Delegation bei der UN weiterhin eine großartige Arbeit.
Ich möchte Roy Brown und seinem Team danken, weil sie die Ehrenamtlichen unserer Delegation in Genf ermutigen, unsere Ideen gegen totalitäre Regime, die jeden bekämpfen, der nicht mit ihnen einig ist, zu verteidigen. Wir haben die Delegation bei der UN in New York. Es braucht nicht immer viele Worte, aber viel Zeit und noch mehr Geduld, in jene Kommittees zu gelangen, wo wir Einfluss haben können. Und wir müssen ohne professionelles Lobbying auskommen.
Und natürlich sind wir aktiv beim Europarat und arbeiten zusammen mit der EHF für Einfluss in der europäischen Landschaft.
Liebe Freunde, ich wünsche euch eine erfolgreiche Versammlung, und ich hoffe wirklich, das nächste Mal bei euch zu sein, aber vergesst nicht: ohne eure Unterstützung oder der unserer Delegierten in allen internationalen Organisationen und der vielen Professionellen und Freiwilligen in der ganzen Welt geht auch nichts bei uns.

Vielen Dank und alles Gute,
Sonja Eggerickx, Präsidentin der IHEU


Grußwort der EHF zur Hauptversammlung des DFW
Liebe humanistischen Freunde und Mitglieder der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF), angelegentlich seiner Hauptversammlung möchte ich dem Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften  gerne meine wärmsten Wünsche zum Erfolg in den kommenden Jahren aussprechen.
Als Präsident der EHF bin ich sehr dankbar für die großartige Arbeit, die ihr jeden Tag leistet, um die humanistischen Ideen und Normen in Deutschland zu stärken.  Für unsere Föderation ist es sehr wichtig, sich auf Mitglieder verlassen zu können, die inspirierende Beispiele für jene sein können, die noch für Geistesfreiheit in ihrem Land kämpfen.
Wie ihr wisst, während die Säkularisierung heute in  Europa  wächst, können wir gleichzeitig einen vemehrten religiösen Fundamentalismus beobachten. Neue Beispiele von Demonstrationen gegen Gotteslästerung und gegen Abtreibung in Europa erinnern uns daran, dass starke konservative religiöse Lobbies  weiter sehr aktiv sind.  Mit ihren großen finanziellen Mitteln und ihrem weiten Netzwerk versuchen sie, die Entscheidungen der europäischen Institutionen bei Themen wie Grundlagenforschung, Bildung und Kultur zu beeinflussen. Sie verlangen außerdem mehr und mehr Ausnahmeregelungen von den Menschenrechten im Namen der Religionsfreiheit.
Dies ist nicht das Europa, dem sich die Europäische Humanistische Föderation verpflichtet weiß. Wir stehen für Geistesfreiheit, Demokratie, Gleichheit und Gerechtigkeit. Aber wir brauchen die Unterstützung alles unserer 56 Mitgliedsorganisationen bei der Stärkung humanistischer Werte im heutigen Europa. So führt eure gute Arbeit fort und gebt uns bitte euren besten Input, um unsere Aktivititäten auf europäischer Ebene zu stärken. Denn dies ist unsere Zeit. Vielen Dank

Pierre Galand, Präsident der European Humanist Federation (EHF),
Brüssel, 26 Oktober 2012

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Erklärung des DFW zum vorgelegten Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Beschneidung männlicher Kinder
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) hält den vorgelegten Entwurf für grundgesetzwidrig und für einen groben Verstoß gegen die UNO-Kinderrechtskonvention. In dem Gesetzentwurf wird das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit nirgends zum Ausdruck gebracht.
Außerdem lehnen wir eine Einbeziehung der Religionsgemeinschaften in der Form ab, dass bestimmte Personen, die von den Religionsgemeinschaften ernannt werden, diesen Eingriff ebenfalls vornehmen können. Denn nirgends wird festgelegt , wie die Qualifikation der Personen, die die Beschneidung durchführen, ermittelt wird. Zugleich muss die Schmerzfreiheit des Eingriffs grundsätzlich gefordert und gesichert werden.
Ferner sind die schon geäußerten Bedenken des DFW über die Verletzung der Religionsfreiheit des unmündigen Kindes durch diesen Eingriff nicht ausgeräumt. Dies betrifft auch den Eingriff in die Religionsfreiheit selbst, da hier nur auf eine bestimmte Meinung innerhalb von Religionsgemeinschaften Bezug genommen wird.
Wir fordern die Bundesregierung und die Abgeordneten auf, solche Gesetze nicht überstürzt zu formulieren und zu verabschieden, sondern solche sensiblen grundrechtsrelevanten Vorhaben intensiver und sachlich auch mit von der Beschneidung Betroffenen und mit Kinderrechtsverbänden zu diskutieren. Überlassen wir letztlich den Betroffenen selbst mit Erreichung ihrer Einwilligungsfähigkeit die Entscheidung über eine eigene Beschneidung.

Renate Bauer

Verweise:
http://www.humanistische-union.de/nc/aktuelles/aktuelles_detail/back/aktuelles/article/knabenbeschneidung-und-buergerrechte/
http://www.national-coalition.de/newsletter/1342685184.html


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Anhang zur Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes über den Umfang der

Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes

1.
Die vorgeschlagene Lösung der Bundesregierung erhöht die Rechtsunsicherheit und ist verfassungwidrig, denn
• das BGB ist dem GG unterzuordnen;
• das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit wird verletzt;
• bei Beschneidungen liegen irreversible Körperverletzungen vor, die außerdem nach Geschlechtsmerkmalen trennen;
• Religionsgemeinschaften wird zugebilligt, das GG zu verletzen;
• die ärztliche Qualifikation für solche medizinischen Eingriffe wird nicht sichergestellt.
2.
Die Rechtsunsicherheit entsteht durch den vorgeschlagenen Gesetzentwurf und nicht durch den Richterspruch des Landgerichtes Köln, weil:
• im Urteil das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit mit geachtet wird, was der Gesetzentwurf nicht berücksichtigt;
• die Riten der Religionsgemeinschaften vor die Grundrechte der Individuen gestellt werden;
• das BVerfG bereits in seiner Entscheidung vom 8.11.1960 den Staat zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet hat;
• in der Entscheidung des BVerfG vom 14.12.1965 der Staat als Heimstatt aller Staatsbürger verpflichtet und aufgefordert wird, die weltanschaulich-religiöse Neutralität sicherzustellen. Gleichzeitig wurde auch erklärt, dass die Berufung auf die Tradition, ja sogar auf eine „jahrhundertealte Überlieferung“ verfassungsrechtlich bedeutungslos ist;
• der Staat, in dem Anhänger unterschiedlicher oder gar gegensätzlicher religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen zusammenleben, die friedliche Koexistenz nur gewährleisten kann, wenn er selber in Glaubensfragen Neutralität beweist (BVerG vom 16. 5. 1995). Dazu gehört, bei strittigen Fragen, die in der Religionsgemeinschaft selbst diskutiert werden, nicht einfach eine vermutete oder propagierte Mehrheitsmeinung in geltendes Recht umzusetzen.
3.
Mit dem vorgeschlagenen Gesetzentwurf verletzt die Bundesregierung:
• Artikel 1, Abs. 1 GG;
• Artikel 2 Abs. 2 GG;
• Artikel 3 Abs. 3 GG;
• Artikel 4 Abs. 1 GG;
• Artikel 33 Abs. 1 GG;
• Artikel 140 GG in Verbindung mit Artikel 136 Abs. 1 und 4, sowie Artikel 137 Abs. 1 Weimarer Reichsverfassung (WRV).

23. 10. 2012
Renate Bauer und Horst Prem

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Globales Lernen und lokales Handeln
Zusammenfassung der Ergebnisse des Seminars in der Jugend- und Bildungsstätte Klingberg
21.-23. September 2012

Europa und auch Deutschland haben ein grundsätzliches Problem im Umgang mit pluralen Gesellschaften. „Der Umgang mit moralischer und religiöser Vielfalt ist eine der größten Herausforderungen, mit denen unsere Gesellschaften gegenwärtig konfrontiert sind.“ Dies schreiben Jocelyn Maclure und Charles Taylor im Klappentext des im Suhrkamp Verlag erschienenen Büchleins „Laizität und Gewissensfreiheit“. „Hunger ist kein Schicksal, sondern wird von Menschen gemacht“, formuliert Jean Ziegler in seiner nicht gehaltenen Festspielrede 2011 vor den Salzburger Festspielgästen. Er wurde ausgeladen, da seine Einsichten, die er als Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung gewonnen hatte, den Organisatoren der Salzburger Festspiele zu weit gingen. Ziegler: „Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“
Was läuft falsch mit der Integration in Europa und in Deutschland bis hin zur Entwicklungspolitik für ärmere Länder? Mit diesen Themen befasste sich das Seminar in Klingberg vom 21.-23.9.2012 unter dem Aspekt: „Globales Lernen und lokales Handeln“.
Wie gelingt die Integration unterschiedlicher Kulturen im globalen Dorf in Achtung vor den Unterschieden und im Wissen, eine gemeinsame Welt dabei zu teilen? Ist es nicht vor allem wichtig, zu einem Gespräch zu kommen, in dem wir nicht von Absolutismen ausgehen, von unbedingt gültigen Werten, sondern von dem, was dem vorausgeht, dem Wissen darum, wie wir uns gegenseitig verstehen und verständigen? Seit 1789 die französische Nationalversammlung die Menschenrechte und die „Gleichberechtung“ aller verkündete, sind sie zum Ansporn für viele geworden, nach Freiheit und Demokratie zu streben.
Unsere These ist: Mit Laizität in der Politik, wenn der Staat neutral gegenüber Religionen und Weltanschauungen eingestellt ist und handelt, ist die Voraussetzung für die Menschenrechte (MR) am besten zu verwirklichen. Fahndungslisten reichen dafür nicht aus.
Es besteht dringender Handlungsbedarf in Deutschland, diese Voraussetzungen für die Gültigkeit der Menschenrechte zu verwirklichen und auch anzuwenden. Das heißt ganz konkret, für die Menschenrechte einzutreten und keine Einschränkungen der MR aufgrund religiöser Riten zuzulassen, wie sie in Deutschland auch aufgrund des Briefes des israelischen Staatspräsidenten Peres an Bundespräsident Gauck diskutiert werden.
Menschenrechte müssen als Individualrechte über vermeintlichen Rechten religiöser oder weltanschaulicher Gruppierungen stehen. Deutschland muss einen Integrationsunterricht einführen, der in staatlicher Verantwortung verbindlich für alle in den Schulen erteilt wird.
Ein erster Anfang ist mit der Einführung des Faches „Ethik“ in Berlin für Schülerinnen und Schüler erreicht worden. Dieses integrative Fach muss um den Aspekt der epochaltypischen Schlüsselprobleme (Klafki) erweitert werden, und es muss in allen Bundesländern eingeführt werden. Darüber hinaus haben sich die SemiarteilnehmerInnen mit der Frage beschäftigt, wie das „globale Lernen“ in verschiedenen Schulfächern durch ein Bewusstsein einer weltbürgerlichen Gesinnung erweitert werden könnte.
Eventuell ist eine deutsch/französische Initiative zu diesem Integrationsunterricht hilfreich, der auch europaweit erforderlich ist. So kann nach Auffassung der Seminarteilnehmer unter anderem Mordanschlägen orientierungslos gewordener Jugendlicher, wie in Deutschland, Norwegen oder Frankreich, langfristig entgegengewirkt werden. Nur ein Integrationsunterricht, der eine auf individualen Menschenrechten (Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag) gegründete Ethik beinhaltet, kann die interkulturelle Kompetenz von Kindern und Jugendlichen fördern und damit zu einem friedlichen Zusammenleben künftiger Generationen beitragen.

Klingberg, 24.9.2012 Horst Prem
im Auftrag der Seminarteilnehmer

... zur Seminareinladung

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Der DFW unterstützt die Initiative "Nein zum Betreuungsgeld"

Jedem Kind, unabhängig von sozialem Status oder Herkunft sollen die bestmöglichen Bildungschancen offen stehen – und zwar von Anfang an. Mit 150 Euro im Monat kann keine Famillie, keine Frau eine umfasssende private Betreuung organisieren, die auch die Berufsausübung der Frauen und Männer ermöglicht.
Die vorgesehenen Gelder fehlen für Kindertagesstätten, wo alle Kinder Förderung erfahren. Alle wissen, dass in Deutschland die soziale Schere immer weiter auseinanderklafft, Bildungsmöglichkeiten immer stärker nach Schichtzugehörigkeit ausgerichtet werden. Um soziale Gerechtigkeit zu erreichen und Chancen für alle Kinder, ihre Möglichkeiten zu entfalten, braucht es mehr als 150 Euro im Monat, nämlich vor allem gute Förderung auch außerhalb der Familie.

Renate Bauer

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Der DFW unterstützt den Appell "Hebammen sind unersetzlich"
Zum Selbstbestimmungsrecht der Frauen gehört auch die Möglichkeit, bei Schwangerschaft und Geburt eine kompetente Betreuung zu finden, die über ärztliche Unterstützung hinaus eine schwangere Frau begleitet.
Durch die extrem hohen und sich weiter erhöhenden Haftpflichtversicherungsbeiträge, die Hebammen bei stagnierenden Einkommen zu leisten haben, wird ein ganzer Berufszweig praktisch ausgelöscht. In Zeiten, in denen alle sich gegen Verwahrlosung und Gewalt gegen Kinder aussprechen, wird übersehen, welche wichtige Funktion gerade die freien Hebammen für eine frühe und achtsame Begleitung von Neugeborenen und Familien haben. Das sollte allen, speziell den Krankenkassen, eine entsprechende Vergütung wert sein.

Renate Bauer

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Veranstaltungen des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland (HFH) zur Interkulturellen Woche 2012
„Herzlich willkommen – wer immer du bist.“

Unter dem Motto „Herzlich willkommen – wer immer du bist.“ wird die diesjährige Interkulturelle Woche im September (15. – 30. September 2012) durchgeführt.

Im diesjährigen Aufruf der Integrations- und Migrationsbeauftragten des Havellandkreises, Frau G. Steidl, heißt es: „Ziel ist es, Menschen mit Migrationshintergrund in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stellen, ihre Lebensweisen, Kulturen, Gründe, die zum Verlassen des Heimatlandes geführt haben. Zugewanderte sollen als Teil eines vielfältigen Lebens wahrgenommen werden, das scheinbar Andersartige als etwas Normales angesehen werden. […] Mit den Veranstaltungen der Interkulturellen Woche soll für ein tolerantes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft geworben und Möglichkeiten der Begegnung zwischen einheimischer Bevölkerung und Zugereisten geschaffen werden.“
Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V. beteiligt sich an dieser Aktionswoche mit folgenden Veranstaltungen:

Begegnungsstätte „Miteinander“, Ritterstraße 3, 14641 Nauen, Tel.: 03321/ 48173
Montag, 24.09.2012, ab 13.30 Uhr  „Bericht aus Kasachstan“
Zwei Frauen aus Kasachstan berichten aus ihrem Leben in Kasachstan und in Deutschland und bereiten Spezialitäten aus ihrer Heimat zu.

Jugendtreff „Miteinander“, Karl-Thon-Straße 42, 14641 Nauen, Tel.: 03321/ 402530
Dienstag, 25.09.2012, ab 16.00 Uhr   „China – Tag“  
Daniel Eichler berichtet über die Volksrepublik China, in der er mehrere Monate lebte.
Themen des Vortrages sind: Sprache und Schrift, Esskultur/ der richtige Umgang mit Stäbchen, Glaube, Religion und Politik. Weitere Fragen sind u.a.: Warum gehen Chinesen im Schlafanzug spazieren? Kann jeder Chinese Kung Fu? Wer ist der Kaiser von China?

Jugendklub „Millennium“, Wustermarker Allee 5, 14656 Brieselang, Tel.: 033232/ 41199
Dienstag, 18.09.2012, von 17.00 bis 19.30 Uhr   „Japan-Tag“
Bericht und Fotos über das Land und das Leben in Japan. Japanische Musik, Deko und Herstellung von Sushi
Samstag, 29.09.2012, von 17.00 bis 20.00 Uhr  „Türkei-Tag“
Gesprächsrunde mit einer türkischstämmigen Person über sein Leben in Deutschland. Herstellung von türkischen Spezialitäten.

Jugendklub „Big Family“, Oranienburger Straße 16, 14656 Brieselang OT Bredow,
Tel.: 03321/ 828222
Mittwoch, 26.09.2012, von 16.00 bis 19.00 Uhr  „Russland-Tag“
Gesprächsrunde mit Anna aus Russland über ihr Leben in Deutschland und die Beweggründe ihrer Aussiedlung. Anschließend gemeinsame Zubereitung von Spezialitäten aus dem Land.

Jugendtreff Kienberg, Am Sportplatz, 14641 Nauen/ OT Kienberg
Mittwoch, 26.09.2012, von 14.00 bis 19.00 Uhr  „Italien-Tag“
Reisebericht mit Fotos über eine Urlaubsreise in Italien und gemeinsame Zubereitung von Pizza mit anschließendem Verzehr.
Donnerstag, 27.09.2012, von 14.00 bis 19.00 Uhr „China-Tag“
Bericht über die geschichtliche Entwicklung in China, anschließend chinesisches Kochen, mit freundlicher Unterstützung durch Daniel Eichler, der mehrere Monate in China lebte.

Jugendbüro Rathenow, Berliner Straße 33, 14712 Rathenow, Tel.: 03385/ 515531
Dienstag, 18.09.2012, um 17.30 Uhr
Gesprächsrunde im Frauentreff mit einer Aussiedlerin aus Sibirien über ihr Heimatleben (mit Fotos untersetzt), über ihr Leben in Deutschland und die Beweggründe ihrer Aussiedlung. Anschließend gemeinsame Zubereitung von Spezialitäten aus dem Land.
Zu den Veranstaltungen sind alle Interessenten herzlich eingeladen.

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„Jugendfeiern – für Mündigkeit, Kultur und Freiheit …“
Seminar des DFW zur Fest- und Feierkultur 4. bis 6. Mai 2012,
in Oranienburg/Brandenburg


Dieses Seminar soll informieren und anregen zur kulturvollen Gestaltung von weltlichen Feiern, insbesondere der Jugendweihe bzw. Jugendfeier. Die teilnehmenden freigeistigen, freireligiösen, unitarischen und humanistischen Verbände streben einen intensiven Erfahrungsaustausch und Kooperation an, bei denen voneinander gelernt, miteinander gearbeitet und vielleicht auch Neues erarbeitet und ausprobiert werden kann.

Freitag:
16:30 – 18:00 Vorstellung der teilnehmenden Verbände mit ihren speziellen Angeboten an Feiern
18:00–19:00 Abendessen
19:00–20:30 Jugendfeier/Jugendweihe – Anliegen, Werte, Formen, Gestaltungselemente (Dr. Volker Mueller)
Ab 20:30 Aussprache
Samstag:
9:15–10:45 Teilnahme an einer 1. Jugendfeier des HFB vor Ort – Wustermark, Grundschul-Aula, Schulstr. 1
11:45–13:00 Mittagessen/Pause in Oranienburg
13:45–15:00 Teilnahme an einer 2. Jugendfeier des HFB vor Ort – Bernau, Hans-Wittwer-Str. 7
16:00–18:00 Evaluation der erlebten Jugendfeiern (Katrin Jura und Karina Berg)
18:00–19:00 Abendessen
19:00–20:00 Jugendweihe/Jugendfeier/Jugendleite – Austausch von Materialien (Urkunden, Geschenke, Texte, Musik, Werbemittel usw.) (Ute Janz u. a.), danach Aussprache
Sonntag:
9:30–10:30 Jugendweihe ist mehr als eine Feier! (Dr. Klaus-Peter Krause)
10:45–12:15 Austausch zu Vorbereitungskursen u. zur Teilhabe der Jugendlichen (Silvana Uhlrich-Knoll)
12:15–12:45 Abschlussdiskussion, Auswertung, Mittagessen, Abreise
Die ReferentInnen:
- Karina BERG: Sozialpädagogin bei den Freidenkern Bernau, HFB-Vorstandsmitglied
- Ute JANZ: Landespredigerin der Freireligiösen Landesgemeinde Baden; DFW-Präsidiumsmitglied
- Katrin JURA: Sozialpädagogin im Humanistischen Freidenkerbund Havelland, HFB-Vorstandsmitglied
- Klaus-Peter KRAUSE, Dr. phil.: Präsident d. Sächsischen Verb. f. Jugendarbeit u. Jugendweihe e. V.
- Volker MUELLER, Dr. phil.: Vorsitzender des Humanistischen Freidenkerbundes Brandenburg (HFB)
- Silvana UHLRICH-KNOLL: Vorsitzende der IHEYO, DFW-Präsidiumsmitglied, HFH-Mitglied
Organisation:
- Ute Janz (Landespredigerin der Freireligiösen Landesgemeinde Baden, Mitglied des DFW-Präsidiums)
- Katrin Jura (Vorstandsmitglied des Humanistischen Freidenkerbundes Brandenburg)
Anmeldungen bis zum 2. März 2012 an: Humanistischer Freidenkerbund, 14641 Nauen, Karl-Thon-Str. 42. Tel.: 03321-450746. E-Mail: freidenker-havelland@web.de. Bitte melden Sie sich zum Seminar schriftlich an und buchen gleichzeitig Ihre Übernachtungen mit. Spätere Anmeldungen können nur berücksichtigt werden, wenn noch Betten frei sind.
Seminarort: Oranienburg, Jugendherberge Sachsenhausen, Bernauer Str. 162. Vor oder nach dem Seminar ist es möglich, die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Sachsenhausen und deren Ausstellung zu besuchen.
Übernachtungen: Jugendherberge Sachsenhausen (DJW) - Internationale Jugendbegegnungsstätte, Bernauer Str. 162, 16515 Oranienburg. Kosten: Seminargebühr: 20,- EUR
Vollpension und Übernachtungen pro Person für 2 Nächte, i.d.R. im Doppelzimmer: 68,- EUR


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DFW-Seminar im Januar 2012 >>> Seminarergebnisse DFW-Heft 27
„Säkularismus und Weltbürgerlichkeit“

2011 sagte sich in Norwegen ein Einzelner auf brutalste Weise vom Zusammenleben mit Unterschieden zwischen Menschen und Kulturen los. Erschreckend, dass Solches in einem liberalen skandinavischen Land möglich war. Wie gelingt die Integration unterschiedlicher Kulturen im globalen Dorf in Achtung vor den Unterschieden und im Wissen, eine gemeinsame Welt dabei zu teilen?
Ist es nicht vor allem wichtig, zu einem Gespräch zu kommen, in dem wir nicht von Absolutismen ausgehen, von unbedingt gültigen Werten, sondern von dem, was dem vorausgeht, dem Wissen darum, wie wir uns gegenseitig verstehen und verständigen? Die Voraussetzungen dafür sind: gegenseitiger Respekt, gleiche Rechte - Menschenrechte - und Toleranz. Ohne sie besteht die Gefahr, sich in Alleinvertretungs- und Alleingültigkeitsansprüche zu verrennen. Seit 1789 die französische Nationalversammlung die Menschenrechte und die Gleichberechtung aller verkündete, sind sie zum Ansporn für viele geworden, nach Freiheit und Demokratie zu streben.
Unsere These ist: Mit Säkularismus in der Politik, wenn der Staat neutral gegenüber Religionen und Weltanschauungen eingestellt ist und handelt, ist diese Voraussetzung für die Menschenrechte am besten zu verwirklichen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie diese Voraussetzungen in der Erziehung viel stärker bewusst gemacht und verankert werden.
Ein Projekt „Weltbürgerlichkeit“ als Unterrichtsprojekt spricht diese Voraussetzungen an und will sie umsetzen in Praxis. Daher wird sich dieses Seminar sowohl mit dem Thema Säkularismus in Europa wie auch mit der Frage nach der Praxis der Förderung von Toleranz und Gegenseitigkeit beschäftigen.
Wir laden Sie herzlich zu diesem Seminar ein, und zwar vom 27.-29. Januar 2012 in die Frankenakademie Schloss Schney in Lichtenfels.
Auf dem Programm stehen u.a. folgende Vorträge:
- Eike Möller: Weltbürgerliche Erziehung;
- Elzelien van der Steen: European Parliament Platform for Secularism in Politics (Übersetzung wird vorbereitet);
- Stephan Mögle-Stadel: Unterrichtsprojekte zum Thema Weltbürgerlichkeit;
- Hans Göttel: Der kosmopolitische Blick und das globale Lernen;
- Peter Kriesel: Umsetzung im Rahmen des Fachverbandes Ethik.
Außerdem wird es Arbeitsgruppen geben.
Eine Veranstaltung des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) in Zusammenarbeit mit Bund für Geistesfreiheit (BfG) Bayern Deutsche Unitarier und dem Humanistischen Bildungswerk Bayern. Franken-Akademie Schloss Schney, Schlossplatz 8, 96215 Lichtenfels, Tel. 09571/97500, Anmeldung bitte schriftlich an: Horst Prem, Prinz-Otto-Str. 9, 85521 Ottobrunn, Tel. 089/6096255 Fax 089/6090177, horst.prem@gmx.net, erbeten bis 12. Januar 2012. Seminarkosten inkl. Logis und Verpflegung pro Person zwischen 105 und 140 Euro, je nach Art der Unterbringung.

Renate Bauer und Horst Prem

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Der DFW wendet sich gegen die Petition des Deutschen Freidenkerverbandes e.V. : „Kriegsvorbereitungen stoppen! ...“ vom 3. Januar 2012
Das Präsidium des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften lehnt die vom Deutschen Freidenkerverband veröffentlichte Petition bez. der Vorgänge in Syrien und dem Iran ab.  

Wir betrachten die in der Petition vorgenommene Analyse als unzureichend und verzerrend, teilweise auch Ursache und Wirkung umkehrend. Es fehlt  in ihr die Anerkennung des Strebens der Bevölkerungen dieser Länder, die sich für ihre  Menschenrechte gegen Diktatoren zur Wehr setzen, wozu sie Hilfe von außen erbeten haben im Einklang mit dem Völkerrecht.
Als Weltbürger dürfen wir die Augen nicht verschließen vor solchen Ansinnen. Nicht umsonst setzen wir uns seit Jahren für die Stärkung des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) ein.
Daher rufen wir unsere Mitgliedsorganisationen und Mitglieder auf, diese Petition nicht zu unterzeichnen.

Renate Bauer

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Die EU-Kommission verstößt gegen den Vertrag von Lissabon

Humanisten beschweren sich bei Europäischem Bürgerbeauftragten
Die Europäische Humanistische Föderation (EHF) wirft der Europäischen Kommission vor, gegen den Vertrag von Lissabon zu verstoßen. Daher hat die EHF beim Europäischen Bürgerbeauftragten eine Beschwerde eingereicht.
Artikel 17.3 des Abkommens über die Arbeitsweise der EU (eingeführt durch den Vertrag von Lissabon) verpflichtet die Europäische Union, einen „regelmäßigen, offenen und transparenten Dialog“ mit „philosophischen und nicht-konfessionellen Organisationen“ sowie mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften durchzuführen. Die Kommission veranstaltet seit vielen Jahren regelmäßig sog. „Dialog-Seminare“ mit der Kommission der Bischofskonferenz der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) und die Konferenz Europäischer Kirchen (CEC).
Im März hatte die EHF, wichtigstes Organ der politischen Interessensvertretung nicht-religiöser Menschen in Europa der Europäischen Kommission einen inhaltlichen Vorschlag für ein solches, erstes „Dialog-Seminar“ übergeben. Dieser sah einen Austausch zwischen EHF und Europäischer Kommission zu den Problemen vor, die sich aus den religiös motivierten Sonder- und Ausnahmeregelungen in den EU-Richtlinien ergeben. Die Europäische Kommission lehnte dies ab. Auch die zahlreichen Versuche in den vergangenen vier Monaten, eine Änderung der Position der Europäischen Kommission zu erreichen, blieben ohne Ergebnis. Selbst ein Brief an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso blieb unbeantwortet.
EHF-Präsident David Pollock kommentierte dies anlässlich des Vorbringens der Beschwerde beim Europäischen Bürgerbeauftragten folgendermaßen: „Die Kommission lehnt ein Treffen zwischen der EHF und ihren Beamten ab, die sich mit Fragen der Nichtdiskriminierung befassen. Nun ist der zuständige Offizielle der Europäischen Union über die Schwierigkeiten informiert. Die unverständliche Ausrede der Kommission lautet, wir würden über Religion und Philosophie sprechen wollen, also über Themengebiete, die außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Kommission liegen. Natürlich berührt unser Anliegen diese Fragen, aber was wir diskutieren wollen, sind nicht Fragen der Religion (darauf haben wir immer wieder vergeblich hingewiesen), sondern der Menschenrechte, der Gleichheit und der Nichtdiskriminierung – Themen, die zweifelsohne in den Zuständigkeitsbereich der Europäischen Kommission fallen. Die gleiche, ins Leere führende Argumentation brachte die Kommission bereits im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit einer in Aussicht gestellten Konferenz vor, die letztendlich nicht stattgefunden hat.
„Viel zu lange haben wir die verächtliche Behandlung durch die Kommission hingenommen, die in starkem Kontrast zu ihrer aufgeschlossenen Haltung gegenüber den Kirchen steht. Jahrelang haben wir immer wieder nachgehakt, Jahre, in denen die Kommission regelmäßige Treffen mit den Kirchen organisiert hat, bis sie erst viel später gleiche Treffen mit den nicht-konfessionellen Organisationen ins Leben gerufen hat“, sagte EHF-Präsident David Pollock. „Es war nie unsere Absicht, den Schritt einer öffentlichen Beschwerde zu gehen, aber uns blieb keine andere Wahl. Die momentane Situation ist entweder auf die Inkompetenz der Kommission zurückzuführen oder aber, und das befürchten wir, den Versuch, religiöse Privilegien vor der Überprüfung zu bewahren.“

David Pollock

Kontakt: david.pollock@virgin.net
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Wallfahrten – Heiliger Rock 2012 – Wunder?
Seit Anfang 2011 die Vorbereitungen zur Ausstellung des sog. „Heiligen Rocks“ in Trier (der nur sehr selten, sechsmal in den letzten zwei Jahrhunderten gezeigt wurde) auf Hochtouren laufen, können die Freireligiösen Gemeinden nicht anders als auf das eigentliche „Wunder“ hinweisen, das die Ausstellung dieses Gewandes im Jahre 1844 bewirkte: die Gründung der deutschkatholischen Gemeinden, deren Rechtsnachfolger die Freireligiösen Gemeinden sind.
Um auf dieses „Wunder“ aufmerksam zu machen, haben die Freireligiösen Gemeinden, nicht nur solche, die im DFW engagiert sind, eine Webseite
www.unheiliger-rock.de eingerichtet, auf der sie dazu Stellung nehmen, ihre Geschichte und aktuell kritische Beiträge dazu einbringen, auf eigene Veranstaltungen zum Thema hinweisen und alle Freigeister dazu einladen, sich zu beteiligen.
Renate Bauer


Rom-Fahrt 2012 der hessischen Freireligiösen
Die alle zwei Jahre stattfindende Reise der freireligiösen Gemeinden führte diesmal in den Süden, nachdem in den letzten Jahren  mit Prag, Budapest und Breslau der Osten an der Reihe war. Die Reisegruppe war eine bunte Mischung im Alter zwischen 11 und 87 Jahren, darunter die Jugendlichen, die in diesem Jahr an der Jugendfeier teilnehmen. Die Gruppe wurde vom Landessprecher Dr.Holger Behr zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten der „Ewigen Stadt“ begleitet. Im Vordergrund stand die Begehung der antiken Ruinen, deren Bedeutung im historischen Zusammenhang erläutert wurde.
Die knappe Woche war gefüllt mit einem straffen Programm: der erste Tag führte zu den Resten des antiken Rom, erstes Ziel war das Colosseum, das Wahrzeichen der Stadt. Der Bau beeindruckt noch heute allein von seiner Größe, obwohl er zeitweise als Steinbruch für den Bau mittelalterlicher Paläste missbraucht wurde. Beeindruckend auch die Technik mit der schon in der Antike Spezialeffekte bei den Spielen inszeniert wurden.
Anschließend wurden der Konstantinsbogen, das Forum Romanum, Palatin und Capitol besichtigt.
Leichter Regen trübte etwas den folgenden Tag, an dem das mittelalterliche Rom im Vordergrund stand. Das Gruppenfoto auf der Spanischen Treppe ist ein Muss für jeden Rombesuch. Über die Fontana di Trevi ging es zum Parlament, wo Gewerkschafter gegen die Sparpolitik der Regierung demonstrierten. Nächstes Ziel war das Pantheon mit seiner für die Antike einmaligen Kuppel von über 43m Durchmesser. Dieses Bauwerk war im alten Rom der Gesamtheit aller Götter gewidmet, deren Statuen das Innere schmückten. Das Pantheon wurde dann von den Christen in Besitz genommen, die nur noch ihren Gott zuließen. Über die Piazza Navona mit ihrem Vier-Ströme-Brunnen gelangte die Gruppe zum Blumenmarkt, Campo de’ Fiori. Hier steht das Denkmal des Dominikanermönchs Giordano Bruno, der sich schon früh gegen den Heiligenkult der Kirche wandte und von Kopernikus beeinflusst ein pantheistisches und kosmisches Weltbild entwickelte. Deshalb wurde er von der heiligen Inquisition verfolgt, gefoltert und als Ketzer zum Tode verurteilt. Auf dem Campo de Fiori starb er im Jahr 1600 auf dem Scheiterhaufen. Diesem frühen Vordenker der Aufklärung zu Ehren legte die freireligiöse Jugend am Denkmal Blumen nieder, und die Gruppe stimmte unter dem Beifall von Marktbesuchern und –beschickern „Die Gedanken sind frei“ an.
Am folgenden Tag wurden die Katakomben San Agnese besichtigt, anschließend die riesige Kirche Santa Maria degli Angeli, die im Gebäude eines antiken Bades gebaut ist. Im Hinterhof der Kirche steht die Bronzestatue von Galileo Galilei, der ebenfalls von der Inquisition verfolgt wurde. Die Statue wurde von Physik-Nobelpreisträger Tsung Dao Lee gestiftet.
Mit der Bahn fuhr die Gruppe am letzten Tag nach Ostia antica, der Hafenstadt des alten Rom. Da der Hafen versandete, wurde die Stadt schon früh von ihren Bewohnern verlassen und geriet in Vergessenheit. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die alten Mauern noch stehen und viele Mosaiken noch vorhanden sind. Leider wurde die Besichtigung wieder vom Regen beeinträchtigt. Auf dem nichtkatholischen Friedhof wurde das Grab der aus Kassel stammenden Streiterin für Demokratie und Frauenrechte Malwida von Meysenbug besucht.
Das oft genutzte öffentliche Verkehrssystem Roms wurde von der Gruppe als vorbildlich und preiswert empfunden. Nicht zu kurz kam der Genuss der original italienischen Küche, die nicht nur aus Pizza besteht. Die Reise verlief sehr harmonisch und bot Gelegenheit zu Diskussionen und Gesprächen. Alle Teilnehmer erwarten schon mit Spannung die nächste Reise im Jahr 2014.

Heinz Walter

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Pressemitteilung der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz vom 19.03.2012
Siegward Dittmann erhielt das Bundesverdienstkreuz
Ministerpräsident Kurt Beck hat am Montag drei Rheinland-Pfälzern das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Armin Baumert, Diana Dietrich und Siegward Dittmann erhielten die Auszeichnung bei einer Feierstunde in der Staatskanzlei.

Ministerpräsident Kurt Beck mit Armin Baumert, Diana Dietrich und Siegward Dittmann; Bild: Peter Pulkowski / © Staatskanzlei

Großes Engagement für Freireligöse Bewegung
Für sein langjähriges und vielfältiges ehrenamtliches Engagement in der Freireligiösen Bewegung wurde Siegward Dittmann ausgezeichnet. Ministerpräsident Beck würdigte den langjährigen Einsatz des Präsidenten der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz. „Im Mittelpunkt der staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft stehen Menschenrechte, Toleranz und Humanismus. Das Eintreten für diese Werte kennzeichnet auch Ihren Lebensweg“, sagte Ministerpräsident Beck.
Dittmann habe sein Engagement 1974 als Gruppenleiter bei der freireligiösen Jugend in Karlsruhe begonnen und sei später Landesjugendleiter geworden. Seit 1992 habe er das Amt des Präsidenten der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz inne, und seit 1991 sei er stellvertretender Gemeindevorsteher in Ludwigshafen.
„Auch in die überregionale Arbeit der Freireligiösen Bewegung bringen Sie sich mit großem Engagement ein, sei es im Grundsatzausschuss des Bundes Freireligiöser Gemeinden in Deutschland (BFGD) oder als Mitglied und seit 2003 als Vizepräsident im Präsidium des BFGD. Im Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) vertreten Sie den BFGD und sind dort seit 1996 als Schatzmeisters tätig“, hob der Ministerpräsident hervor.
Neben seinem Wirken für die Freireligiöse Gemeinde habe sich Siegward Dittmann auch im Personalrat der Realschule Plus, als Mitglied und zeitweise Vorsitzender des Anstaltsbeirates der JVA Ludwigshaben sowie als Beisitzer in der Kammer für Kriegsdienstverweigerer engagiert. Außerdem sei er kommunalpolitisch unter anderem im Ortsbeirat von Ludwigshafen-Ruchheim aktiv. „Sie haben sich über Jahrzehnte für das Gemeinwesen und andere Menschen eingesetzt: Wir ehren Sie heute für Ihr vielfältiges Engagement, mit dem Sie Vorbild für andere sind“, sagte Beck.
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Nicht Ausgrenzung, sondern gegenseitiges Kennenlernen und Toleranz fördern!
Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte zum wiederholten Male: "Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland und gehört somit nicht zu Deutschland." (Zitat nach ntv.de vom 19. April 2012). Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) ist empört über die Aussage Volker Kauders, die klar gegen die im Grundgesetz verankerte Religions- und Weltanschauungsfreiheit verstößt.
Solche Aussagen fördern in keiner Weise die Bereitschaft aller hier lebenden Menschen aller Religions- und Weltanschaungszugehörigkeiten zur gegenseitigen Toleranz und Achtung. Der DFW mahnt zum wiederholten Male an, nicht auszugrenzen, sondern gegenseitiges Kennenlernen und Verständnis durch einen verpflichtenden integrativen Werteunterricht mit Religions- und Weltanschauungskunde zu fördern. Derartige Äußerungen wie die von Kauder fördern nur die Bereitschaft zu gegenseitiger Gewalt - auch von rechtsextremer Seite.

Renate Bauer, DFW-Präsidentin

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Verfassungsklage gegen das Konkordat
In Bayern haben Bischöfe Privilegien, die in vielen anderen Bundesländern längst abgeschafft sind. Es geht um die sogenannten Konkordatslehrstühle an Universitäten.  Der Staat finanziert Lehrstühle, die er nicht autonom besetzen darf! Das „nihil obstat“ des Bischofs ist Voraussetzung für ihre Besetzung. Diese Besonderheit, die in Bayern am stärksten ausgeprägt ist, ist ein Anachronismus, der nicht mehr in einen Staat passt, dessen Bevölkerung sich längst pluralistisch zusammensetzt.
Wissenschaft und Religion sind in einem Staat mit einer Bevölkerung, in der eine Vielzahl von Wertvorstellungen vorherrscht, schon deshalb getrennt, weil sonst ein Staat seiner Integrationsaufgabe gar nicht nachkommen kann. Toleranz als Menschenrecht ist nur zu leben, wenn die Lehre eben auch andere Lebensentwürfe zulässt. Der Staat muss neutral sein gegenüber Glaubensüberzeugungen und Lebensplänen der Bürger. Die menschliche Vernunft hat Grenzen, auf Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Wesen menschlicher Selbstverwirklichung zu antworten. Daher ist hier die moralische Autonomie der Person anzuerkennen. Die Laizität des Staates gegenüber allen Religionen und säkularen Auffassungen zum Leben ist Grundvoraussetzung, die Menschenrechte in die Praxis umzusetzen. Die Besetzung eines staatlich finanzierten Lehrstuhles muss daher frei sein von Einsprüchen jeglicher Konfessionen. Soweit unsere Grundwerte.
Prof. Ulla Wessels hatte sich auf den Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Universität Erlangen beworben und wurde abgelehnt, weil sie, wie sie vermutet und wie auch weitere Mitbewerber, nicht der katholischen Kirche angehört, denn dieser Lehrstuhl wird als Konkordatslehrstuhl geführt. Nun will sie dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe klagen, wie Berichte, beispielsweise aus der Süddeutschen Zeitung vom 18. 4. 2012, angeben.
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) unterstützt daher die Verfassungsklage von Frau Wessels gegen das Konkordat, das von nicht mehr haltbaren Absolutheitsansprüchen ausgeht. Diese Absolutheitsansprüche und damit die Konkordate führen in die Konflikte der Vergangenheit und sind mit den Menschenrechten nicht vereinbar. Sie führen auch zu fehlgeleiteten Ideologien der Ausgrenzung und Jugendlichen, die  in Norwegen, Frankreich oder Deutschland morden. Denn der Umgang mit moralischer und religiöser Vielfalt ist eine der größten Herausforderungen, mit denen unsere Gesellschaften gegenwärtig konfrontiert sind.

Ottobrunn, 19.4.2012       
Horst Prem
Vizepräsident des DFW

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Der DFW begrüßt die Initiative politischer Parteien in Schleswig-Holstein zur Einführung eines integrativen
Religionsunterrichts
Seit Jahren schon plädiert der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e. V. (DFW), dem unter anderem der Fachverband bekenntnisfreie Religions- und Lebenskunde in Schleswig-Holstein e. V. angehört, für einen verpflichtenden religionskundlichen und werteorientierten Ethik-Unterricht, an dem alle Schüler gemeinsam teilnehmen.
Die veränderten religiösen und weltanschaulichen Verhältnisse in Deutschland, in dem immer mehr Religionen vertreten und darüber hinaus immer mehr Menschen konfessionsfrei sind, erfordern ein Umdenken auf diesem Gebiet. Wissen über andere Religionen, Weltanschauungen und Kulturen, über Zusammenhänge im globalen Geschehen und allgemeine Grundsätze der Ethik sind heute mehr denn je gefordert, um Vorurteilen und Ausgrenzungen schon frühzeitig zu begegnen und Toleranz gegenüber Andersdenkenden und –lebenden zu fördern. Das Wissen um Grund- und Menschenrechte, um die daraus resultierenden Pflichten, und der Respekt vor anderen Weltanschauungen, Religionen und Kulturen gehören zu einer grundlegenden Bildung.
Unberührt davon bleibt das Recht der Eltern, ihre Kinder in ihrer Weltanschauung und Religion zu erziehen und das Recht der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften auf Durchführung eines zusätzlichen Bekenntnisunterrichts bestehen.
Der Dachverband ist bereit, im Interesse der konfessionsfreien Menschen bei der Einführung und inhaltlichen Ausgestaltung eines solchen allgemeinen Unterrichts, zu der auch das Wissen um eine humanistische Lebensauffassung gehört, mitzuwirken. Mit seinem Projekt „Weltbürgerlichkeit“ als Unterrichtsmodul macht er dazu ein konkretes Angebot.

Renate Bauer

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DFW für das Prinzip der Laizität
Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) verfolgt in seiner Arbeit das Prinzip der Laizität, indem er seinen Mitgliedsorganisationen ihre säkularen und freigeistigen weltanschaulichen Ausrichtungen belässt und den Staat immer wieder zur Verwirklichung der Ziele Gewissensfreiheit und gleiche Achtung der moralischen Autonomie jedes Individuums durch die Prinzipien „Trennung von Staat und Kirche“ und „Neutralität gegenüber allen Religionen und Weltanschauungen“ auffordert.
Wir beziehen uns hierbei auf die Analyse des Staates Quebec, wie bei Mac-lure/Taylor in „Laizität und Gewissensfreiheit“ (ISBN 978-3-518-58570-2) 2011 dargestellt.
Insofern ist der DFW Gesprächspartner der Politik, die aus dem übergeordneten Ziel des Zusammenlebens aller gesellschaftlichen Gruppen die gleichen grundlegenden Ziele für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vertreten muss. Eine Konsequenz aus diesen Prinzipien ist, einen verbindlichen integrativen Werteunterricht in der staatlichen Schule einzuführen, ähnlich dem Ethikunterricht in Berlin. Ein solcher Unterricht muss den Grundwerten der Menschenrechte und der Weltbürgerlichkeit verpflichtet sein. Hier sucht der DFW die Zusammenarbeit mit den politisch Verantwortlichen auf nationaler und internationaler Ebene. Dadurch wird auch antidemokratischen Ideologien, Terrorgefahren und extremistischen Mordkomplotten von der Wertesystematik her begegnet.

Beschluss des DFW-Präsidiums, Regensburg, 03.03.2012


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